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Kultur

Zehn Weltmeister kommen auf jeden Fall aus deutschen Vereinen

Wenn im Finale der Handball-WM die deutsche und die polnische Mannschaft aufeinander treffen, werden bis auf wenige Ausnahmen nur Spieler aus der deutschen Bundesliga auf dem Feld stehen.

Der polnische Spieler Bartosz Jurecki reckt nach dem Halbfinal-Sieg gegen Dänemark jubelnd beide Fäuste in die Luft und wird dabei von hinten von einem polnischen Betreuer umarmt

Polen im Finale: Bartosz Jurecki jubelt

Alle deutschen Nationalspieler verdienen ihr Geld in der Heimat, aber auch beim Überraschungs-Finalisten Polen sind neun Spieler bei deutschen Vereinen unter Vertrag. Hinzu kommt, dass der polnische Trainer Bogdan Wenta, wenn er nicht bei der Nationalmannschaft auf der Bank sitzt, für die sportlichen Geschicke des SC Magdeburg verantwortlich ist.

In Magdeburg hat der ehemalige Bundesliga-Profi, der sowohl für die polnische als auch für die deutsche Nationalmannschaft spielte, mit Karol Bielecki, Gregorz Tkaczyk und Bartosz Jurecki allein drei seiner Nationalspieler im täglichen Training vor Augen. Die polnischen Spieler sind in Deutschland also keine Unbekannten, die Mannschaft aber schon. "Von uns weiß keiner, wie es ist, Weltmeister zu werden", sagt Bogdan Wenta über sein Team. "Das weiß von beiden Seiten nur einer: der deutsche Trainer Heiner Brand."

Erfahrungsvorsprung für Deutschland

Während der zweifache Weltmeister Deutschland (1938, 1978) seit 1954 keine Handball-WM verpasste, sind die Polen insgesamt erst zum achten Mal dabei. Zwischen 1999 und 2003 konnten sie sich gar nicht qualifizieren. Ihre beste Platzierung ist ein dritter Rang bei der Weltmeisterschaft 1982 in Deutschland. Im Finale standen die Polen noch nie. Umso überraschender ist daher der Finaleinzug bei dieser WM, da sie vor dem Turnier bei den Experten noch nicht einmal als Geheimfavorit auf dem Zettel standen.

Die bisherigen beiden WM-Partien zwischen Deutschland und Polen konnten 1982 und 1986 jeweils die Deutschen für sich entscheiden. Eine Serie, die bis zu diesen Titelkämpfen Bestand hatte.

Polen ohne Druck

Oliver Roggisch greift Marcin Lijewski in den Wurfarm und hält ihn fest, Lijewski mit Schmerz verzerrtem Gesicht

Vorrunde: Oliver Roggisch blockt Polens Marcin Lijewski

Bereits in der Vorrunde gab es das Duell Deutschland gegen Polen. Das Ergebnis lautete dort 27:25 für den vermeintlichen Außenseiter. Die Deutschen stehen daher im Finale unter dem Druck, diese Niederlage unbedingt wieder gut machen zu wollen. Zudem erwarten die Zuschauer nach den begeisternden, aber Kraft raubenden Spielen gegen Spanien und Frankreich einen Sieg von der deutschen Mannschaft.

Polen muss dagegen nichts beweisen. Die Mannschaft hat jetzt schon mehr erreicht als je zuvor. "Natürlich ist es fantastisch, dass uns die Silbermedaille schon sicher ist", sagt Magdeburgs Grzegorz Tkaczyk. "Aber wir haben keine Angst vor Deutschland - und deshalb werden wir Weltmeister."

19.000 Zuschauer werden in der Köln-Arena gegen die Polen Stimmung machen und die deutsche Mannschaft nach vorne schreien. Doch schon beim Sieg in der Vorrunde haben sich die jungen polnischen Spieler von einer ähnlich imposanten Kulisse im Gerry-Weber-Stadion in Halle nicht beeindrucken lassen. Schließlich kennen sie das deutsche Publikum ja schon aus der Bundesliga.

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