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Kultur

Zugexplosion im Iran

Bei dem verheerenden Zugunglück in Iran sind nach jüngsten amtlichen Angaben bis zu 300 Menschen ums Leben gekommen. Über 450 Menschen wurden verletzt, heißt es. Die Rettungsarbeiten dauern noch an.

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Inferno in der Provinz Khorassan

Bei der schweren Explosion eines Güterzuges im Nordosten Irans sind nach jüngsten amtlichen Angaben fast 300 Menschen ums Leben gekommen. Ein ranghoher Beamter des Krisenstabs in der Provinz Chorasan, Wahid Baraktschi, gab die Zahl der Todesopfer am Donnerstagmorgen (19.2.2004) im Rundfunk mit 295 an. 450 Menschen seien verletzt worden. Der amtierende Gouverneur der betroffenen Stadt Neischabur, Mohammed Aladschgardi, sagte allerdings, bislang seien erst 180 Leichen geborgen worden.

Bei eisigen Temperaturen und umgeben von giftigen Dämpfen kämpften Feuerwehrleute die ganze Nacht über weiter gegen die Flammen. Kurz nach Morgengrauen am Donnerstag gelang es ihnen schließlich, das Feuer zu löschen.

Erdbeben als Ursache oder Auswirkung?

In der Nähe der Stadt Neischabur 650 Kilometer östlich von Teheran hatte sich Behördenangaben zufolge ein Güterzug, der Schwefel, Benzin und Düngemittel

Karte Iran Neyschabur Deutsch

transportierte, am Morgen aus zunächst ungeklärter Ursache selbstständig gemacht. Kurz darauf war er entgleist und in Brand geraten. Hunderte Feuerwehrleute und Neugierige waren vor Ort, als der Zug rund fünf Stunden nach Beginn der Löscharbeiten explodierte. Zum Zeitpunkt der Explosion um 9.37 Uhr Ortszeit registrierte die Erdbebenwarte der Teheraner Universität einen Erdstoß von 3,6 auf der Richterskala, der vermutlich von der Detonation ausgelöst wurde.

Die Explosion war nach Zeugenberichten noch in der 75 Kilometer entfernten Provinzhauptstadt Maschhad zu hören. Nach Angaben von Vize-Provinzgouverneur Mohammed Maghdori war der Brand an Bord des Zuges "zu 90 Prozent gelöscht", als es durch das entstandene Gas zur Explosion kam. Im Umkreis von zehn Kilometern gingen nach der gewaltigen Explosion Fensterscheiben zu Bruch. Das Fernsehen zeigte Bilder von Häusern nahe der Bahnstrecke, die von Waggonteilen teils völlig zerstört waren. Aus den Wracks der Zugwagen loderten noch Stunden nach den Detonationen Flammen. "Das Ausmaß der Zerstörung ist enorm und der Schaden größer als ursprünglich angenommen", sagte ein Behördenvertreter der Provinz.

Fünf Dörfer schwer beschädigt

Nach einem Bericht des britischen Rundfunksenders BBC wurden fünf Dörfer durch die Detonation schwer beschädigt, sagte ein Helfer dem Sender. Nach der Explosion soll es starke Brände und schwere Zerstörungen gegeben haben. Die Schäden seien weit größer als zunächst angenommen, das gesamte Ausmaß noch nicht abschätzbar. Siebzehn Wagen des Güterzuges sollen mit Schwefel beladen gewesen sein, sechs mit Benzin, sieben mit Düngemittel und zehn mit Baumwolle. (arn)