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Katalanen kämpfen für Abspaltung von Spanien

Zehntausende demonstrieren in Brüssel für Kataloniens Unabhängigkeit

Diesmal nicht Barcelona, sondern Brüssel. Rund 45.000 Katalanen und Unterstützer haben in der belgischen Hauptstadt für die Unabhängigkeit von Spanien demonstriert. Mit dabei: der abgesetzte Regionalpräsident Puigdemont.

Die katalonischen Demonstranten und ihre Mitstreiter forderten bei ihrem Zug durch Brüssel die Europäische Union auf, das Streben der nordspanischen Region nach Unabhängigkeit zu unterstützen. Sie bekannten sich solidarisch mit dem abgesetzten katalanischen Regionalpräsidenten Carles Puigdemont.

Belgien - Pro-Unabhänigkeitsdemonstration für Katalonien in Brüssels - Puigdemont (Reuters/F. Lenoir)

Wahlkampf und Unabhängigkeitskampf von Brüssel aus: Carles Puigdemont (m.)

Laut Polizei beteiligten sich rund 45.000 Demonstranten an dem friedlichen Protestmarsch. "Europa, wach auf!" lautete ihr Slogan. "Wir sind hier, um weiter für unsere Unabhängigkeit zu kämpfen und um die Freiheit für unsere politischen Gefangenen zu fordern", sagte ein Demonstrant. "Wir können auch unseren Präsidenten nicht allein lassen, der hier im Exil ist", sagte er mit Blick auf Puigdemont, der sich Ende Oktober mit vier weiteren führenden katalanischen Politikern nach Brüssel abgesetzt hatte. In Sprechchören forderten die Demonstranten die Freilassung der noch immer in Madrid inhaftierten ehemaligen Minister der Regionalregierung. 

Brüssel Demonstration für unabhängiges Katalonien (Reuters/Y. Herman)

Die Demonstranten sehen Europa in der Pflicht

Die spanische Justiz wirft der früheren Katalanen-Führung Rebellion, Aufwiegelung und Veruntreuung öffentlicher Gelder vor. Das von ihnen organisierte Unabhängigkeitsreferendum der Region verstößt nach Auffassung der Justiz in Madrid gegen die Verfassung. Die Abstimmung war in mehreren höchstrichterlichen Entscheidungen untersagt, aber dennoch von der katalanischen Regionalregierung am 1. Oktober durchgeführt worden. Dabei sprachen sich rund 90 Prozent der Wähler für die Unabhängigkeit aus, die Beteiligung lag jedoch nur bei 43 Prozent. Allerdings hatte die spanische Polizei am Tag der Abstimmung mit massiver Gewalt versucht, Wahllokale abzuriegeln und Wähler an der Stimmabgabe zu hindern.

Ende Oktober rief das Parlament in Barcelona die Unabhängigkeit und die "Katalanische Republik" aus. Madrid übernahm daraufhin die direkte Kontrolle über die halbautonome Region und setzte Puigdemont und dessen Regierung ab. Am 21. Dezember soll ein neues Regionalparlament gewählt werden. Puigdemont hatte angekündigt, kandidieren zu wollen.

qu/rb (afp, dpae, rtre)

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