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Kultur

Zigaretten im Tarnanzug

"Rauchen ist tödlich": Diesen Hinweis finden Spaniens Raucher seit Wochen auf jeder Zigarettenschachtel. Frei nach dem Motto "Aus den Augen, aus dem Sinn" bieten clevere Händler nun Papphüllen als Sichtschutz an.

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Auffällige Warnhinweise sollen den Spaß am Rauchen verderben.

Unter Rauchern heißen diese Produkte schlichtweg "Tarnanzug" oder "Präservativ". An den Ladentheken war das Interesse an den Papphüllen so stark, dass mancher Raucher schon nach kurzer Zeit leer ausging. Kein Wunder, schließlich sind die Hüllen witzig gestaltet und nicht ohne Ironie. Aufgedruckte Sprüche wie "Rauchen entspannt die Nerven" oder "Arbeiten schadet der Gesundheit" sollen die Raucher wieder zum Schmunzeln bringen.

Dabei gibt es für Spaniens Raucher eigentlich keinen Grund zur Klage. Der Preis für Zigaretten ist – verglichen mit anderen EU-Staaten – in Spanien besonders niedrig. Zwischen 1,50 und 2,75 Euro muss lediglich für eine Packung bezahlt werden.

Raucherfrust

In Deutschland können Raucher bei diesen Preisen nur mit den Zähnen knirschen. Und es kommt noch schlimmer: Seit Anfang Oktober müssen auch die Raucher zwischen Flensburg und Sonthofen mit demotivierenden Sprüchen auf Zigarettenpackungen leben.

Eine kleine Auswahl: "Rauchen kann zu einem langsamen und schmerzhaften Tod führen", "Rauch enthält Benzol, Nitrosamine, Formaldehyd und Blausäure" oder "Rauchen lässt Ihre Haut altern." Produktbezeichnungen wie "light" oder "mild" sind als Aufdruck ebenfalls nicht mehr erlaubt.

Bald könnten die Warnhinweise aber noch wesentlich dramatischer aussehen. Dann könnten auch Farbfotografien auf den Zigarettenpackungen abgedruckt sein, die mehr als tausend Worte sagen. In Kanada kommen diese Fotos schon seit einiger Zeit zum Einsatz. Die Bilder zeigen unter anderem sterbende Krebspatienten oder vom Krebs zerfressene Lungen.

Motivationsschub

Was zunächst übertrieben wirkt, scheint sich in der Praxis durchaus als geeignete Methode gegen Zigarettensucht zu entpuppen. Die Ergebnisse einer Studie der kanadischen Krebsgesellschaft sollen belegen, dass sich Abschreckung lohnt. So hätten laut Studie 44 Prozent der befragten Raucher angegeben, dass sie durch die neuen Warnhinweise motiviert würden, mit dem Rauchen aufzuhören.

Doch was als Kampagne gut gemeint war, kann auch nach hinten losgehen. In der Studie steht nämlich auch, dass zwei Prozent der Befragten durch die neue Tabak-Regelung ein neues Hobby gefunden hätten: Sie sammeln inzwischen Zigarettenpackungen mit möglichst vielen unterschiedlichen Warnhinweisen.

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