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Landwirtschaft

Zukunft von Glyphosat in Europa weiter ungewiss

Die Europäische Union hat die Entscheidung abermals vertagt, ob Glyphosat weiterhin zugelassen werden soll. Um das Unkrautvernichtungsmittel tobt seit Jahren ein Streit auf politischer wie auf wissenschaftlicher Ebene.

Belgien Proteste gegen Glyphosat (Getty Images/AFP/J. Thys)

Aktivisten auf einer Anti-Glyphosat-Demonstration im Mai

Die EU ringt um eine klare Linie zum umstrittenen, vor allem in der Landwirtschaft eingesetzten Herbizid. Die Entscheidung über eine Neuzulassung wurde erneut vertagt. Der zuständige Expertenausschuss der EU-Mitgliedstaaten habe anders als zuvor angekündigt keine Abstimmung abgehalten, erklärte eine Kommissionssprecherin am Mittwoch in Brüssel. Stattdessen will die Kommission in den nächsten Wochen "weiter mit den Mitgliedstaaten an einer Lösung arbeiten, die größtmögliche Unterstützung hat". 

In dem Expertengremium, dem sogenannten PAFF-Komitee, gab es bis kurz vor der Sitzung keine klaren Mehrheitsverhältnisse. Die Bundesregierung war sich nicht einig, so dass sie sich wohl hätte enthalten müssen.

Verfahren über Neuzulassung läuft schon seit 2012

Die bisherige Zulassung für Glyphosat in Europa läuft Ende des Jahres aus. Wird sie nicht erneuert, muss das Mittel vom Markt genommen werden. Die EU-Kommission hatte ursprünglich die weitere Zulassung für zehn Jahre beantragt, war aber am Dienstag auf einen Vorschlag von fünf bis sieben Jahren zurückgegangen. Zuvor hatte das Europaparlament ein Verbot des Mittels bis 2022 gefordert.  

Glyphosat wurde vom US-Konzern Monsanto entwickelt und wird weltweit massenhaft eingesetzt. Doch es steht im Verdacht, Krebs zu erregen und die Umwelt zu belasten. Den positiven Stellungnahmen der europäischen Chemikalienagentur (ECHA) und der europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) steht vor allem ein Urteil der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) gegenüber, die Glyphosat als "wahrscheinlich krebserzeugend bei Menschen" eingestuft hat.

ie/ww (epd, dpa)

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