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Sport

Zurück in der Weltspitze

Bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking enttäuschten die Deutschen noch mit zweimal Gold und einmal Bronze. Bei den Weltmeisterschaften in Rom meldeten sich die DSV-Schwimmer spektakulär zurück.

Britta Steffen strahlt nach ihrem Sieg (Foto: AP)

Dauerlächeln bei Britta Steffen

Insgesamt siebenmal Gold, viermal Silber und einmal Bronze, das ist die Bilanz der deutschen Schwimmer bei der WM 2009 in Rom. Damit belegen die DSV-Athleten den vierten Platz im Medaillenspiegel. Vor den Deutschen (7/4/1) konnten sich nur die USA (11/11/7), China (11/7/11) und Russland (8/8/4) platzieren.

Biedermann schlägt Phelps

Paul Biedermann reißt nach seinem Sieg die Arme hoch (Foto: AP)

Biedermann: Mit Weltrekord zum zweiten Titel

Der Höhepunkt aus deutscher Sicht war der sensationelle Sieg von Paul Biedermann im Duell gegen Superstar Michael Phelps. Der US-Amerikaner gewann im vergangenen Jahr in Peking alle seine Rennen. Er holte achtmal Gold. Über die 200 Meter Freistil ließ Paul Biedermann seinen Rivalen Phelps mit der Weltrekordzeit von 1:42,00 Minuten hinter sich.

Den Startschuss zum deutschen Medaillensegen im 50-Meter-Becken hatte Biedermann über 400 Meter Freistil gegeben. Auch da schwamm er schneller als je ein Schwimmer zuvor. Er nahm dem Australier Ian "Torpedo" Thorpe den Weltrekord ab und holte die erste DSV-Goldmedaille. Am letzten Wettkampftag führte Biedermann auch noch die Lagen-Staffel über 4 x 100 Meter mit Helge Meeuw, Hendrik Feldwehr und Benjamin Starke zu Silber, knapp hinter den USA.

Paul Biedermann beim Schwimmen, fotografiert von unten (Foto: AP)

Fast so schnell wie ein Fisch - Paul Biedermann

Steffen erfolgreichste Schwimmerin

Britta Steffen stand Biedermann in nichts nach. In Peking holte sie sich noch die beiden einzigen deutschen Goldmedaillen, jetzt konnte sie über 100 Meter und 50 Meter Freistil doppeltes WM-Gold holen, und das jeweils in Weltrekordzeit.

Steffen führte auch die 4 x 100-Meter-Freistilstaffel mit Daniela Samulski, Petra Dallmann und Daniela Schreiber zu Silber. Und auch das Lagen-Quartett mit Daniela Samulski, Sarah Poewe und Annika Mehlhorn führte Steffen zu Bronze. Damit war sie die erfolgreichste Schwimmerin in Rom.

Erfolgreich waren auch die Nachwuchsschwimmer im DSV-Team. Daniela Samulski über 50 Meter Rücken und Helge Meeuw über die 100 Meter Rücken rundeten die Erfolge als Silbermedaillengewinner ab.

Lurz und Maurer im Goldrausch

Thomas Lurz beißt auf seine Goldmedaille (Foto: AP)

Durfte gleich zweimal auf Gold kauen - Thomas Lurz

Auch die Langstreckenschwimmer gewannen Edelmetall. Über 25 Kilometer der Frauen im offenen Gewässer holte Angela Maurer Gold. Gleich zweimal konnte sich Thomas Lurz über einen ersten Platz freuen: Über die fünf und die zehn Kilometer Distanz ließ er die Konkurrenz jeweils im Endspurt hinter sich.

Fader Beigeschmack

Die Rekordflut in Rom war zwar Balsam auf die geschundene Seele der deutschen Schwimmer, es bleibt aber der fade Nachgeschmack der Ungewissheit. Zum einen wegen der Schwimmanzüge: Die neuen High-Tech-Anzüge sollen die nötigen Zehntel für die Medaillengewinner gebracht haben. Der internationale Schwimmverband will dem jetzt ein Ende setzen. Bereits bei den nächsten großen Wettkämpfen sollen die Schwimmer derartige Anzüge nicht mehr tragen dürfen.

Angela Maurer hält ihre Goldmedaille hoch (Foto: AP)

Mit Ausdauer zum WM-Titel - Angela Maurer

So bekommt wohl die gute alte Badehose ein Comeback, nicht länger als bis zum Knie soll sie sein. Die Lagenstaffel aus Tahiti war deswegen in Rom ins Rampenlicht geraten. Sportlich mit dem 39. Platz eher unauffällig, sprangen die Schwimmer aber noch mit ganz normalen Badehosen ins Becken.

Kritik gibt es auch wegen der kaum vorhandenen Dopingkontrollen. So wurden bei der WM keine Blutproben genommen. Eine zu große Versuchung für die, denen auch Doping als Mittel zum Erfolg recht ist.

Bei den Olympischen Spielen 2012 in London wird sich zeigen, wie gut die deutschen Schwimmer wirklich sind. Dann geht es ohne "Zauberanzug" an den Start, und es wird auch wieder Kontrollen der Blutwerte geben.

Autor: Lutz Udally
Redaktion: Sarah Faupel