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Aktuell Afrika

Zehntausende Menschen in Darfur auf der Flucht

Seit drei Wochen toben in der westsudanesischen Krisenregion wieder heftige Gefechte. Frauen und Kinder leiden besonders. UN-Mitarbeiter sprechen von der höchsten Zahl an Binnenflüchtlingen seit einem Jahrzehnt.

Eine junge Mutter hofft darauf, in ein Flüchtlingslager mitgenommen zu werden (Archivfoto: AFP)

Eine junge Mutter hofft darauf, in ein Flüchtlingslager mitgenommen zu werden (Archivbild)

In der westsudanesischen Krisenregion Darfur sind seit Mitte Januar mindestens 38.000 Menschen, überwiegend Frauen und Kinder, vor heftigen Kämpfen geflohen. Nach Angaben der zuständigen Sprecherin der Vereinten Nationen (UN), Samantha Newport, suchten die meisten nahe dem UN-Militärstützpunkt bei Sortony im Norden Darfurs Zuflucht. Die UN befürchten, dass südlich der abgeschiedenen Bergregion Jebel Marra, wo die Gefechte toben, bis zu 50.000 weitere Menschen auf der Flucht sind.

Die UN-Koordinatorin für humanitäre Angelegenheiten, Marta Ruedas, sprach von einer verzweifelten Lage der Menschen. Es sei schrecklich, den Flüchtlingen fehle es "praktisch an allem", beklagte sie.

Regierungstruppen gegen SLA-Rebellen

In der Region Jebel Marra bekämpfen sich seit drei Wochen Regierungstruppen von Präsident Omar Hassan al-Baschir und Rebellen einer Untergruppe der Sudanesischen Befreiungsarmee (SLA). Die Armee setzt Kampfjets und schwere Artillerie ein.

Seit 2003 kämpfen - ungeachtet diverser Vermittlungs- und Friedensinitiativen der UN - in der Krisenregion Darfur Rebellengruppen gegen die sudanesische Armee und regierungstreue arabische Reitermilizen. Die Rebellen werfen ihnen die Unterdrückung der nicht-arabischen Bevölkerung vor. Laut UN-Schätzungen wurden bislang mindestens 300.000 Menschen getötet.

Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag hat wegen des Konflikts Haftbefehl gegen Staatschef al-Baschir erlassen. Ihm werden Völkermord, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Darfur vorgeworfen.

se/jj (afp, dpa)

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