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Kultur

Zu Besuch bei den Weltwetterforschern

Die Zusammenhänge von Wetter und Klima verstehen, das ist die Aufgabe der UN-Organisation für Meteorologie (WMO). Vor 58 Jahren wurde sie am jährlichen Welttag der Meteorologie, dem 23. März, in Genf gegründet.

Ozonlich über der Arktis, Quelle: AP

Ozonlöcher gibt es noch, doch die UN-Meteorolgen haben dazu beigetragen, sie abzubauen

"Transport, Energie, Landwirtschaft, Seefahrt - es ist eine riesige Bandbreite. Fast jeder sozio-ökonomische Bereich ist vom Wetter betroffen." Wenn WMO-Generalsekretär Michel Jarraud über das Wetter redet, wird schnell klar, dass das Thema viel umfangreicher ist als es auf den ersten Blick scheint. Landwirte, Seeleute, Stadt- und Wirtschaftsplaner brauchen zuverlässige Informationen über das Wetter. Bei näherem Hinsehen ist es also nicht verwunderlich, dass schon 1873 die Internationale Meteorologie Organisation, der Vorläufer der heutigen WMO, gegründet wurde, die am 23. März 1950 in Genf entstand. Dieses Datum wurde deshalb zum Welttag der Meteorologie.

Heute sind mit 188 Mitgliedsstaaten fast alle Länder der Welt in der WMO vertreten. Die Organisation erhebt Daten zu Luftdruck, Temperatur, Treibhausgaskonzentration, Windgeschwindigkeiten sowie Regen- und Schneefall. Dies ist sogar an ganz abgelegenen Orten wie dem Nord- und dem Süd-Pol möglich, sagt Donald Hinsman, Direktor der Abteilung für Observations- und Informationssysteme. "Das Messinstrument wird vor Ort von einer Batterie betrieben, die per Solarenergie aufgeladen wird. Es sendet Informationen via Satellitenverbindung", berichtet der Forscher.

10.000 Bodenstationen, 7.300 Schiffe

Erdatmosphäre, Quelle: dpa

Der globale Blickwinkel - Alltag für die UN-Forscher der Weltorganisation für Meteorologie

Weltweit stellen die Mitgliedsstaaten Daten bereit, die von rund 10.000 Bodenstationen, 7.300 Schiffen, 3.000 Flugzeugen, 600 Ballons und 15 Satelliten erfasst werden. Satelliten sind vor allem über den Ozeanen hilfreich, weil dort keine anderen Messstationen errichtet werden können. Zur Weitergabe der Informationen hat die WMO das globale Telekommunikationssystem GTS aufgebaut. Hier speisen die Mitgliedsstaaten ihre Daten ein, damit sie für alle anderen zugänglich sind. So kann jedes Land weltweit Wetter- und Klimadaten ausrechnen.

Der ehrliche Austausch der Daten ist keineswegs selbstverständlich, denn mit Wetterdaten wird auch Politik gemacht. Es geht um Geld, Verantwortung und die Festlegung von allgemeingültigen Handlungszielen, zum Beispiel in der Debatte um den Klimawandel, erklärt Len Barrie, WMO-Direktor der Abteilung für Recherche.

Die Ozon-Konvention, ein Erfolg der UN-Meteorologen

Gletscherschmelze

Eisschmelze: Ohne ein neues Klimaprotokoll geht sie unaufhaltsam weiter

Ein erfolgreiches Beispiel für die Arbeit der WMO war die Wiener Konvention zum Schutz der Ozonschicht, berichtet Barrie. Zusammen mit UNEP, dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen, fand die WMO immer mehr über die Veränderung der Ozonschicht heraus. "Letztendlich war das die Grundlage für die Ozon-Konvention, die 1985 die Nationen dazu verpflichtete, den Einsatz von Chemikalien zu vermindern, die die Ozonschicht zerstören", sagt Barrie.

Es dauerte weitere zehn Jahre, bis sich durch weitere Protokolle die Staaten zu konkreten Handlungen für den Schutz der Ozonschicht verpflichteten. Wie lange es dauern wird, ein effektives Nachfolgedokument des Kyoto-Protokolls umzusetzen, weiß niemand. Klar ist aber, dass die Zusammenarbeit aller Staaten oberstes Gebot für den Kampf gegen die Erderwärmung ist, betont Generaldirektor Michel Jarraud: "Kein Land kann das alleine schaffen", sagt er. "Die internationale Zusammenarbeit ist absolut essentiell. Und darum geht es bei uns in der WMO."

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