Zinedine Zidane tritt bei Real Madrid als Trainer zurück | Fußball | DW | 31.05.2018
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Primera Division

Zinedine Zidane tritt bei Real Madrid als Trainer zurück

Kurz nach dem dritten Triumph in der Champions League endet die Amtszeit von Zinedine Zidane überraschend. Der Franzose verkündet seinen Rückzug vom spanischen Fußball-Rekordmeister.

Zinedine Zidane ist überraschend als Trainer des Champions-League-Siegers Real Madrid zurückgetreten. Am Mittag betrat der Erfolgscoach an der Seite von Klubpräsident Florentino Perez die Bühne des Presseraums, um den versammelten Journalisten in einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz seinen Abschied von den Königlichen zu verkünden. "Ich habe die Entscheidung getroffen, nicht mehr als Trainer von Real Madrid weiterzumachen", sagte Zidane. "Es ist ein schwieriger Moment, aber die Mannschaft braucht einen Wechsel, um weiter siegreich zu bleiben. Die Mannschaft benötigt eine neue Ansprache, eine andere methodische Arbeit. Deshalb habe ich die Entscheidung so getroffen."

Der 45 Jahre alte Franzose Zidane war seit Januar 2016 Cheftrainer von Real. Seitdem verlor er keines seiner acht Endspiele, zuletzt gewann er am vergangenen Samstag mit Real in Kiew gegen den FC Liverpool zum dritten Mal in Serie den Titel in der Königsklasse. "Gracias Mister! Es war mir eine Freude", twitterte Weltmeister Toni Kroos, der zu den absoluten Leistungsträgern des Real-Starensembles neben Ausnahmespieler Cristiano Ronaldo und Kapitän Sergio Ramos zählt. Ramos schrieb in den sozialen Netzwerken: "Danke für zweieinhalb Jahre Fußball, Arbeit, Liebe und Freundschaft. Du gehst weg, aber dein Vermächtnis bleibt."

Vor seinem Engagement beim Starensemble um Ronaldo, Kroos und Co. betreute er die B-Mannschaft der Madrilenen und lernte als Co-Trainer unter Carlo Ancelotti, ehe er befördert wurde. Großartig als Coach beweisen musste er sich nicht und arbeitete nie bei einem anderen Klub. 2017 wurde er FIFA-Trainer des Jahres.

Erfolge als Spieler und Trainer

Schon als Spieler legte Zidane eine atemberaubende Karriere hin und war ein Weltstar. Aufgewachsen im Arbeiterviertel von Marseille führte er Frankreich zum Welt- und Europameistertitel, wurde Weltfußballer und entwickelte sich im Trikot von Juventus Turin und Real zu einer Marke wie heute Ronaldo oder Lionel Messi. Seine aktive Laufbahn endete 2006. Noch bestens im Gedächtnis ist sein Kopfstoß im WM-Finale gegen Italien. Nach der Aktion gegen Marco Materazzi wurde er in Berlin des Platzes verwiesen, aber trotzdem zum wertvollsten Spieler des Turniers gewählt.

Als Trainer ist ihm in der Vergangenheit oftmals vorgeworfen worden, dass er kein taktisches Konzept habe. Doch vielmehr sind es die Flexibilität und der Pragmatismus, den das Spiel unter ihm auszeichnet. Mal Pressing, mal Konterattacken, mal hohes Tempo, mal ruhiges Ballgeschiebe. Die Unberechenbarkeit machte Madrid so gefährlich und brachte unter der Führung von Zidane unter anderem den Gewinn der spanischen Meisterschaft 2017 sowie die Triumphe bei der Club-WM 2016 und 2017.

Enttäuschende Saison zum Abschluss

Allerdings verlief die gerade zu Ende gegangene Saison in der spanischen Primera Division nicht nach Wunsch. Real landete abgeschlagen hinter Meister FC Barcelona und dem Stadtrivalen Atletico Madrid nur auf Rang drei. Immer wieder war vor den K.o.-Spielen in der Champions League gemeldet worden, dass Zidane wohl gefeuert werde, sollte er in der Champions League nicht weiterkommen, weil es in der Liga nicht lief. Ob der Klub auch trotz des dritten Königsklassen-Erfolgs in Serie noch vor hatte, sich von Zidane zu trennen, wird nun wohl niemand mehr erfahren. Zizou ist dem mit seinem Rücktritt zuvorgekommen.

asz/fa (sid, dpa)

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