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Politik

Zugeständnisse von Pjöngjang in der Atomfrage

Nordkorea hat sich am Dienstag (6.1.2004) in einem überraschenden Schritt zum Verzicht auf die Entwicklung von Atomwaffen bereit erklärt. Die USA bleiben skeptisch, fordern Taten statt Worte.

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Stein des Anstoßes: Atomreaktor im nordkoreanischen Yongbyon


Als Teil seiner Zugeständnisse gegenüber den USA kündigte Nordkorea an, seine zivilen Nuklearanlagen einzufrieren. Die Maßnahmen seien die erste Phase einer "Paketlösung" im Streit um das nordkoreanische Atomprogramm, berichtete die amtliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA am Dienstag (6.1.2004). Bereits zuvor hatte Nordkorea angekündigt, es werde seine "nuklearen Aktivitäten" einfrieren, wenn sich die USA im Gegenzug zu Hilfsleistungen bereit erklärten und das Land von der Liste der den Terror unterstützenden Staaten strichen.

Bemühungen um Dialog

Nordkoreas Angebot erfolgte vor dem Hintergrund der Bemühungen um die baldige Wiederaufnahme der Sechs-Nationen-Gespräche über eine Beendigung des nordkoreanischen Atomprogramms. Pjöngjang sei bereit, "von Tests und der Produktion von Nuklearwaffen" abzusehen und selbst den Betrieb der Atomanlagen zur friedlichen Nutzung der Kernenergie einzustellen, hieß es.

Die Aussichten für eine neue Runde multilateraler Gespräche über den Konflikt hingen davon ab, ob die USA auf die Forderung eingingen. Das Angebot solle Grundlage für die Vorbereitung neuer Gespräche sein. Falls die USA dies ablehnten, sei keine Basis mehr für einen Dialog vorhanden, hieß es aus Nordkorea.

USA verlangen Nachweis

Die US-Regierung hat wiederholt erklärt, bevor sie Nordkorea Zugeständnisse mache, müsse das Land zunächst nachweisbar mit dem Abbau seines Atomprogramms beginnen. Washington wirft Pjöngjang die Entwicklung von Atomwaffen vor.

Die Krise zwischen beiden Ländern brach offen aus, als die Regierung in Pjöngjang einen Atomreaktor in Yongbyon Ende 2002 wieder in Betrieb nahm, obwohl sie ihn 1994 gemäß einer Vereinbarung mit den USA geschlossen hatte. Gleichzeitig wies Nordkorea die mit der Überwachung der Anlage beauftragten Inspekteure der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) aus.

Gespräche waren bislang ohne Ergebnis

Eine erste Gesprächsrunde zwischen den USA, China, Russland, Japan sowie Nord- und Südkorea ging im August ohne konkretes Ergebnis zu Ende. Bislang gibt es noch keinen Termin für die Wiederaufnahme der Verhandlungen. Südkorea und Russland halten es für unwahrscheinlich, dass es noch in diesem Monat zu einer neuen Gesprächsrunde kommt.

Unterdessen reiste eine US-Delegation von Peking aus nach Nordkorea, um dort möglicherweise das umstrittene Atomkraftwerk Yongbyon zu besichtigen. Ein Sprecher des südkoreanischen Außenministeriums erklärte, die Delegierten wollten sich bis Samstag in Nordkorea aufhalten.(ali)

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