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Kultur

Zum 90. Geburtstag: Ein "Best of" feiert das Lebenswerk von Harry Belafonte

"When Colors Come Together" heißt die CD mit den berühmtesten Songs von Harry Belafonte. Der Mann hat mit seinem Calypso-Sound nicht nur Musikgeschichte geschrieben, sondern ist auch ein prominenter Aktivist.

Sänger, Schauspieler, Entertainer - und ein Kämpfer für Frieden und Menschenrechte: Harry Belafonte steht nicht nur für den luftig-leichten Calypso-Sound, der in den 1950er Jahren die Musikwelt erobert hat, sondern auch für seinen tatkräftigen Einsatz im Kampf gegen Rassendiskriminierung, Ausgrenzung, Hunger und Armut. 

Er selbst kommt als Sohn eines Matrosen von der Karibikinsel Martinique und einer jamaikanischen Hilfsarbeiterin im New Yorker Stadtteil Harlem zur Welt. Der Vater trinkt oft und schlägt seine Kinder, manchmal sogar krankenhausreif. Schließlich verlässt er die Familie, die Mutter kehrt mit Harry und seinen Geschwistern in die Karibik zurück, liefert ihn bei der Großmutter ab und gibt ihm folgende Worte mit: "Lass keinen Tag vergehen, an dem du nicht die Gelegenheit ergreifst, für Gerechtigkeit zu kämpfen". 

Jahre später kehrt Harry Belafonte nach New York zurück, geht zur High School und will im Theater auftreten. Keine gute Idee im Amerika der 50er Jahre, wo Rassentrennung herrscht und Schwarze nicht gern im Rampenlicht gesehen werden. Aber er lässt sich nicht beirren, tritt weiter auf, beweist seine Entertainer-Fähigkeiten und wird schließlich für einen renommierten Jazz-Club engagiert.

Kometenhafte Karriere

Dann geht alles sehr schnell: Die erste Filmrolle in "The Bright Road" (1954), ein Jahr später der Durchbruch als Schauspieler in "Carmen Jones". Der erste Plattenvertrag folgt. Sein Song "Mathilda" wird direkt ein Hit. 1956 erscheint das Album "Calypso", das sich mehr als eine Million Mal verkauft - ein Erfolg, der an ein Wunder grenzt für einen schwarzen Musiker in jener Zeit. Fortan ist er der "King of Calypso". Der "Banana Boat Song" macht ihn schon in jungen Jahren zur musikalischen Ikone.

Belafonte nutzt seinen Erfolg um zu zeigen, dass er auch als Popstar eine klare politische Haltung gegen Rassismus und Diskriminierung hat. 1957 dreht er den Film "Island in the Sun" - eine Liebesgeschichte zwischen einem schwarzen Mann und einer weißen Frau. Ein regelrechter Skandal. Auch im echten Leben setzt er sich über Rassenschranken hinweg und heiratet eine Weiße. 

Harry Belafonte Island in the Sun (picture-alliance/Mary Evans Picture Library)

Joan Fontaine und Harry Belafonte in "Island in the Sun" (In Deutschland: "Heiße Erde")

Botschafter für Frieden und Gerechtigkeit

Harry Belafonte ist immer mehr als der stets gut aussehende Sänger mit der weichen Stimme und den 150 Millionen verkauften Tonträgern gewesen, auch mehr als ein erfolgreicher Schauspieler. Er ist unbequem und setzt sich ohne Rücksicht auf seine Karriere immer wieder für Menschenrechte ein. Er kämpft für Minderheiten wie Schwarze und Indianer in der USA, unterstützt Aktionen gegen die Apartheid in Südafrika, protestiert gegen den Vietnamkrieg, gegen das atomare Aufrüsten in den 1980er Jahren. Und er setzt seine Popularität ein, um sich gegen Armut und Hunger in der Welt zu engagieren und wird schließlich zum UNICEF-Botschafter ernannt.

Zu seinem 90. Geburtstag am 1. März 2017 ist eine umfassende Werkschau mit Belafontes berühmtesten und wichtigsten Songs erschienen. Die CD trägt den Titel "When Colors Come Together - The Legacy of Harry Belafonte". Sämtliche Titel hat Belafonte persönlich ausgesucht. Es war ihm wichtig, dass bei der Auswahl auch Lieder darunter sind, in denen sein soziales Engagement in der Musik mitschwingt. 

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