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Kultur

Zuhause ist Leben

Maggie Barankitse und ihr Waisenhaus "Maison Shalom" in Burundi erhielt in diesem Jahr den "Kindernobelpreis". Eine Jury von zwölf Kindern aus aller Welt hat das Projekt ausgewählt.

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In "Maison Shalom" in Burundi leben 300 Hutu- und Tutsi-Kinder, die nach den Massakern an ihren Eltern ihr Zuhause verloren haben. Maggie Barankitse begann vor zehn Jahren, Kinder aus den Kriegswirren ihres Landes zu retten. Damals beschützte sie, selbst vom Stamm der Tutsi, 25 Hutukinder vor den Tutsimilizen der burundischen Regierung. Seitdem versucht sie mit nunmehr 100 Mitarbeitern, Kinder von der Straße zu holen, Angehörige ausfindig zu machen oder die Kinder in Heimen unterzubringen.

Neue Häuser sollen gebaut werden

Finanziert wird die Arbeit unter anderem vom Caritasverband und von der UN-Kinderhilfsorganisation Unicef. Auch das Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit trägt zur Arbeit bei. Dennoch weiß die Hauptpreisträgerin Maggie Barankitse bereits, wofür sie die Preissumme von umgerechtet 50.000 Euro verwenden wird: "Ich möchte neue Häuser bauen. Mit weiteren Häusern kann ich Kindern, die jetzt noch auf der Straße leben, ein Zuhause bieten", sagt sie entschlossen. Denn: "Sagen zu können: Ich gehe nach Hause! ist sehr wichtig für den Selbstwert von Menschen."

Den Kindernobelpreis zu bekommen, bedeute mehr als nur Geld, sagt Maggie Barankitse. "Es ist eine Ermunterung in all den Schwierigkeiten. Aber für mich hat er auch eine symbolische Bedeutung: Die ganze Gesellschaft erkennt damit das Leiden von Kindern in Burundi an." Verliehen werden die Preise von der schwedischen Organisation Children's World, einem Zusammenschluss mehrerer karitativer Vereine, darunter Save the Children und das Rote Kreuz. Auch die schwedische Regierung unterstützt das Projekt.

Kinder aus aller Welt haben das Sagen

"Children's World wurde gegründet, nachdem Schweden die Kinderkonvention der Vereinten Nationen unterzeichnet hatte", berichtet Laura Hannant, Vorsitzende der Kinderjury. "Die Organisation rief den Preis ins Leben, zum einen, um Kindern eine Möglichkeit zu geben, miteinander zu sprechen, zum anderen aber auch als Instrument, um über Demokratie und die Rechte von Kindern zu informieren."

Die 17-jährige Laura Hannant aus Kanada begann vor acht Jahren, für die Rechte von Kindern in der dritten Welt zu arbeiten. Damals traf sie Mutter Teresa in Indien. Jedes Kind in der Jury repräsentiert sich selbst und eine Gruppe von Mitstreitern oder Leidensgenossen, erklärt Laura. "Ideal wäre, wenn alle Kinder auf der Welt die Preisträger wählen könnten, aber wir sehen ein, dass das nicht geht", ist sie realistisch. "Deshalb setzen wir eine Jury zusammen, die alle Kinder repräsentiert, unter anderem Gruppen wie Kindersoldaten, Kinderarbeiter, Straßenkinder, behinderte Kinder, Kriegsopfer."

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