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Sport

Zverev im Finale von Halle

Alexander Zverev könnte als siebter deutscher Tennisprofi das ATP-Turnier von Halle/Westfalen gewinnen. Dazu fehlt ihm nur noch der Sieg gegen sein großes Vorbild.

Das Traumfinale in Halle ist perfekt: Mit einer erneuten Energieleistung folgte Jungstar Alexander Zverev seinem Idol Roger Federer ins Endspiel in Ostwestfalen am Sonntag und greift nach dem nächsten großen Titel. Zverev gewann gegen den früheren Top-10-Spieler Richard Gasquet aus Frankreich nach 1:52 Stunden 4:6, 6:4 und 6:3.

"Es war ein fantastisches Match", sagte Zverev und richtete seinen Blick nach vorne: "Roger ist der beste Spieler aller Zeiten auf diesem Belag. Es wird ein sehr schweres Match."

Federer hatte sich zuvor trotz einiger Unkonzentriertheiten im Generationenduell gegen den 14 Jahre jüngeren Russen Karen Chatschanow 6:4, 7:6 (7:5) durchgesetzt und damit sein elftes Endspiel bei den Gerry Weber Open erreicht. "Ich musste mich durchkämpfen, manchmal war es nicht schön, aber es fühlt sich großartig an, beim zweiten Turnier nach meiner Pause im Finale zu stehen", sagte Federer, der nach seinem sensationellen Saisonstart die Sandplatzsaison, mit ihrem Höhepunkt French Open, ausgelassen hatte.

Bub gegen Mann

Der 35 Jahre alte Publikumsliebling aus der Schweiz brennt auf die Revanche gegen Zverev, der ihn im vergangenen Jahr im Halbfinale von Halle bezwungen hatte. "Damals war mein Knie nicht ideal", sagte Federer. Die Verletzung ist längst verheilt, der Kurs Richtung Wimbledon (ab 3. Juli) stimmt. In seiner selbst erklärten "Wohlfühloase" will Federer weiter Schwung für sein großes Ziel aufnehmen: den achten Triumph bei den All England Championships.

Allerdings trifft der 18-malige Grand-Slam-Champion am Sonntag auf einen Gegner, der auf dem Court von Tag zu Tag reifer wird. Federer wähnt Zverev zwar noch in der "Transformation vom Bub zum Mann", ist aber voll des Lobes über den deutschen Hoffnungsträger. "Er hat sich beim ersten und zweiten Aufschlag enorm verbessert und hat eine der besten Rückhände auf der Tour", sagte Federer.

Müder Beginn von Zverev

Gegen den zweimaligen Wimbledon-Halbfinalisten Gasquet schien Zverev zunächst noch der Dreisatzsieg gegen den Spanier Roberto Bautista Agut im Viertelfinale am Freitag in den Knochen zu stecken. Zwar ging er schnell mit einem Break in Führung, verlor aber prompt seinen Aufschlag und strauchelte ein zweites Mal in einem ungünstigen Moment: Mit dem ersten Satzball sicherte sich Gasquet Durchgang eins.

Tennis | ATP Halbfinale in Halle | Alexander Zverev vs. Richard Gasquet (picture-alliance/dpa/F. Gentsch)

In Wimbledon im Halbfinale, in Halle im Halbfinale - Richard Gasquet ist in brillanter Form. Für Zverev reicht es nicht

Mit der Unterstützung der mehr als 10.000 Zuschauer im Gerry Weber Stadion kämpfte sich Zverev jedoch zurück ins Match. Die erste Breakchance ließ er noch liegen, die zweite nutzte er zum 3:2 und brachte den zweiten Satz sicher nach Hause. Nach dem Break zum 4:3 im entscheidenden Durchgang jubelte Zverev überschwänglich in Richtung seiner Box, Gasquets Widerstand war gebrochen.

Nach dem Erfolg im Finale von Montpellier im Februar feierte Zverev seinen zweiten Sieg über Gasquet und hat seinen vierten Titel der Saison vor Augen. Während der Sandplatzsaison hatte er in München und beim Masters in Rom triumphiert.

Turnier der deutschen Lokalmatadore

Die Müdigkeit, die nach zwei langen Wochen Rasentennis in seinem Körper steckt, lässt sich Zverev, der zuletzt in 's-Hertogenbosch das Halbfinale erreicht hatte, nicht anmerken. Im Anschluss an seinen hart erkämpften Erfolg gegen Gasquet stand noch das Doppel-Halbfinale mit seinem Bruder Mischa auf dem Programm.

In Halle hatte Zverev im vergangenen Jahr das Endspiel gegen Florian Mayer verloren. Vor Mayer war es bisher Michael Stich (1994), Nicolas Kiefer (1999), David Prinosil (2000), Tommy Haas (2009 und 2012) und Philipp Kohlschreiber (2011) gelungen, das Turnier zu gewinnen.

to/ck (sid, dpa)

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