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Aktuell Deutschland

Zehntausende demonstrieren in Berlin für Agrarwende

Zehntausende Menschen haben in Berlin am Rande der Grünen Woche für einen besseren Tier- und Klimaschutz in der Landwirtschaft demonstriert. Sie fordern von der Bundesregierung einen Kurswechsel in der Agrarpolitik.

Angeführt von hunderten Bäuerinnen und Bauern und 70 Traktoren zogen etwa 30.000 Menschen vor das Kanzleramt und riefen Bundeskanzlerin Angela Merkel und Vizekanzler Sigmar Gabriel zu einer agrarpolitischen Wende auf.

Statt weiterhin "Klientelpolitik für die Agrarindustrie" zu betreiben, solle sich die Bundesregierung für eine soziale, tiergerechte und ökologische Agrarwende einsetzen, sagte Jochen Fritz vom Bündnis "Wir haben es satt!".

Die Große Koalition fahre die Agrarpolitik an die Wand: " Wer Megaställe genehmigt und subventioniert, wer auf Export und Freihandel setzt und dann auch noch darüber nachdenkt, Gentech-Pflanzen auf Europas Äckern zuzulassen, der lässt die Bäuerinnen und Bauern im Stich und handelt gegen die Interessen von Verbrauchern, Tieren und Umwelt", so Fritz bei der Kundgebung.

Freihandelsabkommen mit den USA besonders in der Kritik

"Wir erwarten von der neuen Bundesregierung eine Landwirtschaftspolitik, die das Arten- und Höfesterben stoppt und den Hunger in der Welt bekämpft."

Die Veranstalter kritisierten besonders das geplante Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA. "Hinter verschlossenen Türen verhandelt die EU-Kommission über ein Freihandelsabkommen, das Bauern und Verbrauchern gleichermaßen schadet", hieß es. Die große Mehrheit der Menschen wolle kein Hormonfleisch und keine Gentechnik durch die Hintertüre.

Bundeslandwirtschaftsminister Hans-Peter Friedrich begrüßte, dass sich Demonstranten an der politischen Debatte beteiligten. "Alle Argumente, die dort vorgetragen werden, spielen auch in unserer Diskussion eine Rolle und haben ihre Berechtigung", sagte er.

Grüne für Stärkung des Ökolandbaus

Es sei gut, dass die Demonstranten ihre Meinung sagten, "weil es zeigt, dass viele Menschen sich Gedanken machen um die Welternährung", so Friedrich. Gute Landwirtschaft mit nachhaltiger Produktion und hoher Qualität wollten alle erreichen. Über den Weg dorthin gebe es verschiedene Ansichten.

Grünen-Chefin Simone Peter nannte die Demonstration laut einer Mitteilung "ein deutliches Stoppschild gegen Massentierhaltung in Megamastanlagen, Gentechnik auf dem Teller und Pestizide im Essen". Der Ökolandbau zeige, dass es auch anders gehe.

Aufgerufen zu der Demonstration hatte das "Wir haben es satt!"-Bündnis aus über 100 Organisationen, darunter Tierschützer sowie Verbraucher-, Umwelt- und Bauernorganisationen und Erwerbsloseninitiativen.

re/uh (epd, dpa, afp, ots, www.wir-habenes-satt.de)