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Politik

Zehntausende protestieren wieder gegen Nepals König

Trotz eines Ausgehverbotes haben in Nepal mehr als 100.000 Menschen gegen den autoritären Herrscher König Gyanendra protestiert. Mit einer Ansprache des Königs wird noch gerechnet.

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Schon Donnerstag gingen Menschen trotz Verbots auf die Straßen von Kathmandu

Die Demonstranten versammelten sich am Freitag (21.4.2006) am westlichen Rand der Hauptstadt Kathmandu, wo die Polizei am Tag zuvor drei Demonstranten erschossen und viele weitere verletzt hatte, und forderten Demokratie für das Land. Die Regierung hatte zuvor ein Ausgehverbot in der Stadt zwischen 9 Uhr und 20 Uhr verhängt und damit gedroht, auf jeden schießen zu lassen, der dagegen verstoße.

"Lang lebe die Demokratie"

Demonstration in Katmandu Nepal trotz Ausgangsperre

Polizisten gingen am Donnerstag auf Demonstranten los

Die Demonstranten schwenkten Fahnen der Oppositionsparteien und riefen "Lang lebe die Demokratie" und "Das Blut der Märtyrer wird nicht vergossen sein". Am Freitag erlag ein weiterer Demonstrant seinen Verletzungen. Er war tags zuvor bei einer Protestkundgebung in Gularija, rund 500 Kilometer südwestlich von Kathmandu, von Sicherheitskräften beschossen worden.

Wichtige Ankündigung erwartet

Während die Spannungen zunahmen, erklärte der indische Gesandte Karan Sing am Freitag, er rechne noch am gleichen Tag mit einer wichtigen Ankündigung. Möglicherweise werde diese einen Schritt in Richtung Demokratie ermöglichen. Einzelheiten nannte er nicht. Sing hatte sich am Donnerstag mit König Gyanendra getroffen.

Anhaltende Protestwelle

DEmonstration in Katmandu Nepal trotz Ausgangsperre

Helfer tragen einen Verletzten weg (20.4.2006)

Die oppositionelle Sieben-Parteien-Allianz SPA versucht verstärkt seit mehr als zwei Wochen, den König mit Streiks und Kundgebungen zur Rückkehr zur demokratischen Ordnung zu zwingen. Gyanendra hatte 2002 das Parlament aufgelöst und im Februar 2005 die eigene Regierung entlassen, und herrscht seitdem selbst. Sicherheitskräfte töteten seit Beginn der Protestwelle 14 Menschen, Hunderte wurden verletzt, Tausende festgenommen. (kap)

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