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Wirtschaft

Zugsparten von Siemens und Bombardier vor Fusion?

Siemens und Bombardier versuchen offenbar erneut ihre Bahnsparten zu verschmelzen. Beide Konzerne sollen Gespräche über ein zehn Milliarden Euro schweres Gemeinschaftsunternehmen führen.

Frankreich Crespin Bombardier Regio 2N electric Doppeldecker Zug (Reuters/B. Tessier)

Für die französische Staatsbahn produzierter Bombardier-Doppeldeckerzug (Archivbild)

Die Gespräche liefen schon seit Jahresbeginn und seien weit fortgeschritten, berichten die Nachrichtenagenturen Bloomberg und Reuters unter Berufung auf Insider. Zu klären seinen unter anderem noch technische Fragen: So wollten beide Partner die Gemeinschaftsfirma voll in die eigene Bilanz einbeziehen. In einem möglichen Gemeinschaftsunternehmen würde Bau von Zügen und die Signaltechnik zusammengefasst. Sprecher von Siemens und Bombardier wollten sich zu den Berichten nicht äußern.

Kartellbehörde müsste zustimmen

Ein Zusammenschluss der Bahnsparten von Siemens und Bombardier würde kartellrechtliche Zustimmungen benötigen. Zudem wird mit massivem Widerstand der Gewerkschaften gerechnet, da im Falle einer Fusion mit massivem Stellenabbau zu rechnen ist.

Berlin InnoTrans Messe Siemens Mobility Desiro City (Reuters/T. Peter)

Moderne Zugtechnik: Cockpit eines Desiro City von Siemens (Archivbild)

Bereits 2015 hatte es Spekulationen über eine Zusammenlegung der Bahngeschäfte des deutschen Technologiekonzerns und des kanadischen Bahn- und Flugzeugherstellers gegeben. Damals hatte Bombardier Verhandlungen dementiert. Daneben hatte Siemens bereits erfolglos versucht, sein Bahngeschäft mit der französischen Alstom zusammenzulegen. Die westlichen Eisenbahntechnikhersteller leiden unter zunehmenden Konkurrenzdruck aus China - wo sie zum Teil selbst mit Technologietransfers halfen, Rivalen aufzubauen.

Probleme und Stellenabbau bei Bombardier

Bombardier hatte zuletzt mit niedrigen Renditen und technischen Problemen zu kämpfen. Die Zugsparte des kanadischen Flugzeug- und Bahnkonzerns hatte angekündigt, weltweit 5000 Arbeitsplätze zu streichen. Unklar ist, wie stark dies die deutschen Standorte mit aktuell 8500 Beschäftigten trifft. Bombardier hatte erst im vergangenen Jahr 1430 Arbeitsplätze in Deutschland abgebaut. Das Management will seine Pläne im Juli offenlegen.

ww/jj (dpa, rtr)

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