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Aktuell Afrika

Zehntausende fliehen vor Kämpfen

Im Osten des Kongo sind rund 100.000 Flüchtlinge von der Versorgung mit Hilfsgütern abgeschnitten. Die Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Rebellen verhindern die Lieferung von Lebensmitteln und Medikamenten.

Tausende Menschen flüchten mit ihren Habseligkeiten (Foto:ap)

Kongo Flüchtlinge

Die Lage der Menschen in mehreren Camps sei sehr besorgniserregend, teilte das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) in Genf mit. Zudem hätten starke Gefechte in der Nähe der Provinzhauptstadt Goma erneut tausende Zivilisten zur Flucht gezwungen.

Das Kinderhilfswerk UNICEF wies auf die katastrophalen Folgen der Gewalt im Osten der Demokratischen Republik Kongo hin. Wegen der mangelhaften hygienischen Lage in derumkämpften Region steige die Gefahr einer Choleraepidemie. Zudem litten immer mehr Kinder unter akuter Unterernährung. Viele Minderjährige seien durch die Kämpfe von ihren Eltern getrennt, Schulen seien geschlossen. Die umherirrenden Mädchen und Jungen liefen Gefahr, von den Rebellen der Gruppe M23 als Kindersoldaten rekrutiert zu werden.

Während die Aufständischen ihren Vormarsch in Richtung der Metropole Bukavu in der Provinz Südkivu fortsetzten, waren die Straßen in entgegengesetzter Richtung von Flüchtlingen überlaufen. Einige trugen Matratzen, Kochtöpfe und andere Habseligkeiten.

Regierungstruppen formieren sich neu

Nach der Eroberung der Stadt Goma am Dienstag hatte die M23-Miliz am Tag darauf auch die Stadt Sake eingenommen. Diese war am Freitag menschenleer, weil viele Einwohner in Richtung Goma geflohen waren. Die Rebellen überquerten indessen die Hügel am Rande des Kivu-Sees, um in die nächste größere Stadt Minova zu gelangen. Dort sollen sich auch die kongolesischen Streitkräfte neu formiert haben und es könnte zu massiven Gefechten kommen.

Die Regierung in Kinshasa lehnt bisher Verhandlungen mit den Rebellen ab, die nach Einschätzung von UN-Experten von Ruanda und Uganda unterstützt werden. Die Nachbarländer des Kongo bestreiten dies.

Zu Beratungen über eine Entschärfung der Krise im Kongo trafen sich an diesem Samstag Politiker der Region im benachbarten Uganda. Ruandas Präsident Paul Kagame nimmt an dem Treffen in Kampala aber nicht teil, anders als zunächst angekündigt. Er wird von Außenministerin Louise Mushikiwabo vertreten. Ruanda steht in Verdacht, die Rebellengruppe M23 zu unterstützen.

Diese Aufständischen leiten ihren Namen aus dem Friedensabkommen vom 23. März 2009 ab. Es sah die Eingliederung der damaligen Tutsi-Rebellen in die kongolesischen Streitkräfte vor. Aus Protest gegen ihre schlechten Lebensbedingungen verließen die Milizionäre nach einer Meuterei im April 2012 die Armee wieder.

re/uh/hp (rtr, afp, dapd, epd)

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