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Zuhause im Eigenheim

Ein Haus ist das Gebäude, in dem jemand wohnt, es kann einem bestimmten Zweck dienen. Aber auch eine Gruppe von Menschen kann ein Haus sein, und ohne Häuser wäre die Menschheitsgeschichte wahrscheinlich anders verlaufen.

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Zuhause im Eigenheim

„Huus", so heißt das Haus im Rheinland und in Norddeutschland. Doch „hûs" ist auch ein althochdeutsches Wort, das noch mehr bedeutet als Wohngebäude. „Hûs" ist „das Bedeckende", also alles, was schützt oder umhüllt. Auch „hut" hatte eine ähnliche Bedeutung. Daraus entstanden Worte wie „Hütte", also ein kleines Haus, aber auch das „Hüten" oder die „Haut". Die umhüllt ja schließlich auch etwas. Auch der Hut gehört in diese Wortfamilie, womit wir wieder beim Bedeckenden wären.

Jede Menge Wohnhäuser

Pfahlbauten-Museum am Bodensee (picture-alliance/dpa)

Pfahlbauten gab es schon vor 7000 Jahren

Natürlich waren die Höhlen, in die sich die Nomaden der Steinzeit zurückzogen, wenn das Wetter gar zu ungemütlich war, auch schon irgendwie Häuser. Doch erst als die Menschen mit Ackerbau und Viehzucht begannen, so ungefähr vor 12.000 Jahren, fingen sie an, Behausungen zu bauen.

Auf die einfachen Hütten aus Holz und Lehm folgten Pfahlbauten und Langhäuser, später dann Steinhäuser und die mittelalterlichen Fachwerkhäuser. In diesen Häusern waren die Menschen „zu Hause".

Ein wenig Rechtschreibung gefällig?

Wortbildungen mit „-haus" oder „-hause" – beides ist möglich – werden mal klein, mal groß, mal zusammen, mal auseinander geschrieben. Der Satz: „Dort, wo ich zu Hause bin, ist mein Zuhause" ist richtig.

Richtig kann aber auch sein: „Dort, wo ich zu Haus' bin, ist mein Zuhaus'". Außerdem heißt es mal „zu Hause" und mal „zu Haus". Schwierig! Kein Wunder, dass mancher schon mal auf den Begriff „daheim" ausweicht, auch wenn das wohl eher in Süddeutschland passiert.

Komposita reichlich!

Stilles Örtchen im Wald (picture-alliance/dpa/P. Steffen)

Ein „Scheißhaus" im Grünen

Zurück in die Geschichte des Hausbaus. Der Gutsherr wohnte im Herrenhaus, die Knechte im Gesindehaus, der Bauer im Bauernhaus. Diese Komposita oder Doppelwörter beschreiben genauer, wer in einem Haus wohnt, manchmal auch, wie es beschaffen ist oder welchem Zweck es dient.

Das Gartenhaus steht im Garten, im Ferienhaus wird Urlaub gemacht, das Mehrparteienhaus enthält mehrere Wohnungen mit mehreren Mietern, also Mietparteien, das Reihenhaus steht mit vielen anderen Häusern entlang einer Straße, und, da wären dann auch noch die zweckgebundenen Gebäude wie das Krankenhaus, das Rathaus und nicht zuletzt das Scheißhaus, ein vulgärer Ausdruck für eine Toilette.

Hausrecht und Hausfrieden

Hausmeister prüft die Heizung (picture-alliance/Arco Images/Rudolf)

Ein Hausmeister muss sich um alles kümmern – manchmal auch um die Heizung

Wahrscheinlich seit es Häuser gibt unterscheiden Menschen in drinnen und draußen, in mein und dein, in dazugehören und nicht dazugehören. Zum Beispiel gibt es das Hausrecht, das Recht innerhalb des eigenen Hauses darüber zu bestimmen, was getan wird und was nicht. Wer sich nicht daran hält, der muss das Haus verlassen, wird „vor die Tür“ oder „an die Luft gesetzt“.

Wer ein Haus betritt, obwohl es ihm verboten wurde, oder das Haus nicht verlässt, obwohl er oder sie dazu aufgefordert wurde, der begeht Hausfriedensbruch. Auch die Hausordnung, die sich eine Hausgemeinschaft gibt, ist rechtlich verbindlich. Der Hausmeister hingegen ist nicht der Chef des Hauses, sondern ein Angestellter, der im Auftrag der Hausverwaltung kleinere Reparaturen ausführt.

Hohes Haus

Ein Wirt zapft Bier (picture-alliance/dpa/R. Weihrauch)

Wenn der Wirt einen ausgibt, geht die Runde „aufs Haus"

Ein Haus kann aber auch eine Gruppe von Menschen sein. Wenn auf der Speisekarte steht: „Unser Haus empfiehlt heute den Gänsebraten", oder wenn der Wirt nach dem Essen im Restaurant einen Schnaps hinstellt und sagt: „Der geht aufs Haus", dann ist in beiden Fällen die Gesamtheit der Mitarbeiter des Restaurants gemeint.

Auch Banken sprechen von sich und ihren Mitarbeitern gerne als „das Haus" oder „Unser Haus". Gruppen von Abgeordneten eines Parlaments werden ebenfalls als „Haus" bezeichnet. Und wenn ein Redner im Bundestag besonders würdevoll klingen will, beginnt er seine Rede vielleicht mit „Hohes Haus ...".

Haus und Heim

„Von Haus aus“ ein guter Redner sein, muss er allerdings nicht. Da hilft vielleicht ein Rhetorikkurs. Und ob er eine Spielernatur ist, „Haus und Hof", sein Eigenheim, „verspielen" kann? Wer weiß das schon. „Hausbacken", langweilig, sieht er nicht gerade aus. Zutrauen könnte man es ihm. Egal. Mein Name ist Matthias Klaus. Und ich gehe jetzt nach haus', oder nein, bevor ich das wieder falsch schreibe, geh ich doch lieber heim.

 

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