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Amerika

Zelaya als Grenzgänger unterwegs

Der abgesetzte honduranische Präsident Manuel Zelaya hat symbolisch einen Fuß auf den Boden seines Heimatlandes gesetzt. Er überschritt aus Nicaragua kommend die Grenze nach Honduras und forderte sein Amt zurück.

Zelaya mit Handy vor Mikorofonen, winkt seinen Anhängern zu (Foto: AP)

Begehrter Interviewpartner: Manuel Zelaya bei seiner kurzfristigen Rückkehr nach Honduras

In Begleitung internationaler Reporter und Kamerateams übertrat Zelaya bei der nicaraguanischen Kleinstadt Las Manos am Freitag (24.07.2009) die Grenze, kehrte aber umgehend auf die nicaraguanische Seite zurück, um einer drohenden Verhaftung aus dem Weg zu gehen. Die honduranische Polizei hatte zuvor erklärt, sie habe einen "strategischen Plan" für die Festnahme Zelayas, sobald dieser über die Landesgrenze komme.

Tränengas und Ausgangssperre

Ein Zelaya-Anhänger vor einem Aufgebot von schwer bewaffneten Soldaten (Foto: AP)

Auf Konfrontationskurs - Polizei und Anhänger von Zelaya

Von dem Grenzort aus rief Zelaya seine Familie an und sagte: "Ich bin auf der honduranischen Seite." Dort standen unweit der Grenze Soldaten und Polizisten in Kampfausrüstung. Am Himmel kreiste ein Hubschrauber.

Zuvor hatten die Sicherheitskräfte Tränengas auf Dutzende Zelaya-Anhänger gefeuert, um sie daran zu hindern, sich der Grenze zu nähern. Die Interimsregierung verhängte eine Ausgangssperre in den Gebieten an der Grenze zu Nicaragua, damit Zelayas Anhänger nicht zu den Grenzübergängen gelangen. Tausende von ihnen hatten sich bereits auf den Weg an die Grenze zu Nicaragua gemacht.

Clinton warnt Zelaya vor Provokationen

US-Außenministerin Hillary Clinton kritisierte Zelayas Grenzübertritt als leichtsinnig. Sie forderte alle Seiten auf, Provokationen zu unterlassen und nach einer friedlichen Lösung des Konflikts zu suchen.

Der Generalsekretär der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), José Miguel Insulza, forderte Zelaya im Fernsehen erneut auf, keine Konfrontation zu suchen, sondern an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Zelaya hatte den Vermittlungsversuch des costaricanischen Präsidenten Óscar Arias für gescheitert erklärt und war Donnerstagnachmittag mit einer Wagenkolonne in Managua gestartet, um nach Honduras zurückzukehren.

Aufruf zum Volksaufstand

Ein Polizist schießt mit einer Tränengaspistole (Foto: AP)

Mit Tränengas wollte die Polizei Zelaya-Anhänger von der Grenze fernhalten

Zuvor hatte er zu einem Volksaufstand aufgerufen und versucht, seine Anhänger zur Grenze zu dirigieren. Sie soltlen ihn in die Hauptstadt Tegucigalpa begleiten und ihm damit den Weg zurück ins Präsidentenamt ebnen.

Der als Präsident immer weiter nach links gerückte Zelaya war am 28. Juni im Streit über eine in der Verfassung nicht vorgesehene zweite Amtszeit vom Militär abgesetzt und ins Ausland gebracht worden. Der erste Militärputsch in Mittelamerika seit dem Ende des Kalten Krieges war international verurteilt worden. Die USA warnten Honduras vor Sanktionen, falls Zelaya nicht wieder in sein Amt eingesetzt wird.

Ein erster Rückkehrversuch Zelayas nach Honduras an Bord eines venezolanischen Flugzeugs war Anfang Juli gescheitert, weil die Putschisten den Flughafen der Hauptstadt Tegucigalpa vom Militär blockieren ließen. Daraufhin kam es zu Zusammenstößen mit Anhängern Zelayas, bei denen mindestens ein Demonstrant ums Leben kam. (je/wa/rtr/ap/afp/dpa)

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