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Politik

Zur Person: Charles Kennedy

Der Kandidat der Liberalen ist chancenlos. Wie immer. Trotzdem befindet sich die Partei in einem Stimmungshoch - und kann sowohl Blair als auch Howard schaden.

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Der zweite Herausforderer von Großbritanniens Premierminister Tony Blair bei den Unterhauswahlen am 5. Mai heißt Charles Kennedy ist zugleich der jüngste. Der 45-jährige Schotte Kennedy führt die kleine Oppositionspartei, die Liberaldemokraten, seit 1999. Er gilt als ein humorvoller Politiker, der nicht mit Geldausgaben geizt, vor allem wenn sie vom Steuerzahler stammen. Er will beitragsfreie Pflegeleistungen für Rentner einführen und überhaupt mehr Geld als Labour in das Gesundheitssystem und das Bildungssystem investieren. Um dies zu finanzieren, will er höhere Steuersätze für Besserverdienende einführen.

Punkte durch Widerstand gegen Irak-Krieg

Das ist zugleich die Achillesferse seines Wahlkampfes, denn es gibt ernsthaft Zweifel, ob seine Vorstellungen überhaupt zu finanzieren wären. Punkten kann Kennedy hingegen damit, dass die Liberaldemokraten als einzige Partei den Krieg gegen den Irak ablehnten und bestritten, dass es genügende Beweise dafür gibt, dass der Irak Massenvernichtungswaffen besaß. Für ihn hat Blair jegliches Vertrauen verspielt: "Wenn Tony Blair nicht bereit war, das Unterhaus damals umfassend über den Irak zu informieren, warum sollten die Wähler ihm das Vertrauen aussprechen?"

Wer die Liberaldemokraten als links einordnet, begeht aber einen Fehler. Kennedy gibt sich konservativer als Howard mit Forderungen nach 10.000 mehr Streifenpolizisten auf britischen Straßen. Auf die Frage, wo er einzuordnen sei, sagte er: "Progressiv".

Gering bis nicht-existent

Kennedys Chancen in die Downing Street 10 zu ziehen, sind zwar sehr gering bis nicht existent, doch könnte seine Partei sowohl Blair als auch Howard schwächen. Die Liberaldemokraten gehen mit der besten Ausgangslage seit Jahrzehnten in das Rennen.

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