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Fokus Osteuropa

Zunehmend Männer aus Belarus und der Ukraine Opfer von Menschenhandel

Immer mehr Männer aus der Ukraine und Belarus werden als Arbeitskräfte ausgebeutet. Die Internationale Organisation für Migration fordert Kiew und Minsk zu mehr Engagement im Kampf gegen den Menschenhandel auf.

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Die meisten Opfer schweigen

Der Handel mit Männern und Jungen aus der Ukraine und aus Belarus hat in den letzten Jahren immer größere Ausmaße angenommen. Das geht aus einem Bericht der Internationalen Organisation für Migration (IOM) hervor. Deren Zahlen zufolge sind 28 Prozent der Opfer von Menschenhandel aus Belarus inzwischen Männer. In der Ukraine handelt es sich bei 17 Prozent der dokumentierten Fälle von Menschenhandel um Männer.

Ausbeutung von Arbeitskraft

Die IOM-Studie basiert auf Umfragen unter Opfern von Menschenhandel. Aus ihr geht hervor, dass Männer aus der Ukraine und aus Belarus vor allem mit dem Ziel angeworben werden, sie als Arbeitskräfte in Russland, in der Türkei, aber auch in Staaten der Europäischen Union und des Nahen Ostens auszubeuten. Die Expertin der Vertretung der IOM in der Ukraine, Tetjana Iwanjuk, betont zugleich, dass männliche Jugendliche und Minderjährige von Menschenhändlern nach wie vor in erster Linie für sexuelle Dienstleistungen und Bettelei missbraucht würden.

Wirtschaftliche Not in der Heimat

Am häufigsten werden minderjährige Ukrainer und Belarussen in Russland ausgebeutet. Mit jedem Jahr steige die Zahl der Opfer, stellt die IOM-Mitarbeiterin in der Ukraine fest. "Männer suchen meist nicht offen nach Hilfe. Sie geben selten zu, Opfer von Menschenhandel geworden zu sein. "Dennoch sind inzwischen ein Viertel aller Opfer, die sich an uns wenden, Männer. Sie mussten meist in Fabriken, als Holzfäller oder Seemänner arbeiten", erläuterte Iwanjuk.

Der IOM-Studie zufolge berichten die Opfer, wirtschaftliche Schwierigkeiten in der Heimat sowie der Wunsch, die eigene Familie finanziell zu unterstützen, seien Grund dafür gewesen, nach Arbeit im Ausland zu suchen. Dabei seien sie dann in die Fänge von Menschenhändlern geraten. Die meisten Opfer sind zwischen 20 und 40 Jahre alt und haben einen mittleren Ausbildungsabschluss.

IOM verlangt Maßnahmen

Die IOM fordert die Regierungen der Ukraine und von Belarus auf, stärker gegen Menschenhandel vorzugehen. Die Expertin der IOM-Vertretung in der Ukraine unterstreicht, die Gesetzgebung in der Ukraine sei fortschrittlich, und es gebe auch Programme zur Bekämpfung von Menschenhandel. Allerdings würden die staatlichen Mittel für eine Umsetzung der Gesetze und Programme nicht reichen. Die meisten Projekte würden nur mit Spenden finanziert.

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