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Aktuell Welt

Zika-Übertragung durch Speichel?

Während sich das Zika-Virus in Lateinamerika rasant ausbreitet, rückt der Übertragungsweg verstärkt in den Focus. Außer durch die Gelbfiebermücke und Sex kann das Virus womöglich auch durch Speichel übertragen werden.

Wie das brasilianische Institut Fundação Oswaldo Cruz (Fiocruz) mitteilte, haben Forscher das Virus in Speichel- und Urinproben nachgewiesen. Man wisse aber noch nicht, ob es wirklich möglich ist, dass Zika über Speichelflüssigkeiten verbreitet werden kann.

Nach Angaben des Hamburger Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin, dem Referenzlabor in Deutschland, ist schon länger bekannt, dass Zika-Viren im Urin nachgewiesen werden können. Auch über Zika-Erbgut im Speichel haben Forscher schon berichtet.

WHO will Forschung voranbringen

Bisher gelten vor allem Stiche durch die Gelbfiebermücke Aedes aegypti, aber - in seltenen Fällen - auch Sexualkontakte und womöglich infiziertes Blut als Übertragungswege. "Es ist noch sehr viel weitere Forschungsarbeit notwendig, um Klarheit zu haben", zitiert die brasilianische Zeitung "O Globo" den Fiocruz-Präsidenten Paulo Gadelha. In diesem Zusammenhang kündigte die Weltgesundheitsorganisation WHO an, mit einem sechsmonatigen Forschungsprogramm und einem Budget von 25 Millionen Dollar für Aufklärung sorgen zu wollen.

Ärztin hält Baby im Arm (Foto: Getty)

Das Zika-Virus wird für Fehlbildungen des Kopfes (Mikrozephalie) in Brasilien verantwortlich gemacht

Weitere Zika-Folgekrankheit breitet sich aus

Derweil verzeichnet die brasilianische Millionenmetropole Rio de Janeiro einen sprunghaften Anstieg des seltenen Guillain-Barré-Syndroms. Allein im Januar habe man 16 Fälle der Nervenkrankheit erfasst, bei der ein Zusammenhang mit dem Zika-Virus vermutet wird, erklärte die auf das Syndrom spezialisierte Universitätsklinik Antônio Pedro laut der Zeitung "O Globo".

Alle Patienten seien zuvor mit dem Zika-Virus infiziert worden. Bei sechs der Erkrankten sei der Zustand sehr ernst, teilten die Ärzte in der brasilianischen Metropole mit. Bisher wurden in Rio de Janeiro weniger als zehn Fälle des Guillain-Barré-Syndroms pro Jahr registriert.

Die Krankheit verursacht eine Veränderung des Immunsystems und führt zu Muskelschwäche im ganzen Körper. Symptome sind Taubheit in Beinen und Armen, Rückenschmerzen, Herzklopfen und motorische Schwierigkeiten. In den meisten Fällen erholen sich die Patienten nach einigen Monaten. In schweren Fällen führt das Guillain-Barré-Syndrom zu Lähmungen bis hin zum Tod durch Ersticken.

Globaler Gesundheitsnotstand

Die WHO hat wegen der rasanten Ausbreitung in Lateinamerika den globalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Die Epidemie betrifft mittlerweile über 25 Staaten, wobei Brasilien und Kolumbien am stärksten betroffen sind. Der Erreger löst eine zumeist harmlose Infektionskrankheit aus, deren grippeähnlichen Symptome nach etwa einer Woche wieder abklingen.

uh/qu (dpa,rtr,epd)