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Fußball

Zukunftspreis für Bundestrainer Löw

Bei einer Feier im alten Bundestagsgebäude in Bonn hat Joachim Löw den Zukunftspreis 2009 erhalten. Der Fußballbundestrainer erhielt die Auszeichnung aber nicht im Vorgriff auf die WM in Südafrika.

Bundestrainer Löw mit dem Preis, im Hintergrund der Bundesadler (Foto: AP)

Ausgezeichnet: Löw

Mit "Siyahamba", einem südafrikanischen Volkslied, stimmte ein Kinderchor Joachim Löw auf seine nächste große Aufgabe ein: die WM in Südafrika. Zukunftsmusik gewissermaßen, schließlich sind es noch viereinhalb Monate bis dahin. Den Zukunftspreis 2009 erhielt Löw aber nicht als Vorschuss für das erhoffte Abschneiden der Fußballnationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft. "Zukunft und Joachim Löw, das passt zusammen", erklärte der frühere Intendant des Westdeutschen Rundfunks, der die Laudatio vor über 500 geladenen Gästen im alten Bonner Plenarsaal hielt. Der Bundestrainer führe mit Entschiedenheit fort, was Jürgen Klinsmann mit ihm als Assistenten begonnen habe. "Mit neuen Ideen, neuen Methoden, neuen Spielern und einem neuen Trainerstab. Realer und reeller wird Zukunft selten angegangen", meinte Fritz Pleitgen.

Fußball als Lebensschule

Bundestrainer Löw mit NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (Foto: AP)

Rüttgers und Löw

Die Auszeichnung wird seit 1997 von der "Initiative Forum Zukunft" verliehen. Frühere Preisträger waren unter anderen Bundeskanzlerin Angela Merkel, EU-Kommissionspräsident Josè Manuel Barroso und Franz Beckenbauer. "Joachim Löw lebt jene Werte, die den Fußball zur Lebensschule machen. Fairplay, Freundschaft, Teamgeist", sagte Jürgen Rüttgers. Der Ministerpräsident Nordrhein-Westfalens war 1997 der erste Preisträger und gehört inzwischen dem Kuratorium der Initiative an.

Auch im Namen der Jugendtrainer

Joachim Löw, der Gelobte und Geehrte hörte sich derweil die Reden auf der früheren Regierungsbank an: "Ich saß an den Plätzen, wo früher immer der Bundeskanzler, der Außenminister und der Finanzminister saßen. Das hat schon auch etwas Historisches", meinte der Bundestrainer hinterher schmunzelnd. Er sei schon ein bisschen stolz auf den Zukunftspreis, gestand Löw. Er nehme ihn aber nicht nur für sich, sondern auch stellvertretend für die vielen Trainer im Nachwuchsbereich entgegen, "da wo man nicht an Titeln, Erfolgen oder Meisterschaften gemessen wird, sondern daran, welche Werte man den Jugendlichen vermittelt. Dass ich ein wichtiger Teil dieser Trainer bin, macht mich stolz."

"Wir repräsentieren ein ganzes Land"

Bundestrainer Joachim Löw unterhält sich beim Training mit Stürmer Miroslav Klose (Foto: dpa)

Löw will auch Werte vermitteln

Werte vermitteln will der Bundestrainer auch seinen Nationalspielern: "Authentisch sein, offen und ehrlich." Die Spieler sollten eine gewisse Toleranz mitbringen und "down to earth, also auf dem Boden bleiben. Sie sollen nicht glauben, sie sind etwas ganz Besonderes, nur weil sie gut Fußball spielen können." Dazu gehöre mehr, als nur gegen den Ball zu treten. Fußballer und Trainer, so Löw, seien auch Vorbilder. Das gelte besonders für die Nationalmannschaft. "Wir repräsentieren ein ganzes Land, vor allem im Ausland." Da sei nicht nur das Verhalten untereinander, sondern auch gegenüber anderen Kulturen und Mentalitäten wichtig.

Ruhe im Sturm

Oliver Neuville lässt sich 2006 im FIFA-WM-Stadion München beim Abschlusstraining für das Achtelfinale von Regisseur Sönke Wortmann die Video-Kamera erklären (Foto: dpa)

Sönke Wortmann 2006 mittendrin

Unten den Gästen war auch Hollywood-Schauspieler Ralf Möller. Der frühere Weltmeister im Bodybuilding hält Joachim Löw für einen würdigen Preisträger: "Mir gefällt seine Ruhe, auch wenn es mal richtig stürmt. Er steht hinter der Mannschaft und die Fußballer wissen, dass sie sich auf ihn verlassen können. Den Zukunftspreis verdient er." Das findet auch Regisseur Sönke Wortmann, der bei der WM 2006 die Nationalmannschaft mit der Kamera begleitet und daraus den Kinofilm "Deutschland, ein Sommermärchen" gemacht hatte: "Fußball ist eine wichtige Sache in Deutschland, und so wie Löw sie anpackt, ist es zukunftsträchtig."

Ganz weit vorne

Natürlich wurde der Bundestrainer nicht entlassen, ohne nach seiner Prognose zum Abschneiden seiner Mannschaft bei der WM gefragt zu werden. Mit seiner grinsend vorgetragenen Antwort erntete Joachim Löw Lacher und Applaus: "Wenn wir im Turnier die letzten vier Spiele gewinnen, dann können wir Weltmeister werden." Das, so Löw, sei aber auch wirklich der Anspruch, mit dem er und sein Team nach Südafrika gingen. Ein bisschen Glück gehöre aber dazu. Der Kinderchor gab dem Bundestrainer noch musikalisch mit auf den Weg, wo die deutsche Mannschaft bei der WM landen soll. Titel ihres Liedes: "Ganz weit vorne".

Autor: Stefan Nestler
Redaktion: Olivia Fritz

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