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Aktuell Amerika

Zika-Gefahr in Kolumbien wächst

Das Zika-Virus breitet sich weiter in Lateinamerika aus. Insbesondere für Schwangere ist der Erreger gefährlich, weil sie ihn auf das ungeborene Kind übertragen können. Besorgniserregende Zahlen kommen aus Kolumbien.

Das kolumbianische Gesundheitsministerium hat einen starken Anstieg der Zika-Infektionen festgestellt - insbesondere bei schwangeren Frauen. In den vergangenen Tagen sei die Zahl von 890 auf 2116 Verdachtsfälle bei Schwangeren gestiegen. Davon seien bisher aber erst 176 durch Labore bestätigt worden. Bei den restlichen gebe es Symptome, die auf eine Infektion schließen ließen. "Man muss sagen, dass sich innerhalb kurzer Zeit die Zahl verdoppelt hat", sagte Diego García, der stellvertretende Direktor für Übertragungskrankheiten im Gesundheitsministerium, dem Radiosender RCN.

Das von Stechmücken übertragene Zika-Virus breitet sich derzeit vor allem in Süd- und Mittelamerika aus. Es führt bei etwa 20 Prozent der Infizierten zu grippeähnlichen Symptomen und ist normalerweise nicht tödlich. Schwangere können das Virus aber auf ihre ungeborenen Kinder übertragen, bei denen es zu gefährlichen Fehlbildungen führen kann.

Mögliche Folge: Mikrozephalie

Der Erreger steht im Verdacht, Auslöser der Mikrozephalie zu sein - dabei wird das Kind mit einem extrem kleinen Kopf und damit auch einem besonders kleinen Gehirn geboren. Die Kinder sind häufig geistig behindert und leiden unter neurologischen Störungen, weil das Gehirn unterentwickelt ist. In schweren Fällen sterben sie kurz nach der Geburt oder noch im Mutterleib.

Kind mit Mikrozephalie in Recife (Brasilien) - Foto: Rafael Fabres (dpa)

Kind mit Mikrozephalie in Recife (Brasilien)

Insgesamt wurden in Kolumbien inzwischen mehr als 20.000 Infektionen registriert. Das Gesundheitsministerium in Bogotá rät Frauen deshalb, geplante Schwangerschaften vorerst am besten zu verschieben.

Am stärksten betroffen: Brasilien

In mehr als 20 Ländern Süd- und Mittelamerikas hat sich das Zika-Virus bereits ausgebreitet. Am stärksten ist bislang Brasilien betroffen. Dort gehen die Behörden von bis zu 1,5 Millionen Verdachtsfällen aus. Da viele gar nicht merken, dass sie infiziert worden sind, ist eine genaue Einschätzung aber schwierig. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) berät am Montag in einer Krisensitzung über die Ausbreitung des Virus.

Elektronenmikroskop-Aufnahme des Zika-Virus Foto: Cynthia Goldsmith (CDC)

Elektronenmikroskop-Aufnahme des Zika-Virus

US-Präsident Barack Obama und Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff haben vereinbart, die Entwicklung eines Zika-Impfstoffes zu voranzutreiben. In Brasilien gibt es bisher rund 4180 Fälle mit einer möglichen Schädelfehlbildung, in sechs Fällen hatten sich Schwangere zuvor mit dem Zika-Virus infiziert. Dieser war bis zum Auftauchen in Lateinamerika kaum verbreitet. Das Virus wurde erstmals 1947 im Zikawald in Uganda in Afrika entdeckt.

Zika-Symptome sind in der Regel leichtes Fieber, Kopfschmerzen, Hautrötungen und Bindehautentzündung. Die Krankheit verläuft meist mild und klingt nach zwei bis sieben Tagen wieder ab. Schwere Verläufe oder Todesfälle gibt es nach derzeitigem Kenntnisstand nicht. Nach einer Infektion ist der Betroffene immun. Der Erreger wird ähnlich dem Dengue-Fieber von einer bestimmten Moskitoart übertragen.

AR/kle (afp/dpa/KNA)

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