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Asien

Zusammenarbeit auf Augenhöhe

Deutschland will die Entwicklungs- und Wirtschafts zusammenarbeit mit Indonesien ausbauen. Bei seinem Besuch betont Entwicklungsminister Niebel, Indonesien bleibe ein strategisch wichtiger Partner für Deutschland.

Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) mit einer Blumenkette (Foto: Christiane Oelrich/dpa)

Dirk Niebel beuscht Indonesien

Indonesien brauche keine klassische Entwicklungszusammenarbeit, glaubt Rainer Erkens, Leiter der Friedrich-Naumann Stiftung in Indonesien. Das Wachstum und die Entwicklung des südostasiatischen Landes zeige, dass Indonesien bald zu einem Partner auf Augenhöhe für Deutschland werden könne, so Erkens.

Wirtschaftlich und politisch gehört Indonesien zu den stabilsten Ländern Asiens. Die drittgrößte Demokratie der Welt mit 238 Millionen Einwohnern, davon 88 Prozent Muslime, spielt eine führende Rolle innerhalb des Verbands der Südostasiatischen Nationen (ASEAN) und der G-20. Deutschland zählt Indonesien zu den zukünftigen regionalen Großmächten.

Bundesentwicklungsminister Niebel im Gespräch mit indonesischen Journalisten (Foto: Christiane Oelrich)

Bundesentwicklungsminister Niebel im Gespräch mit indonesischen Journalisten

Braucht Indonesien Entwicklungshilfe aus Deutschland?

Die Antwort des indonesischen Ökonomen Pande Radja Silalahi ist ein deutliches "ja". Deutschland habe in Indonesien immer noch Vorbildcharakter, so Silalahi. Nur die Art der Entwicklungszusammenarbeit habe sich in den letzten Jahren verändert. So ist heute ein Schwerpunkt der deutsch-indonesischen Zusammenarbeit der Umwelt- und Klimaschutz sowie nachhaltiges Wirtschaftswachstum.

Bei seinem Besuch traf Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel den indonesischen Forstminister Zul­kif­li Ha­san, um neue Initiativen zum Schutz von Regenwäldern zu besprechen. "Eine nach­hal­tige Bewirt­schaf­tung kann Wald­gebiete nach­hal­tig schützen und hilft zu­gleich der lo­kalen Bevöl­kerung und den loka­len Unter­neh­men, für die der Wald eine wichtige Ein­kom­mens­quelle ist", so Niebel nach dem Gespräch.

Deutschland habe andere Prioritäten als Indonesien, glaubt Pande Radja Silalahi.  Die Zusammenarbeit im Forstbereich sei eigentlich nicht das, was Indonesien brauche. "Um die indonesischen Wälder zu schützen, müsste die indonesische Regierung dafür sorgen, dass die Gesetze zum Schutz des Waldes effektiver umgesetzt werden."

Aber Silalahi räumt auch ein: "Es gibt nichts umsonst auf dieser Welt. Beide Seiten verfolgen bei einer Zusammenarbeit politische aber auch wirtschaftliche Interessen." Es gelte nur, sich in der Mitte zu treffen.

Deutsches Know-How ist gefragt

BMW-Salon in Jakarta (Foto: DW/Thomas Latschan)

Deutsche Markenprodukte, wie hier in einem BMW-Salon in Jakarta, sind sehr gefragt

Technisches Know-how im Bereich Pharmazie, Chemie und Gesundheit aus Deutschland - daran hätte Indonesien großes Interesse. Eine Zusammenarbeit auf diesen Gebieten würde sich besser eignen, sagt Pande Radja Silalahi. "Auch in den Bereichen Aus- und Fortbildung ist Deutschland führend. Indonesien kann hier viel von Deutschland lernen."

Und dies würde ja nicht nur Indonesien zugute kommen. Die Fachkräfte wären einsetzbar, auch für deutsche Unternehmen in Indonesien. Aus wirtschaftlicher Sicht gesehen ist Deutschland noch nicht so gut in Indonesien vertreten, erklärt Rainer Erkens. "Viele haben das Potential Indonesiens noch nicht erkannt. Dabei ist Indonesien ein großer Markt für Deutschland."  Indonesien ist ein rohstoffreiches Land mit einer selbstbewussten Mittelschicht, die sich auch deutsche Qualitätsprodukte leisten kann.

Bislang versuchte das Land hauptsächlich Investoren für den Abbau von Rohstoffen zu finden, während Deutschlands Angebot stärker auf den Gebieten Technologietransfer und Dienstleistungen liegt. "Deshalb ist die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern noch nicht optimal."

In Indonesien sind deutsche Investitionen willkommen, sagt Ökonom Pande Radja Silalahi. "Durch ein schnelles Wirtschaftswachstums hilft Deutschland den Lebensstandard der Indonesier zu verbessern. Das wäre eine Win-Win Situation für beide Länder." Und dies wiederum wäre eine gute Grundlage für eine Partnerschaft auf Augenhöhe.

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