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Aktuell Nahost

Ziehen die USA in den syrischen Krieg?

Wie reagieren die USA auf den Giftgaseinsatz in Syrien? Präsident Obama taktiert, obwohl die viel zitierte "rote Linie" längst überschritten scheint. Aber seine Generäle diskutieren schon die technischen Möglichkeiten.

Im syrischen Bürgerkrieg gewinne das Militär von Machthaber Baschar al-Assad allmählich die Oberhand, warnte US-Generalstabschef Martin Dempsey bei einer Anhörung im Kongress. Vor diesem Hintergrund müssten die USA den Einsatz von Waffengewalt erwägen. Die Regierung diskutiere derzeit "kinetische Angriffe" (kinetic strikes) auf Ziele in Syrien, sagte Dempsey. Er wollte diesen Begriff aber nicht genauer erklären.

Seine Bemerkung lässt offen, in welchem Maße die USA in Syrien militärisch eingreifen könnten. "Es wäre unangebracht, öffentlich meine Meinung darüber zu äußern, welche Art der Gewalt wir benutzen sollten", sagte Dempsey nur. Auch seine Haltung im Umgang mit dem Assad-Regime wollte der höchste Offizier der USA nicht näher erläutern. Er stellte aber klar, dass die Rebellen im Kampf gegen das Assad-Regime an Boden verlören: "Der Wind hat sich zu Assads Gunsten gedreht".

"Ganze Reihe von Möglichkeiten"

Die USA unterstützen syrische Rebellen bisher nur mit leichten Waffen, greifen aber nicht selbst militärisch in das Kriegsgeschehen ein. Mitte Juni zeigte sich Obama davon überzeugt, dass das syrische Regime durch den Einsatz tödlicher Giftgase eine von ihm gezogene "Rote Linie" überschritten habe.

Syrische Rebellen im Kampf (Foto: AFP/Getty Images)

Syrische Rebellen im Gefecht

Er habe Präsident Barack Obama mehrere Optionen für einen US-Militäreinsatz in dem seit zweieinhalb Jahren umkämpften Land vorgelegt, sagte der General weiter. Letztlich liege die Entscheidung über bewaffnete Angriffe aber beim Präsidenten. Dempseys Stellvertreter James Winnefeld sprach vor dem Kongress von einer "ganzen Reihe von Möglichkeiten".

Flüchtlinge klagen den Westen an

In Jordanien haben rund 200 syrische Flüchtlinge gegen die Haltung des Westens im Syrien-Konflikt protestiert. Bei einem Besuch von US-Außenminister John Kerry im Flüchtlingslager Saatari forderten die Syrer eine Flugverbotszone in ihrem Heimatland sowie Waffen für die Revolutionäre. "Wir sterben inmitten Ihres Schweigens", riefen die Menschen dem US-Außenminister zu. Kerry forderte die internationale Gemeinschaft auf, mehr für die Linderung der humanitären Krise in Syrien und in den Aufnahmeländern für syrische Flüchtlinge zu tun.

Mit 160.000 Bewohnern ist die Zeltstadt Saatari nahe der syrischen Grenze im Norden Jordaniens eines der größten Flüchtlingslager der Welt. In den vergangenen zwei Jahren sind rund 1,8 Millionen Syrer vor dem Bürgerkrieg über die Grenzen geflohen. Rund 4,2 Millionen sind Flüchtlinge im eigenen Land. Nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten kamen mehr als 100.000 Menschen ums Leben.

rb/re (ape, dpa)

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