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Aktuell Deutschland

Zwölf Jahre Haft für somalischen Piraten

Acht Monate war der Tanker "Marida Marguerite" in der Hand brutaler Piraten. Nun verurteilte das Landgericht Osnabrück einen von ihnen zu zwölf Jahren Haft.

Die Richter sahen es als erwiesen an, dass der 44-jährige Somalier ein führendes Mitglied der Piratenbande war. Mit der Entführung der "Marida Marguerite" vor der Küste Somalias, die von Mai bis Dezember 2010 dauerte, hatten die Piraten von einer Reederei aus dem Emsland rund fünf Millionen US-Dollar erpresst. Das Gericht sprach den Angeklagten deshalb wegen erpresserischen Menschenraubs und der schweren räuberischen Erpressung schuldig.

Während des Prozesses hatten vier der 22 ehemaligen Besatzungsmitglieder von grausamen Misshandlungen und Folterungen berichtet. Nur einer hatte den Angeklagten jedoch als einen der Rädelsführer identifiziert.

Verfahren "am Rande rechtsstaatlicher Möglichkeiten"

Der Staatsanwalt hatte eine Haftstrafe von zwölfeinhalb Jahren gefordert. Die Verteidigung hatte auf sieben Jahre plädiert. Sie argumentierte, die Zeugenaussage eines einzelnen reiche nicht aus, um dem Angeklagten die Rolle als Initiator oder Anführer der Piraten nachzuweisen.

Staatsanwalt Jörg Schröder räumte ein, dass es sich um ein Verfahren am Rande der rechtsstaatlichen Möglichkeiten gehandelt habe. Die Tat geschah 6000 Kilometer von Deutschland entfernt, die Besatzung bestand aus Seeleuten aus Indien, Bangladesch und der Ukraine, die Täter waren Somalier. Es habe keinen freien Zugang zu Beweismitteln gegeben, sagte der Anklagevertreter.

Der Prozess in Osnabrück war nach dem Hamburger Piratenprozess, bei dem im Herbst 2012 zehn Somalier zu Haftstrafen verurteilt worden waren, der zweite dieser Art in Deutschland.

gmf/qu (dpa, epd)