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Aktuell Nahost

Zivile Opfer bei Bombardement im Jemen

Die Luftangriffe unter saudischer Führung treffen nicht nur schiitische Huthi-Milizen, sondern auch Frauen und Kinder. Hilfsorganisationen kommen nicht zu den Betroffenen durch. Die Zahl der Toten steigt stündlich.

Schiitische Huthi-Kämpfer in der jemenitischen Stadt Aden (Foto: picture-alliance/AP Photo/Wael Qubady)

Hadis Gegner: Schiitische Huthi-Kämpfer in der jemenitischen Stadt Aden

Beim Bombardement eines Dorfes nahe der jemenitischen Hauptstadt Sanaa ist nach Angaben von Anwohnern eine neunköpfige Familie getötet worden. Fünf Menschen wurden verletzt, wie die staatliche Nachrichtenagentur Saba meldet.

Zu der getöteten Familie zählten zwei Männer, eine Frau und sechs Kinder. Auf ihrer Website zeigt die Agentur ein Foto von den Leichen dreier Kinder. Die Echtheit des Bildes ließ sich bisher allerdings nicht bestätigen. Anwohnern zufolge traf der Luftangriff das Dorf Okasch. Vermutlich erfolgte der Beschuss im Rahmen der saudi-arabischen Luftschläge gegen die schiitischen Huthi-Rebellen.

Humanitäre Feuerpause

Auf Antrag Russlands befasste sich derweil der UN-Sicherheitsrat auf einer

Krisensitzung

mit der Lage im Jemen. Russland hatte um das Treffen gebeten, um über "mögliche humanitäre Feuerpausen" bei den Luftangriffen zu beraten. In New York legte Russland nach Angaben von Diplomaten einen Resolutionsentwurf vor, der die Aussetzung der Luftangriffe fordert. Die Kampfpause solle es erlauben, Ausländer aus dem Jemen in Sicherheit zubringen.

Die Vereinten Nationen hatten sich zuletzt besorgt über die steigende Zahl getöteter Zivilisten im Jemen gezeigt. UN-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos hatte am Donnerstag erklärt, binnen zwei Wochen habe es 519 Todesopfer sowie rund 1700 Verletzte gegeben. Nach Angaben des UN-Kinderhilfswerks UNICEF wurden in der vergangenen Woche mindestens 62 Kinder getötet und 30 weitere verletzt.

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Religiöse Gruppen im Jemen

Allein aus der Hafenstadt Aden wurden 185 Todesopfer seit Beginn der Kämpfe vor neun Tagen gemeldet. Fast 1300 Menschen seien verletzt worden, teilte die Gesundheitsbehörde mit. Die Huthi-Milizen hatten eine Offensive auf die Stadt gestartet, nachdem Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi dorthin geflohen war. Inzwischen befindet sich Hadi in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad.

"Jede Stunde sterben Menschen"

Saudi-Arabien blockiert nach Angaben des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) weiterhin Hilfslieferungen für den Jemen. Das Rote Kreuz will zwei Flugzeuge mit Sanitätsmaterial für bis zu 1000 Verwundete sowie Medikamente und Material zur Wasserreinigung nach Sanaa fliegen. Außerdem soll ein Boot Chirurgen nach Aden bringen. Dafür fordert das IKRK eine 24-stündige Feuerpause. Unverzüglich müssten alle Zugänge zu Lande, zu Wasser und aus der Luft geöffnet werden, heißt es in einer Mitteilung. Bisher würden Helfer und Hilfsgüter blockiert.

"Unsere Lieferungen hängen immer noch fest", sagte eine Rotkreuz-Sprecherin. "Die Lage verschlimmert sich, jede Stunde sterben Menschen. Wir müssen unsere Hilfe schnell ins Land bringen." Auch die Organisation Ärzte ohne Grenzen beklagt die Schließung von Flughäfen und Beschränkungen bei den Häfen. Die Hilfe steht bereit - aber bei den Betroffenen kommt sie nicht an.

jj/sti (dpa, afp, rtr)