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USA

Zuschauer buhen künftigen US-Vize Pence bei "Hamilton"-Musical aus

Eigentlich wollte sich Trumps baldiger Vize-Präsident Mike Pence nur das preisgekrönte Musical "Hamilton" ansehen. Doch erst wird er ausgebuht, dann wenden sich auch die Darsteller mit einem Appell an den Republikaner.

USA | Mike Pence bei Musical Hamilton ausgebuht (Getty Images/AFP/B. Smialowski)

Das Musical "Hamilton" wird im Richard-Rodgers-Theater am New Yorker Broadway aufgeführt

"Wir sind das vielfältige Amerika, das alarmiert und besorgt ist, dass Ihre neue Regierung uns, unseren Planeten, unsere Kinder und Eltern nicht beschützen wird oder uns nicht verteidigen und unsere unabänderlichen Rechte nicht aufrechterhalten wird", las "Hamilton"-Schauspieler Brandon Victor Dixon im Anschluss an die Show aus einer Erklärung vor. Der ungewöhnliche Aufruf zur Versöhnung richtete sich direkt an den künftigen Vize-Präsidenten Mike Pence. Neben Beifall hatte es aus dem Publikum auch laute Buhrufe gegeben, als Pence und seine Begleiter den Saal betraten. 

"Wir hoffen wirklich, dass diese Show Sie dazu inspiriert hat, die amerikanischen Werte aufrechtzuerhalten und für die Belange von uns allen einzutreten. Von uns allen", sagte Dixon, der selbst schwarz ist. Nachdem der designierte Präsident Donald Trump im Wahlkampf wiederholt mit fremdenfeindlichen und rassistischen Äußerungen aufgefallen war, befürchten nun viele Gruppen und Minderheiten Nachteile für sich während seiner Präsidentschaft.

Mehrfach ausgezeichnetes Musical

Das Broadway-Musical "Hamilton" behandelt die Gründungsgeschichte der Vereinigten Staaten und den Beitrag der Einwanderer zum Aufbau des Landes. Die Mitglieder der Crew sind unterschiedlicher Hautfarbe, Herkunft und sexueller Orientierung.

Das Musical löste in den USA einen beispiellosen Hype aus, gewann elf Musicalpreise "Tony", einen Grammy sowie den Pulitzerpreis. Das Stück gilt auch als revolutionär, weil die Geschichte der US-Gründerväter nahezu ausschließlich mit farbigen Darstellern besetzt ist.

Pence verließ während der Erklärung zwar den Saal - der "New York Times" zufolge bekam er aber vom Foyer aus das gesamte Statement mit.

Donald Trump kritisierte die vorgetragene Erklärung der Musicaldarsteller. Auf Twitter schrieb er, Pence sei vor laufenden Kameras vom Ensemble "belästigt" worden und forderte eine Entschuldigung. 

Darsteller Dixon reagierte auf Trumps Äußerungen und erklärte: "Eine Unterhaltung ist keine Belästigung". Er habe es begrüßt, dass Pence die Rede noch angehört habe.

rk/se (afp, dpa)

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