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Politik

Zivile Debatte zwischen Clinton und Obama

Kurz vor der Wahl über den demokratischen Präsidentschaftskandidaten im Schlüsselstaat Pennsylvania gaben sich Clinton und Obama im Fernsehen weniger aggressiv. Clinton entschuldigte sich für falsche Bosnien-Aussage.

Gute Manieren zum Abschluss der Diskusssion: Clinton (l.) und Obama geben sich die Hand (Foto: AP)

Gute Manieren zum Abschluss der Diskusssion

Eine Woche vor den Vorwahlen im US-Staat Pennsylvania haben sich die beiden demokratischen Präsidentschaftsbewerber Hillary Clinton und Barack Obama bemüht, die Schärfe aus ihrer in letzter Zeit hitzigen Auseinandersetzung zu nehmen. Sie bescheinigten sich in ihrer 21. Debatte am Mittwoch (17.4.2008) in Philadelphia gegenseitig, dass der jeweils andere in der Präsidentenwahl gegen den designierten republikanischen Kandidaten John McCain gewinnen könne. Sie lehnten es aber ab, sich bereits jetzt auf einen Vizepräsidentschaftskandidaten festzulegen.

Beide trauen sich gegenseitig den Sieg zu: Clinton (l.) und Obama an Rednerpulten mit Mikrofonen im ABC-Fernsehstudio (Foto: AP)

Beide trauen sich gegenseitig den Sieg zu

Clinton sagte, das übergeordnete Ziel sei, dass entweder Obama oder sie die Präsidentschaftswahl Ende des Jahres gewinnt. Auch Obama nannte es verfrüht, jetzt über Vizepräsidenten zu debattieren, wenn noch nicht entschieden sei, wer der demokratische Präsidentschaftskandidat sein wird.

Einigkeit in der Frage von Israels Verteidigung gegen den Iran

Zentrales außenpolitisches Thema war die Verteidigung Israels gegen mögliche Angriffe des Iran. Der Iran müsse erkennen, "dass ein Angriff auf Israel eine Attacke gegen einen unserer engsten Verbündeten in der Region wäre", sagte Obama in der vom Fernsehsender ABC News übertragenen Debatte. "Ein Angriff auf Israel würde einen massiven Gegenschlag der USA provozieren", erklärte Clinton.

Unterschiedlicher Meinung waren die beiden Bewerber hingegen beim Umgang mit der Regierung in Teheran. Obama sprach sich für direkte Gespräche mit der iranischen Führung im Streit um das Atomprogramm aus, während Clinton zunächst nur für die Wiederaufnahme diplomatischer Verbindungen auf unterer Ebene plädierte.

Öffentliche Entschuldigung

Clinton entschuldigte sich in der Debatte öffentlich dafür, über eine ihrer Reisen nach Bosnien während des Balkankrieges übertriebene Angaben gemacht zu haben. Bei mindestens drei Wahlkampfauftritten hatte sie gesagt, vor zwölf Jahren in Tuzla unter Beschuss von Heckenschützen gekommen zu sein, sie habe rennen müssen, um zu den bereitstehenden Fahrzeugen in Sicherheit zu gelangen. Fernsehbilder von damals zeigten, wie Clinton in aller Ruhe zu einer Gruppe ging.

Obama sagte dazu, Clinton habe das Recht, Fehler zu machen. "Ich habe auch welche gemacht." Er beklagte eine Tendenz, Kandidaten nach den Ausrutschern zu beurteilen, die sie im langen Wahlkampf machten.

Abstimmung im letzten Schlüsselstaat

Bei der Frage, ob Obama die Präsidentenwahl gewinnen könne, wich Clinton zunächst aus. Auf eine Nachfrage sagte sie dann dreimal ja: "Yes, yes, yes." Obama sagte auf die Frage, ob er Clinton einen Wahlsieg im November zutrauen: "Absolut - und ich habe das schon zuvor gesagt."

Pennsylvania ist am Dienstag (22.4.2008) der letzte so genannte Schlüsselstaat auf dem langen Weg zur Nominierung des demokratischen Präsidentschaftskandidaten. Danach folgen noch zehn weitere Vorwahlen. Clinton muss in Pennsylvania mit großem Vorsprung gewinnen, um ihre Chance auf einen Sieg über Obama am Leben zu erhalten.

Schlechtere Umfragewerte für Clinton

In einer am Mittwoch veröffentlichten Umfrage schmolz ihre Führung auf sechs Prozentpunkte vor Obama; im März waren es noch 16 gewesen. Zurzeit hat Obama 1643 und Clinton 1504 Delegierte hinter sich. 2025 werden für die Nominierung benötigt; in Pennsylvania geht es um 158 Stimmen. (kap)

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