1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Sprachbar

Zu Tisch

Er ist viel mehr als eine Platte mit Beinen, an der wir täglich Platz nehmen. Der Tisch begleitet uns von klein an durch das ganze Leben – auch sprichwörtlich. Wir legen hier die Karten auf den Tisch.

Tisch stammt aus dem Griechischen discos und bedeutete zunächst runde Scheibe. Die Römer übernahmen das Wort und gaben ihm die Bedeutung Schüssel oder Teller. Im Laufe der Zeit bekam die Scheibe dann vier Beine und wurde zum Tisch.

Objekt der Begierde für die Kleinen

Symbolbild: Mäuse auf einem gedeckten Tisch

Wir lassen es uns jetzt so richtig gut gehen!

Und dieser gibt schon den Kleinsten der Kleinen Halt. Zunächst beim Laufenlernen: Da wird sich am Tischbein heraufgezogen und mit einem plötzlichen Plumps geht 's wieder auf den Hosenboden zurück. Ist der oder die Kleine dann größer und mutiger, kann laufen und hat klettern gelernt, dann wird zu gern der Tisch erklommen. Dann mahnen die Eltern: Auf den Tisch gehört der Kuchen, hat der Popo nichts zu suchen! Und Recht haben sie, denn zum Sitzen sind die Stühle da.

Einige Jahre später, wenn man das erste Mal alleine zu Hause sein darf, gilt das Motto: Ist die Katze aus dem Haus, tanzen die Mäuse auf dem Tisch. Endlich mal kann man machen, was man möchte, ohne dass die Eltern einen mit Ermahnungen überhäufen, zum Beispiel bei einer Party nicht auf dem Tisch zu tanzen. Das passiert gerne, wenn der Alkoholpegel steigt und die Stimmung immer ausgelassener wird.

Erwachsenwerden ist kein Kinderspiel

Ein Vater schimpft mit seinem Sohn, der sich die Ohren zuhält

"Solange du deine Füße unter meinen Tisch stellst ...!"

Spätestens in der Pubertät dann kommen die großen Auseinandersetzungen und Streitigkeiten mit den Eltern. Man wird erwachsen und will seine eigenen Meinungen und Überzeugungen durchsetzen. Aber auch hier gebieten sie wortreich Einhalt: Solange du deine Füße unter meinen Tisch stellst, wird gemacht, was ich sage! Soll heißen: wir bezahlen deinen Lebensunterhalt, also entscheide ich, was du machst.

Der nächste Streit mit den Eltern ist vorprogrammiert, wenn man versucht hat, alle anderen unter den Tisch zu trinken, dabei jedoch kläglich scheitert und betrunken unter dem Tisch liegt. Aber liebe Eltern, jetzt legt mal die Karten auf den Tisch! Ihr habt diese Erfahrungen doch auch gemacht, das braucht ihr gar nicht unter den Tisch zu kehren, zu verschweigen. Jedoch wird die Mutter am nächsten Tag trotzdem ordentlich auf den Tisch hauen und klar machen, dass das so nicht geht. Bis zum nächsten Mal.

Vom Regen in die Traufe

Ein riesiger Runder Tisch im Freien, an dem viele Leute sitzen

Je größer der Runde Tisch, um so schwieriger die Einigung

Einige Jahre später zieht man aus, findet den ersten Freund oder die erste Freundin und lässt sich darauf ein, miteinander Tisch und Bett zu teilen. Wer jetzt glaubt, alles wird einfacher, wenn man nicht mehr bei den Eltern wohnt, der irrt.

Zusammenleben ist immer eine Herausforderung. Also ihr jungen Paare: legt bloß nie eure Schuhe auf den Tisch, denn das bringt bekanntlich Streit. Wenn es aber mal doch passieren sollte, macht schnell wieder reinen Tisch oder Tabula rasa und vertragt euch. Vielleicht kommt ihr wie die richtigen Politiker am Runden Tisch zusammen und besprecht Lösungsmöglichkeiten.

