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Fokus Osteuropa

Zentralasien: Migration verschärft AIDS-Problem

Den Ländern Zentralasiens droht eine AIDS-Epidemie. Zu diesem Ergebnis kamen die Teilnehmer einer Fachkonferenz im kirgisischen Bischkek. Hauptprobleme sind schlechte medizinische Versorgung und wachsende Migration.

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An der Konferenz "AIDS-Epidemie in Zentralasien" nahmen mehr als 250 Gesundheitsexperten und Regierungsvertreter aus der gesamten zentralasiatischen Region teil. Die Konferenz wurde von der United States Agency for International Development (USAID), vom Central Asia AIDS Control Project (CAAP) sowie vom Global Fund to Fight AIDS, Tuberculosis and Malaria veranstaltet.

Einer der Gründe für die Verbreitung von AIDS in Zentralasien ist die große Migration. Der kirgisische Gesundheitsminister Marat Mambetow gab zu, dass sein Land nicht in der Lage sei, das Problem allein zu bekämpfen. Erstens könne der Staat nicht die für eine Bekämpfung von AIDS notwendigen Finanzmittel bereitstellen. Zweitens sei das Gesundheitswesen zu schwach ausgebaut. Hinzu käme, dass die Mediziner, vor allem auf dem Lande, zu wenig über AIDS wüssten.

AIDS-Infektionen in Krankenhäusern

Während der Konferenz wurde eingehend über die Infektion von Kindern mit AIDS diskutiert, zu der es im vergangenen Jahr in einem Krankenhaus der kirgisischen Stadt Osch gekommen war. Daraufhin wurde eine Untersuchungskommission der Regierung gebildet. Viele Kirgisen gehen davon aus, dass die Kinder aufgrund von Schlamperei der Ärzte infiziert worden seien. Doch das konnte bisher nicht bewiesen werden. Der kirgisische Gesundheitsminister Mambetow meint: "Die Untersuchungen sind nicht abgeschlossen. Natürlich, am Anfang ging man davon aus, dass die Infektionen ein inneres Problem des Krankenhauses seien. Heute gibt es keine Garantie mehr, dass ähnliche Fälle von AIDS-Infektionen nicht auch in anderen Krankenhäusern in anderen Regionen des Landes passieren."

Auch die Experten äußerten sich auf der Konferenz über die Infektionen von Kindern in Krankenhäusern besorgt. Aus diesem Grund erarbeitete die UNO inzwischen einen Hilfsplan für die betroffenen Familien, der soziale und psychische Unterstützung beinhaltet. Experten sollen zudem die Mediziner im Gebiet Osch über die Übertragungswege von AIDS aufklären.

Mehr Hilfe von NGOs gefordert

Asel Sargaldakowa vom Büro für Gesundheitsschutz der Weltbank in Kirgisistan sagte, die Regierung des Landes sei sich bewusst, welche Ausmaße das AIDS-Problem angenommen habe: "Wir sehen, dass die Regierung für eine Zusammenarbeit offen ist und diese auch wünscht. Dies wird an zwei Dingen deutlich. Erstens will man eine genaue Untersuchung vor Ort durchführen, um sich ein exaktes Bild zu machen. Zweites will man einen detaillierten Aktionsplan erarbeiten, um die Situation in Griff zu bekommen. Kirgisistan befindet sich im Zustand einer konzentrierten Epidemie, das heißt, dass sie auf Gruppen mit einem hohen Risiko konzentriert ist."

Im Laufe der Konferenz wurde von den Experten ferner gefordert, mehr Nichtregierungsorganisationen in die Bekämpfung von AIDS einzubeziehen. In Kirgisistan sind solche Organisationen zum Beispiel vor allem in Bischkek und im Gebiet Tschuj angesiedelt, während sie in anderen Regionen des Landes völlig fehlen.

Saida Jusupchanowa

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