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Fußball

Zeit für Experimente

Im vorletzten Spiel des Jahres testet die Nationalelf im EM-Endspielstadion gegen die Ukraine. Joachim Löw schont einige Leitwölfe und gibt jungen Spielern eine Chance. Besonders freuen darf man sich auf ein Kreativ-Duo.

Die deutsche Nationalmannschaft bei der Vorstellung des neuen Nationaltrikots (Foto: dapd)

Mit neuen Trikots reist die Nationalelf nach Kiew

Für die einen ist es die Gelegenheit, mit Stolz vor einem großen Publikum das soeben fertiggestellte Olympiastadion zu präsentieren. Für die anderen ist es eigentlich nichts weiter als die Möglichkeit, neues Personal zu testen. Die Vorzeichen vor dem Freundschaftsspiel Ukraine gegen Deutschland am Freitag (11.11.2011) könnten kaum unterschiedlicher sein.

Für die deutsche Mannschaft ist die Qualifikation für die Europameisterschaft bereits geschafft und eigentlich muss die Nationalelf nach einem starken Jahr mit acht Siegen aus elf Spielen niemand mehr etwas beweisen. Deshalb ist es für Bundestrainer Jochim Löw auch an der Zeit, "einige Experimente vorzunehmen", und zwar "im taktischen und personellen Bereich".

Zieler erhält Bewährungsprobe

Ron-Robert Zieler mit Ball (Foto: dapd)

Debütiert im deutschen Tor: Ron-Robert Zieler

Eines dieser Experimente heißt Ron-Robert Zieler, ist 22 Jahre alt und Torwart bei Hannover 96. Er rückt für Manuel Neuer ins Tor, zumindest für eine Halbzeit. Ausgebildet wurde er bei Manchester United, trainierte dort mit Weltklassekeeper Edwin van der Saar und ist heute Rückhalt der aufstrebenden Hannoveraner. Sein Erfolgsrezept sei seine "ruhige Art", die seine Mitspieler, die ihn nur "Ron" rufen, sehr schätzen. Auch der Bundestrainer ist voll des Lobes. "Er wirkt sehr reif und erfahren. Zieler gehört auch zu dieser neuen Generation Torhüter, die kann mitspielen, weit aus dem Tor gehen und beherrscht den Strafraum gut."

Auch vor Zieler wird es einige Veränderungen geben. Ohne die erfahrenen Leitwölfe Lahm, Schweinsteiger und Klose dürfen und müssen die jungen Nachwuchskräfte beweisen, dass auch sie das Team führen können. Einer von ihnen ist Verteidiger Mats Hummels von Meister Borussia Dortmund: "Ich hoffe natürlich, dass ich wieder eine Chance habe, mich zu zeigen und dass die Spiele (gegen die Ukraine und die Niederlande, Anm. d. Red.) so laufen, wie die letzten." Und die liefen bekanntlich sehr gut.

Das Kiewer Olympiastadion von innen (Foto: Wikipedia)

Das Kiewer Olympiastadion. Kostenpunkt: Knapp 600 Millionen Euro - doppelt so viel wie veranschlagt

Offene Kapitänsfrage

Der Gegner Ukraine ist schwer einzuschätzen, denn die Elf von Nationaltrainer Oleg Blokhin absolvierte zuletzt nur Freundschaftsspiele, da sie als Gastgeber gesetzt ist. Ebenfalls schwer einzuschätzen ist die Kapitänsfrage im deutschen Team, die einige Beobachter bereits beantwortet wissen wollten: Per Mertesacker sei als Lahm-Vertreter auserkoren. Aber Bundestrainer Löw sieht das anders: "Also gehen Sie mal nicht davon aus, dass Per Mertesacker ganz klar Kapitän ist. Ich möchte mich noch nicht festlegen."

Immerhin auf eins wollte sich Löw festlegen: Es kommt zur lang erwarteten Premiere des Kreativ-Duos Mesut Özil und Mario Götze: "Beide sind sehr kreativ und können viel für die Offensive machen. Das birgt natürlich die Gefahr, dass wir hinten etwas entblößt sind, weil beide sehr offensiv sind", sagte Löw, der diese Variante dennoch rechtzeitig vor der EM ausprobieren möchte – zu verlockend ist das gemeinsame Potential, das beide Spielmacher besitzen.

Stadion auf den letzten Drücker fertig

Anatoliy Tymoshchuk im Bayern-Trikot am Ball (Foto: picture alliance)

Bekannter aus der Bundesliga: Anatoliy Tymoshchuk

Das Ziel im Freundschaftsspiel gegen die Ukraine ist klar: Ein weiterer Sieg soll Selbstbewusstsein für das EM-Jahr 2012 geben. Kommt es anders, nehme er dies auf seine Kappe, sagt Bundestrainer Löw, der möglichst viele Spieler testen will. Kulisse dafür ist das sage und schreibe fast 600 Millionen Euro teure neue Kiewer Olympiastadion, an dem bis kurz vor dem Spiel noch gebaut wurde. Ein Sinnbild also für die deutsche Nationalelf, die ebenfalls noch in der Bauphase steckt. Und Löws Team hätte wohl auch nichts dagegen, am 1. Juni hier noch einmal aufzulaufen: im Finale der Europameisterschaft 2012.

Autor: Joscha Weber

Redaktion: Frank Wörner

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