Bis dass der Tod uns scheide

Ein langer, gedeckter Tisch im Freien mit Sitzhockern

Freie Platzwahl ohne Tischkärtchen

Die Paare, die die Prüfung des Zusammenwohnens überstehen, schaffen dann meist auch die nächste Etappe: die Hochzeit! Neben der Eheschließung an sich, spielt die Feierlichkeit eine große Rolle. Leider läuft es hier jedoch nicht ab wie im Märchen der Brüder Grimm "Tischlein deck dich", in dem der Tisch sich von selbst deckt.

Eine Hochzeit bedarf genauer Planung. Die Anzahl der Tische muss festgelegt, Tischdecken und Tischdekoration bestellt und eine Tischordnung erstellt werden. Und dann müssen für jeden Gast Tischkärtchen geschrieben werden. Bei der Sitzordnung an den Tischen sollte möglichst darauf geachtet werden, dass Gäste, die sich nicht mögen oder gar spinnefeind sind, nicht nebeneinander sitzen. Nachdem dann ein Tischgebet gesprochen wurde und der Brautvater eine Tischrede gehalten hat, kann man nur hoffen, dass die Gäste gute Tischmanieren haben und keine Sauerei entsteht. Es wäre doch zu unhöflich, sich an den gedeckten Tisch zu setzen und schlecht zu benehmen.

Ein jähes Ende

Ein Mann sitzt mit einem Laptop auf dem Sofa, eine Frau sitzt abgewandt auf der Kante des Sofas

Das Tischtuch ist zerschnitten, der Tisch weggeräumt

Die Dauer einer Ehe hängt oft auch davon ab, ob gewisse Themen auf den Tisch kommen, also angesprochen werden, oder ob einer der beiden Partner gewisse Dinge unter den Tisch fallen lässt, also nicht ehrlich ist und manches verschweigt.

Tischt er oder sie irgendwann doch die Wahrheit auf, muss man sich eingestehen, dass das Tischtuch zwischen beiden zerschnitten ist. Dann kann man nur noch hoffen, dass die Partner fair miteinander umgehen, und der eine den anderen bei einer Scheidung nicht über den Tisch zieht.

Zu Tisch

Zuletzt komme ich aber nicht umhin, mich bei den Menschen zu bedanken, die dafür sorgen, dass wir unser ganzes Leben von so vielen Tischen umgeben sind: den Tischlern. Diese fleißigen Handwerker bauen uns runde Tische, eckige Tische, kleine Tische, große Tische, Schreibtische und Stehtische, die uns das Leben vereinfachen und bequemer machen. Denn wo sollten wir sonst unsere Hausaufgaben machen oder mit unseren Lieben gemeinsam essen? Und das mache ich jetzt: Ich gehe zu Tisch.

Fragen zum Text

Lässt jemand etwas unter den Tisch fallen, dann ...

1. ist jemandem etwas heruntergefallen.

2. verschweigt jemand etwas.

3. spricht jemand ein Thema an.

Nicht setzen kann man sich an den …

1. Gartentisch

2. Esstisch

3. Nachtisch

Hat man jemanden betrogen, sagt man:

1. "Ich habe ihn über den Tisch gezogen".

2. "Ich lege die Karten auf den Tisch".

3. "Ich habe auf den Tisch gehauen".

Arbeitsauftrag

Der Tisch steht in jeder Kultur für Gemeinschaft und Zusammengehörigkeit. Beschreiben Sie in einem kurzen Text, zu welchen Gelegenheiten Sie mit Freunden und Familie am Tisch zusammenkommen und was dies für Sie persönlich bedeutet. Was mögen Sie, was lehnen Sie ab?

Autorin: Katharina Boßerhoff

Redaktion: Beatrice Warken

Die Redaktion empfiehlt

WWW-Links

Audio und Video zum Thema

Downloads