Zivilisten in Saudi-Arabien von Rakete aus dem Jemen getötet | Aktuell Nahost | DW | 10.06.2018
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Arabische Halbinsel

Zivilisten in Saudi-Arabien von Rakete aus dem Jemen getötet

Erstmals hat eine im Jemen abgefeuerte Rakete Opfer in Saudi-Arabien gefordert. Die jemenitischen Huthi-Rebellen beschießen als Reaktion auf Luftangriffe immer wieder das Nachbarland.

Ein von den Huthi-Rebellen im März verbreitetes Foto zeigt den Abschuss einer Rakete nach Saudi-Arabien(Reuters/Houthi Military Media Unit)

Ein von den Huthi-Rebellen im März verbreitetes Foto zeigt den Abschuss einer Rakete nach Saudi-Arabien

Nach Militärangaben sind im Süden Saudi-Arabiens drei Zivilisten von einem Geschoss aus dem Jemen getötet worden. Es sei von jemenitischen Huthi-Rebellen auf die Stadt Dschasan im Süden Saudi-Arabiens abgefeuert worden, teilte ein saudischer Militärsprecher nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur SPA mit. Es habe sich um einen gezielten Angriff auf Zivilisten gehandelt. Nähere Angaben zur Art des Geschosses machte er nicht. Saudische Medien berichteten, es habe sich um eine Rakete gehandelt. 

Die Huthi-Rebellen im Jemen haben seit November wiederholt Raketen auf Saudi-Arabien abgefeuert. Sie seien Vergeltung für die Attacken der von Saudi-Arabien geführten Allianz auf Ziele im Jemen, so die Rebellen. Nach saudischen Militärangaben waren bis zu dem jüngsten Angriff alle Raketen abgefangen worden.

Ein durch Luftangriffe zerstörtes Gebäude in Jemens Hauptstadt Sanaa (picturea-lliance/H. Al-Ansi)

Ein durch Luftangriffe zerstörtes Gebäude in Jemens Hauptstadt Sanaa

Eine von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition kämpft seit 2015 im Jemen gegen die Huthi-Rebellen, die weite Teile im Norden und Westen des Landes beherrschen. Seit Beginn des Konflikts wurden fast 10.000 Menschen getötet, die humanitäre Lage ist katastrophal. 

Der Konflikt hat sich zu einem Stellvertreterkrieg zwischen Saudi-Arabien und dem Iran ausgewachsen. Das erzkonservative sunnitische Königreich will dem von den Huthi vertriebenen jemenitischen Präsidenten Abd-Rabbu Mansur Hadi wieder zur Macht verhelfen. 

Die Huthi werden vom Iran unterstützt, der sich als Schutzmacht der Schiiten begreift. Riad wirft dem Iran vor, die Aufständischen im Jemen auch militärisch zu helfen und sie mit Waffen zu beliefern. Die iranische Regierung weist dies zurück. Saudi-Arabien und der Iran ringen um die Vormachtstellung in der Region und mischen auch im Bürgerkrieg in Syrien mit. 

stu/sam (afp, rtr)

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