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Europa

Zurück zu den Wurzeln

Billige Importe und hohe Produktionskosten - Mallorcas Bauern geht es derzeit nicht gut. Ein kleiner Bauernhof will das ändern und setzt auf Bio-Anbau und heimische Produkte.

Männer arbeiten auf einem Feld und werfen Heu hoch (Foto: Emanuel Herm)

Wie zu Großmutters Zeiten

Die Kuh Tori lebt zusammen mit drei Pferden, etlichen Ziegen, Schafen und Hühnern auf einer Weide zwischen Blumen und Gräsern. Alles echt mallorquinische Tiere, betont Viehzüchter José Ortiz. Sie seien viel widerstandsfähiger gegen die Parasiten der Insel als Tiere aus anderen Gegenden. Sie würden nicht krank und könnten die heimischen Pflanzen besser als Nahrung nutzen.

Der Sparplan

Je besser die Tiere mit den Lebensbedingungen klarkommen, desto weniger Kosten fallen an. Diese Rechnung gefällt auch Miguel Sureda, Josés Chef. Miguel möchte die laufenden Kosten seines Bauernhofs reduzieren, damit sich der Verkauf der eigenen Ware wieder lohnt. Besonders gerne spart er sich den Einsatz motorbetriebener Maschinen, denn wegen der vielen Schadstoffe würden die nur den Naturkreislauf durcheinander bringen, sagt er.

Noch vor ein paar Jahren wirtschaftete Miguel auf konventionelle Art, als Angestellter auf einem Hof mit Massentierhaltung. Als sein Arbeitgeber Pleite ging, übernahm er die Grundstücke seiner Eltern - alteingesessene mallorquinische Bauern, denen es immer wichtig war, die Natur zu nutzen und dabei gleichzeitig zu schützen.

So wenig Schadstoffe wie möglich

Ein Mann sitzt auf einem Pferdepflug (Foto: Emanuel Herm)

Arbeiten ohne Abgase

Heute verzichtet der 51-Jährige auf chemische Dünger, Pflanzenschutzmittel und Traktoren. Er bewirtschaftet seine Ackerflächen mit einem selbstgebauten Pflug, der von zwei Pferden gezogen wird. Zum Säen benutzt Miguel die alte Sämaschine, die schon seit Generationen im Besitz der Familie ist und von einem Pferd gezogen wird.

Monokulturen gibt es auf seinem Hof keine, denn die würden die Erde nur ausbeuten, erklärt Miguel. Mit verschiedenen Tieren und Pflanzen an einem Ort verbessere sich dagegen die Qualität des Bodens.

Das Know-How der Großeltern

Fast alles, was José und Miguel über Ökologie und Umweltschutz wissen, haben sie von Miguels Mutter gelernt. Catalina Sureda ist schon knapp achtzig Jahre alt und kocht jeden Tag für die Großfamilie. Auf den Tisch kommen Bio-Gemüse und Obst, das Catalina heute genau so anbaut wie schon als 15-Jährige.

Sie muss nie zum Arzt und nimmt kein einziges Medikament. Dafür braut sie sich einmal pro Woche einen Zaubertrank aus Brennnesseln,

Zitronen- und Olivenblättern, Rosmarin und Salbei. Diese Pflanzen seien gut für den Blutdruck und für den Magen und würden gegen Rheuma wirken, sagt Catalina.

Biobauernhöfe statt Hotels

Blick auf eine Bucht auf Mallorca (Foto: dpa)

Die Landwirte auf Mallorca kämpfen um ihre Felder - und ihre Existenz

Eigentlich hätte die Bauernfamilie Sureda schon längst reich sein können: Ihr 300 Hektar großes Grundstück wäre bestes Bauland für Hotels. Potentielle Käufer habe es genug gegeben, erinnert sich Miguel: "Aber das ist nicht der richtige Weg. Damit Mallorca schön bleibt, braucht es uns Bauern und Viehzüchter, die die Insel pflegen und bewahren."

Miguel verfolgt ein ehrgeiziges Ziel: Er will auch die anderen Bauern Mallorcas dazu bringen, so wie er umweltfreundlich und kostengünstig zu wirtschaften. So soll sich die Landwirtschaft auf Mallorca endlich wieder lohnen.


Autorin: Stephanie Eichler
Redaktion: Julia Kuckelkorn

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