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Wirtschaft

Zum Jahreswechsel sinkt die Kauflaune

Die Deutschen haben Angst vor der Arbeitslosigkeit und höheren Energiekosten. Deshalb verschlechtert sich das Konsumklima. Trotz Weihnachten: Die Verbraucherstimmung kühlt sich zum Jahresende weiter ab.

Einkauf an der Fleischtheke (Foto: DW)

Darf es ein bisschen mehr sein?

Die Verbraucher gehen mit gedämpfter Kauflaune ins neue Jahr: Wie die Nürnberger Marktforscher der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) am Dienstag (22.12.2008) feststellten, haben vor allem steigende Energiepreise das Konsumklima im Dezember belastet. Hinzu kommt, dass die Bürger aus Angst vor schlechteren Zeiten auf dem Arbeitsmarkt ihr Geld verstärkt sparen statt es auszugeben. Um 0,3 Punkte soll das Konsumklima nach Meinung der GfK-Experten im Januar 2010 gegenüber dem Dezember 2009 absinken.

"Viele, die jetzt noch in Kurzarbeit sind, machen sich natürlich Sorgen, wie es weitergeht. Dazu kommt, dass die großen Anschaffungen getätigt sind - der Abwrackprämie sei Dank. Wir sind daher skeptisch, was den privaten Konsum im kommenden Jahr angeht und erwarten einen Rückgang um 0,8 Prozent", kommentiert Ulrike Kastens, Analystin der Privatbank Sal. Oppenheim, den Rückgang des Konsumklimaindexes. Für sie ist klar: "Die guten Zeiten liegen eindeutig hinter uns. Es gilt, was in den vergangenen Monaten auch schon galt - die Krise wird auf dem Arbeitsmarkt ankommen". Sie rechne daher mit einem deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit - und das werde sich negativ beim Konsumklima bemerkbar machen.

Geld wird auf die hohe Kante gelegt

Sparschwein mit einem Bundesadler auf der Nase (Foto: Chromorange)

Aus Angst vor Krisen sparen die Deutschen ihr Geld

Auch nach Ansicht der Nürnberger Konsumforscher legen die Bürger aus Angst vor schlechteren Zeiten auf dem Arbeitsmarkt ihr Geld verstärkt auf die hohe Kante, anstatt es auszugeben. Damit verschlechtert sich das Konsumklima bereits zum dritten Mal in Folge. Sollte diese Entwicklung anhalten, so werde es für den privaten Konsum im Jahr 2010 schwieriger werden als in diesem Jahr, warnte die GfK. Noch 2009 sei der private Verbrauch mit einem Zuwachs von etwa 0,5 Prozent die wesentliche Stütze der Konjunktur gewesen. Doch obwohl die Konjunkturerwartung sich im Dezember sogar stabilisierte und die Bürger mit einer optimistischeren Einkommenentwicklung rechneten, kauften sie weniger ein.

Unter den Deutschen macht sich Ernüchterung breit

Geldübergabe an der Scannerkasse (Foto: AP)

Die Lust am Shoppen sinkt

"Unter den Verbrauchern macht sich Ernüchterung breit. Die Abwrackprämie ist ausgelaufen, die Regierung steckt mehr oder weniger in der Zwangsjacke der Krisenschulden. Zudem sind die Wachstumsprognosen verhalten für das kommende Jahr" resümiert Sebastian Wanke, Analyst von der Deka-Bank. Das Wachstumsbeschleunigungsgesetz und die damit verbundenen Steuersenkungen machten sich zwar in den Einkommenserwartungen bemerkbar. Die Verbraucher trauten dem Ganzen aber nicht.

Autor: Marcus Bölz (dpa, AFP, AP)
Redaktion: Sabine Faber

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