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Wirtschaft

Zukunft des Transrapids umstritten

Bei dem Unfall auf der Teststrecke im Emsland sind 23 Menschen ums Leben gekommen. Trotz dieses tragischen Rückschlags wollen Staat und Industrie an der Magnet-Schwebebahn festhalten.

Trümmerteile des Transrapid

Bergungsarbeiten nach dem Unfall auf der Transrapid-Versuchsstrecke in Lathen

Das in München geplante Transrapid-Projekt soll trotz der Tragödie auf der Test-Strecke in Lathen gebaut werden, sagte der bayerische Wirtschaftsminister Erwin Huber (CSU) am Montag (25.9.) in Berlin. Das Sicherheits-Konzept für die Münchener Strecke sei auf einem anderen technischen Niveau: "Es ist bereits ein integriertes Sicherheitssystem vorgesehen, in das alle Fahrzeuge eingebunden sind, die sich auf dieser Strecke bewegen, so dass von einer höheren Sicherheit ausgegangen werden kann."

Unabhängiges Gutachten bestellt

Wolfgang Tiefensee zum Transrapid Unglück

Bundesverkehrminister Wolfgang Tiefensee an der Unglücksstelle

Um Lehren aus dem Unglück in Lathen vom 22. September zu ziehen, wollen der Bund und der Freistaat Bayern ein unabhängiges Gutachten in Auftrag geben. Darauf verständigte sich Huber mit dem Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD): "Dieser unabhängige Gutachter soll die Untersuchungen aus Lathen heranziehen, um sie auf ihre Relevanz für das Projekt in München zu untersuchen. Er soll Handlungsempfehlungen, Hinweise und Anforderungen geben", so Tiefensee.

Spätestens in acht Wochen soll das Gutachten vorliegen. Bayerns Wirtschaftsminister Huber stellt sich darauf ein, dass die geplante kommerzielle Strecke zwischen der Münchener City und dem Flughafen teurer werden könnte, wenn das Sicherheitskonzept überarbeitet werden muss.

Finanzierungsschwierigkeiten

Unabhängig davon könnten sich Verhandlungen über die Finanzierung des auf 1,85 Milliarden Euro veranschlagten Projekts schwierig gestalten. Zugesagt ist lediglich die Hälfte der benötigten Summe. Im Bundes-Haushalt sind 550 Millionen Euro berücksichtigt, Bayern und die Deutsche Bahn wollen jeweils 185 Millionen beisteuern.

Ginge es nach den Grünen, sollte der Transrapid in Deutschland überhaupt nicht kommerziell betrieben werden. Der verkehrspolitische Sprecher der Bundestagsfraktion, Winfried Hermann, begründete diese Forderung mit Sicherheitsaspekten und finanziellen Risiken. Die Technologie sei doppelt so teuer wie normale Schienen-Projekte.

Beeinflusst der Unfall den Transrapid-Ausbau in China?

Derweil gehen die Transrapid-Betreibergesellschaft sowie die beteiligten Unternehmen Thyssen-Krupp und Siemens davon aus, den Transrapid weiterzuentwickeln. Ob sie damit weiterhin in China zum Zuge kommen, wo es seit drei Jahren die weltweit erste kommerzielle Strecke gibt, soll nach einem Bericht der Zeitung "Die Welt" allerdings fraglich sein. Demnach wollten die chinesischen Behörden in der kommenden Woche über die Zukunft des Projekts beraten.

Dagegen hält Schanghai nach Angaben des chinesischen Entwicklungszentrums an der Technologie fest. Der Unfall in Deutschland werde zwar Auswirkungen haben, aber die Entwicklung der Schwebebahn in der chinesischen Metropole nicht behindern, erklärte am Montag Chang Wensen vom Forschungszentrum der Nationalen Universität für Verteidigungstechnologie. In Schanghai fährt auf einer 30 Kilometer langen Strecke weltweit der einzige kommerziell betriebene Transrapid. Die Ausweitung bis in die rund 200 Kilometer entfernte Stadt Hangzhou ist geplant.

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