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Kultur

Zentralrat der Juden vor Führungswechsel

Immer wieder meldet sich Dieter Graumann vernehmlich zu Wort. Er ist die Stimme der Juden in Deutschland. Nach vier Jahren will er das Amt des Präsidenten des Zentralrats abgeben.

Damit bahnt sich ein Führungswechsel bei der Dachorganisation der 108 jüdischen Gemeinden mit ihren rund 101.000 Mitgliedern an: Graumann kündigt an, bei der turnusmäßigen Präsidiumswahl am 30. November nicht erneut zu kandidieren. Die Belastung durch das Ehrenamt sei zu groß, so Graumann. Nach vier Jahren im Amt wolle er wieder Zeit für Familie und Privatleben haben. Seine Aufgabe sei ihm aber eine "absolute Herzenssache" gewesen. Um die Nachfolge will sich nun Vizepräsident Josef Schuster bewerben, der Graumanns Entscheidung im Namen des Zentralrats bedauerte: Graumann habe "ganz Außerordentliches" geleistet und stets "den Zusammenhalt der pluralen, jüdischen Gemeinschaft im Sinn und im Herzen" gehabt. Josef Schuster ist Präsident des Landesverbandes der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern und Vorsitzender der Israelitischen Kultusgemeinde Würzburg und Unterfranken.

Jude der zweiten Generation

Merkel beim Zentralrat der Juden. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Dieter Graumann mit Bundeskanzlerin Angela Merkel

Graumann stand seit November 2010 an der Spitze des Zentralrates der Juden. Er war auf Charlotte Knobloch in das Amt gefolgt. In seiner Amtszeit handelte Graumann einen neuen Staatsvertrag mit der Bundesregierung aus und erreichte eine Verdoppelung der finanziellen Hilfen. Der 1950 in Ramat Gan in Israel geborene Graumann gehört zur ersten Generation von Juden, die den Holocaust nicht mehr selbst erlebt hat. Graumanns Vater, der sechs Konzentrationslager überlebte, und seine Mutter lernten sich in einem Flüchtlingslager kennen. 1950 wanderten sie nach Israel aus und kehrten 1952 nach Deutschland zurück.

sd/az (dpa/afp/epd/kna)