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Aktuell Amerika

Zehntausende Mexikaner bejubeln den Papst

Der aus Argentinien stammende Papst Franziskus besucht Mexiko. Die Gläubigen sind begeistert. Den Eliten liest das Kirchenoberhaupt die Leviten.

Zehntausende begeisterte Mexikaner jubelten an den Straßenrändern, als Papst Franziskus im offenen "Papamobil" zum Nationalpalast in der Hauptstadt Mexiko-Stadt fuhr (Artikelbild).

Mexikos Präsident Enrique Peña Nieto empfing das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche mit militärischen Ehren. Die Hymnen Mexikos und des Vatikan wurden gespielt und die Delegationen beider Seiten vorgestellt. Anschließend kamen Franziskus und Nieto zu einer privaten Unterredung zusammen.

Forderung nach Gerechtigkeit

In einer Rede vor Vertretern der Zivilgesellschaft, vor Unternehmern und Diplomaten im Nationalpalast setzte sich der Papst für mehr Gerechtigkeit und innere Sicherheit in dem von Gewalt und sozialen Gegensätzen geprägten Mexiko ein.

Das Streben nach Privilegien und persönlichen Vorteilen für wenige bereite in der Gesellschaft den Boden für Korruption, Rauschgifthandel, für Gewalt, Menschenhandel, Entführungen und Tod. Dies verursache Leiden und bremse die Entwicklung des Landes.

Mexiko Papst Franziskus & Präsident Enrique Pena Nieto

Mexikos Präsident Nieto schenkt dem Papst bei der Begrüßung einen Sombrero (Foto: Reuters)

Kirche will Zusammenarbeit

Franziskus forderte in seiner Rede neue Formen des Dialogs zwischen den politischen, sozialen und wirtschaftlichen Kräften Mexikos. Die katholische Kirche wolle mit der Regierung zusammenarbeiten. Alle Mexikaner müssten Zugang haben zu Wohnraum, Arbeit, Nahrung, Gerechtigkeit, Sicherheit und einer gesunden Umwelt, betonte der Papst. Die gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Eliten hätten eine besondere Verantwortung dafür, dass alle Bürger die Möglichkeit erhielten, in Würde ihr eigenes Geschick in der Familie und in allen gesellschaftlichen Bereichen gestalten zu können.

'Treffen mit Kyrill

Franziskus war am Freitagabend aus Kuba kommend in Mexiko eingetroffen. Auf der sozialistischen Insel hatte der Argentinier ein Stück Kirchengeschichte geschrieben: Während eines kurzen Stopps war er erstmals mit dem russischen Patriarchen Kirill zu einem persönlichen Gespräch zusammengekommen.

Die Begegnung in Havanna gilt als Meilenstein - seit der Kirchenspaltung vor fast 1000 Jahren hatte es noch nie ein Treffen zwischen einem Papst und einem Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche gegeben. Gemeinsam riefen Franziskus und Kyrill zum Schutz der Christen vor allem im Nahen Osten auf.

wl/rb (dpa, kna)