1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Aktuell Afrika

Zida neuer Übergangspremier in Burkina Faso

Der bisherige Militärmachthaber von Burkina Faso regiert das Land jetzt übergangsweise als Premierminister. Damit teilen sich Militär und zivile Kräfte nun die Macht in dem westafrikanischen Land.

Der Interimspräsident von Burkina Faso, Michel Kafando, hat per Dekret den bisherigen Militärmachthaber Isaac Zida zum Übergangsregierungschef des westafrikanischen Landes ernannt. Zida hatte nach dem Sturz des langjährigen Präsidenten Blaise Compaoré Ende Oktober die Macht ergriffen.

Compaoré war nach 27 Jahren an der Macht am 31. Oktober unter dem Druck von Massenprotesten zurückgetreten und in die benachbarte Elfenbeinküste geflohen. Nachdem das Militär die Macht übernommen hatte, stellte die Afrikanische Union jedoch ein Ultimatum, wonach die Armee die Macht binnen zwei Wochen an eine zivile Übergangsregierung abgegeben muss. Vergangene Woche willigt die Armee ein.

Machtteilung mit Militär

Zida (Artikelbild links) rief die Bevölkerung und die internationale Gemeinschaft auf, den politischen Übergang in Burkina Faso "ohne Vorbehalte" zu unterstützen. Seine Regierung werde sich nicht "selbstsüchtig" verhalten. Offenbar handelt es sich bei der Ernennung des Offiziers zum Ministerpräsidenten um einen Kompromiss mit den Streitkräften.

Seine Ernennung war demnach Bedingung dafür, dass das Präsidentenamt an einem Zivilisten ging. Interimspräsident Michel Kafando (Artikelbild rechts) war erst am Dienstag vereidigt worden. Der langjährige Diplomat und frühere Außenminister hatte dazu erklärt, die Armee müsse eine wichtige Rolle bei der "Stabilisierung" des Landes spielen.

Zivilgesellschaft skeptisch

Im November kommenden Jahres sollen in Burkina Faso umfassende Wahlen stattfinden. Darauf hatten sich Vertreter der Armee und der Zivilgesellschaft nach dem Sturz von Langzeitmachthaber Compaoré geeinigt. In den Gesprächen war auch vereinbart worden, dass das Land einen zivilen Präsidenten bekommen solle, der Übergangsregierungschef aber aus Reihen des Militärs kommen könne.

Dennoch äußerten sich Vertreter der Zivilgesellschaft nach der Ernennung von Zida skeptisch. "Wir sind beunruhigt, mehr aber auch nicht", sagte Guy Hervé Kam, Sprecher der Gruppe Balai Citoyen, die Proteste gegen Compaoré organisiert hatte. Andere meinten, man müsse abwarten, wie Zida sein Amt ausübe.

det/gmf (afp, dpa, epd)