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Kultur

Zeitungen für Ausgewanderte

Wollen Sie auch im Urlaub eine deutschsprachige Zeitung lesen? Über 3000 deutschsprachige Publikationen erscheinen in aller Welt, darunter Tageszeitungen, Wochenzeitschriften und Monatsblätter.

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In der Ferne Zeitung lesen scheitert oft an den Sprachkenntnissen

Wer sich als Tourist im Zeitschriftenhandel des Gastlandes umsieht, ist immer wieder überrascht, dass es zwischen der importierten deutschen Presse, auch eine landeseigene, deutschsprachige Presse gibt.

Weltweites Angebot

Aus dem Füllhorn einige Beispiele: Die "Rundschau" in Kanada, die "Allgemeine" in der Türkei, die "Woche" in Australien, es gibt die "Prager Zeitung", die "Peking Rundschau" und seit 1916 überlebt die "Allgemeine Zeitung" in Namibia. So unterschiedlich wie die Zeitungsformate und die Erscheinungsweisen sind auch die Inhalte der deutschsprachigen Auslandspresse.

Überleben nicht gesichert

Die redaktionellen Ansprüche und Ausrichtung, aber auch die technischen Möglichkeiten und Auflagen weichen voneinander erheblich ab. Gerade auch in Touristen-Hochburgen wetteifern deutschsprachige Anzeigenblätter um die Gunst von Kunden und Lesern. Trotz der Vielfalt der deutschsprachigen Auslandspresse ist allen Titeln gemeinsam, dass eine große Vergangenheit als Tageszeitung für ehemalige Auswanderer keine Option mehr für eine künftige Marktchance garantiert.

Von 300.000 auf 1000

Der Wettbewerb mit den deutschen Zeitungen im Internet lässt nur noch kleine Nischen über. Und manch eine Presse historisch bedeutsame, deutschsprachige Auslandszeitung wird in absehbarer Zeit als dünne Vereinsbroschüre wohl ihren Abschied nehmen müssen.

Ein Beispiel: die "New Yorker Staatszeitung", gegründet 1838. Zeitweise hatte sie eine Rekordauflage von 300.000. Heute fristet sie ihr Dasein als kleines Wochenblatt mit einigen 1000 Exemplaren und sie wird nicht mehr in New York, sondern in Florida hergestellt. Noch gibt es allerdings Abonnenten, Anzeigenkunden und vor allem Leser.

Unterstützung von "daheim"

Die Zeitung "Israel Nachrichten" in Tel Aviv hatte schon eine Vorgängerin in deutscher Sprache, speziell produziert für die sogenannten "Jekkes". Für viele deutschsprachige Juden, die als Auswanderer und Naziverfolgte in Palästina und Israel eine neue Heimat suchten, blieb Hebräisch eine sehr fremde und sehr schwer zu erlernende Sprache. Eine Zeitung in der gewohnten Muttersprache war als Informationsquelle ungemein wichtig.

Die Sprachsituation ist in Israel heute ein völlig andere und damit sind die deutschsprachigen "Israel Nachrichten" im Grunde genommen entbehrlich, doch die Zeitung lebt munter weiter, auch mit Unterstützung der deutschen Bundesregierung.

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