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Aktuell Deutschland

"Zukunftsatlas": München Spitze - Ost-Großstädte holen auf

Alle drei Jahre untersucht der "Zukunftsatlas", wie die Regionen für die kommenden Herausforderungen gewappnet sind. Die Region München belegt erneut den Spitzenplatz. Doch es gibt auch überraschende Auf- und Absteiger.

München - Marienplatz (Foto: picture-alliance)

Münchner Marienplatz

Wo boomt die Wirtschaft, wo gibt es gute Jobs und wo ist die Lebensqualität besonders hoch? Unter den Top Ten der Studie 2016 des Berliner Prognos-Instituts, die 402 kreisfreie Städte und Landkreise in Deutschland untersucht, finden sich abgesehen von Wolfsburg nur Kandidaten südlich des Mains. Der Landkreis und die Stadt München sind seit der Erstauflage des "Zukunftsatlas" im Jahr 2004 nicht zu schlagen: Sie belegen erneut die Spitzenplätze als zukunftsfähigste Regionen Deutschlands, gefolgt von Ingolstadt und dem Landkreis Böblingen im Einzugsgebiet von Stuttgart.

Verlierer auch im Westen

Doch ostdeutsche Großstädte holen stark auf: Ihre ökonomischen Zukunftsaussichten verbessern sich deutlich, während große Teile Ostdeutschlands weiter zurückfallen. Der Aufstieg im Ranking betrifft demnach neben den Hoffnungsträgern Dresden und Potsdam vor allem Leipzig, das sich seit 2004 im Regionen-Ranking um fast 200 Plätze verbesserte - von Platz 334 auf Platz 137. Auch Weimar und Chemnitz holen auf. Der größte Aufsteiger ist demnach Berlin: Im Vergleich zum Zukunftsatlas 2013 konnte die Hauptstadt 110 Plätze gut machen und landete jetzt auf Platz 114.

Nach wie vor düster sind die Aussichten laut der Studie allerdings für viele ländliche Regionen in Ostdeutschland. Schlusslicht des Rankings ist der Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt, gefolgt von acht weiteren Kreisen im Osten.

Nicht nur der Osten wird von starken Regionen in Süddeutschland abgehängt, sondern auch Kreise in West- und Norddeutschland, so das Ergebnis der Untersuchung. So landet der niedersächsische Kreis Lüchow-Dannenberg auf einem der hintersten Plätze (Rang 393).

Absteiger ist unter anderem auch der Landkreis Kaiserslautern, der von einst Rang 85 auf mittlerweile Platz 309 abrutschte. Zu den Verlierern in den vergangenen drei Jahre zählen auch die nordrhein-westfälischen Kommunen Mülheim an der Ruhr (minus 114 Plätze) und Leverkusen (minus 107 Plätze). Andere Gebiete wie der baden-württembergische Landkreis Calw und der Rhein-Lahn-Kreis in Rheinland-Pfalz verbesserten sich überraschend deutlich.

Dem Norden und Westen gelinge es nach wie vor nicht, an den starken Süden aufzuschließen, erklärte Prognos-Projektleiter Peter Kaiser. "Das doppelte Gefälle zwischen West und Ost sowie Süd und Nord bleibt unverändert." Das wirtschaftliche Wachstum der vergangenen Jahre habe in Deutschland nicht zu einem Ausgleich der Disparitäten beigetragen, sondern die bestehenden Ungleichgewichte verschärft, so die Studie.

"Teufelskreis"

Die Absteiger befänden sich in einem "Teufelskreis" aus hoher Verschuldung, hoher Arbeitslosigkeit und hohen Soziallasten, sagte Projektleiter Kaiser. Gering sind der Studie zufolge auch die Zukunftschancen in ländlichen Randlagen fernab der Metropolen - zum Beispiel in Vorpommern, der Eifel oder im Bayerischen Wald. "Die jungen Leute gehen weg, und nur wenige kommen nach der Ausbildung zurück. Die Bevölkerung sinkt", erklärt Kaiser. Ländliche Region bedeute allerdings nicht automatisch chancenlos - vor allem nicht, wenn sie im erweiterten Speckgürtel einer Großstadt liege.

Für die Studie untersucht Prognos alle drei Jahre die wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit der 402 kreisfreien Städte und Landkreise. Dabei werden 29 Indikatoren zur Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft der Wirtschaft, zur Konjunktur- und Arbeitsmarktlage sowie zur demografischen Lage.

qu/uh (dpa, afp)