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Aktuell Europa

Zerreißprobe im Grenzgebiet

Die Spannungen an der türkisch-syrischen Grenze verschärfen sich von Tag zu Tag. Wieder landeten aus Syrien abgeschossene Granaten auf türkischem Gebiet. Die türkische Armee feuerte zurück.

Türkische Soldaten an der Grenze zu Syrien (Foto: AFP/GettyImages)

Türkische Soldaten an der Grenze zu Syrien

Der türkisch-syrische Konflikt geht weiter. Am Samstag detonierte eine aus Syrien abgefeuerte Mörsergranate in einem Feld in der Nähe des Dorfes Güveççi in der Provinz Hatay, meldet die türkische Nachrichtenagentur Anadolu. Niemand wurde verletzt. Das türkische Militär erwiderte das Feuer.

Die Behörden sehen den erneuten Anschlag allerdings nicht als Angriff auf ihr Land. Das Amt des Gouverneurs von Hatay sehe in dem Vorfall einen fehlgeleiteten Angriff der syrischen Armee auf die Rebellen, berichtete die Nachrichtenagentur Anadolu. Ursache sei die Intensivierung der Kampfhandlungen in dem Gebiet.

Einen ähnlichen militärischen Zwischenfall hatte es bereits am Freitagabend gegeben, als eine Mörsergranate in der Nähe des Dorfes Asagipulluyazi in der Provinz Hatay eingeschlagen war. Die türkische Armee hatte auch hier mit einem Gegenangriff geantwortet.

Friedenssignale und Truppen-Rückzug

Dabei schien der syrische Präsident Baschar al-Assad noch sehr um eine Deeskalation in den Beziehungen zur Türkei bemüht zu sein, nachdem der UN-Sicherheitsrat erstmals geschlossen reagiert und einen tödlichen syrischen Angriff auf ein türkisches Grenzdorf scharf verurteilt hatte. Nach Angaben aus Ankara zog Syrien Panzer und anderes militärisches Gerät von der Grenze zur Türkei zurück. Auch die türkische Regierung hatte Friedenssignale geschickt. Regierungschef Recep Tayyip Erdogan betonte Medienberichten zufolge, sein Land wolle keinen Krieg mit Syrien.

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Syrien: Sorge vor einem Flächenbrand

Nach den erneuten Granateneinschlägen hat die Türkei nun ihre Truppen an der Grenze verstärkt. Erdogan machte deutlich, dass sein Land auch in Zukunft auf Querschläger aus Syrien reagieren werde. "Ich fordere einmal mehr Assads Regime und dessen Anhänger auf: Versucht nicht die Geduld der Türkei zu testen, versucht nicht die Grenzen der Türkei zu testen", sagte Erdogan. Ein Sprecher des Weißen Hauses, Josh Earnest, stärkte Erdogan den Rücken und sagte, die Reaktion der Türkei auf die "aggressive Aktion der Syrer" sei gerechtfertigt gewesen.

Auslöser des Konflikts war der Einschlag einer syrischen Granate in einem türkischen Grenzdorf am Mittwoch. Dabei wurden fünf Menschen getötet. Die Türkei reagierte zur Vergeltung mit zwei Artillerieangriffen.

Regierungsarmee greift Rebellen an

Ungeachtet der Spannungen an der Grenze gingen die syrischen Regierungstruppen auch am Freitag weiter massiv gegen Aufständische vor. So erlebte die Rebellenhochburg Homs nach Angaben von Aktivisten den heftigsten Beschuss seit fünf Monaten.

Die Streitkräfte griffen mit Kampfflugzeugen und Panzern an und nahmen den Stadtteil Chaldija mit Mörsern unter Beschuss, wie die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte. Auch umliegende Ortschaften und die Rebellenstadt Rastan nördlich von Homs würden angegriffen. Nach Angaben von Oppositionellen wurden mindestens 127 Menschen von den syrischen Streitkräften getötet.

pg/ml (dpa, dapd, rtr, afp)

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