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Aktuell Afrika

Zehntausende setzen Jemens Regierung unter Druck

In der Hauptstadt Sanaa haben wieder zehntausende Anhänger der schiitischen Huthi-Rebellen ihren Unmut auf die Straße getragen. Die Regierung agiert hilflos. Es reicht nur zu einem weiteren Appell an die Aufständischen.

Ein weiteres Mal hat eine aufgebrachte Menschenmenge in Sanaa den Rücktritt der Regierung unter Übergangspräsident Abd Rabbo Mansur Hadi verlangt, der sie Korruption vorwerfen. "Wir werden nicht zurückweichen, wir werden den Druck erhöhen", skandierten die Teilnehmer der Demonstration (Artikelbild). Vielfach wurden Flaggen der Partei des im Jahr 2011 gestürzten Staatschefs Ali Abdullah Saleh geschwenkt, der dieser immer noch vorsitzt. Die Lage in der Hauptstadt ist gespannt. Polizisten sichern wichtige Gebäude.

Regierung fordert Rebellen zum Rückzug auf

Der Präsident rief nach den gescheiterten Verhandlungen mit den schiitischen Huthi-Rebellen die Aufständischen zum Rückzug aus der Hauptstadt und ihrer Umgebung auf. In einem Schreiben an Huthi-Anführer Abdulmalik al-Huthi verlangte Hadi, "Spannungsfaktoren" müssten abgebaut werden, damit neue Gespräche aufgenommen werden könnten. Er forderte die Rebellen auf, Verhandlungsführer zu benennen.

Ein Anhänger von Huthi-Anführer Abdulmalik al-Huthi (Foto: rtr)

Ein Anhänger von Huthi-Anführer Abdulmalik al-Huthi

In Sanaa und rund um die Stadt haben in den vergangenen Wochen etwa 30.000 Anhänger des Huthi-Stammes, darunter mindestens 10.000 Bewaffnete, Position bezogen. Sie organisieren auch die Proteste gegen die Regierung. Anfang August hatten Huthi-Rebellen die Provinzhauptstadt Amran, rund 50 Kilometer nördlich von Sanaa, unter ihre Kontrolle gebracht. Die Regierung sieht nun vor allem die Nachbarprovinz Marib bedroht, die südlich der Huthi-Region Al-Dschauf liegt. Marib ist eine der wenigen Provinzen des armen Landes mit Ölvorkommen.

Nach Einschätzung von Experten wollen die Huthi mit ihren Protesten, die sich an der Erhöhung der Bezinsteuer entzündeten, ihren Einfluss im Norden ausbauen und sich mehr Macht in einer künftigen Regierung sichern. Seit 2004 gab es wiederholt Aufstände der Huthis, die sich durch die von der sunnitischen Mehrheit dominierte Zentralregierung benachteiligt sehen.

se/mak (afpe, dpa)

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