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Asien

Zivilisten raus aus der Kampfzone?

Sri Lankas Präsident Mahinda Rajapakse will bis zum Ende des Wochenendes alle Zivilisten aus der Kampzone im Nordosten der Insel befreien. Das ließ sein Büro über die staatlichen Medien verbreiten.

Ein Armeesoldat eskortiert tamilische Flüchtlinge (Foto: AP)

Ein Armeesoldat eskortiert tamilische Flüchtlinge

Nach Angaben der Vereinten Nationen halten die tamilischen Rebellen im letzten schmalen Küstenstreifen, den sie nördlich der Stadt Mullataivu kontrollieren, rund 50.000 Zivilisten fest, um sie als menschliche Schutzschilde zu missbrauchen. Die Regierungstruppen dringen von Norden und Süden immer tiefer in das Rebellengebiet vor. Im Westen und Osten ist es von Wasser eingeschlossen. In diesem vermutlich weniger als 5 Quadratkilometer großen Gelände toben heftige Kämpfe, bei denen die Zivilisten schutzlos dem Kreuzfeuer ausgeliefert sind.


Hilfe kaum noch möglich

Tamilen in einer Notunterkunft (Foto:AP)

Tamilen in einer Notunterkunft

Für das Internationale Komitee des Roten Kreuzes, kurz IKRK, ist das, was sich im Nordosten Sri Lankas abspielt, eine „unvorstellbare humanitäre Katastrophe“. Das IKRK war die einzige unabhängige Organisation, die die eingeschlossene Zivilbevölkerung in der Kampfzone noch erreicht hat. Bis vergangenen Samstag. Danach hat dann auch das Internationale Rote Kreuz seine Hilfe über den Seeweg eingestellt, weil es für die Mitarbeiter lebensgefährlich ist, die Güter an Land zu bringen und schwerverletzte Menschen zu evakuieren. Der rettende IKRK-Frachter liegt jetzt nutzlos in unmittelbarer Nähe der Kampfzone vor Anker, genauso wie ein Frachter des Welternährungsprogramms WFP.


Von der Außenwelt abgeschnitten

Kindersoldaten der LTTE auf Lastwagen (Foto: AP)

Sie sind Täter und Opfer zugleich: Kindersoldaten der LTTE

Die tamilischen Zivilisten können die rettenden Schiffe sehen, aber nicht erreichen. Journalisten ist der Zutritt zur Kampfzone ausdrücklich verboten. In diesem Krieg werden keine unabhängigen Beobachter geduldet. Die Befreiungstiger von Tamil Eelam, kurz LTTE, kämpfen seit 1983 für einen eigenen Staat für die unterdrückte tamilische Minderheit im Norden und Osten der Insel. Sri Lankas singhalesischer Präsident Mahinda Rajapakse hat angekündigt, die Rebellen nach mehr als 25 Jahren Bürgerkrieg auslöschen zu wollen.

Autorin: Sandra Petersmann
Redaktion: Esther Broders