Zehn Romane für das Frühjahr | Filme | DW | 18.03.2018
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Filme

Zehn Romane für das Frühjahr

Leipziger Buchmesse und das Kölner Lesefest Lit.Cologne haben das Bücherfrühjahr eingeläutet. Aus der Vielzahl an Neuerscheinungen stellen wir fünf deutsche und fünf fremdsprachige Titel vor.

Peter Stamm: Die sanfte Gleichgültigkeit der Welt

Die Romane des Schweizer Autors Peter Stamm sind meist schmal und leicht zu lesen. Stamms Prosa setzt sich aus kurzen Sätzen zusammen. Die Sprache wirkt entschlackt, bis auf ein Satzgerippe abgenagt. Dass Stamms neuem Roman "Die sanfte Gleichgültigkeit der Welt" ein Zitat von Samuel Beckett vorangestellt ist, verwundert nicht. Stamm ist ein ferner literarischer Nachfolger des Iren: einfache Sprache, große Vieldeutigkeit. Auch "Die sanfte Gleichgültigkeit der Welt" hat es, trotz Stamms vertraut lakonisch-melancholischer Stilistik, wieder in sich. Diesmal müssen die Leser des Schweizers sogar höllisch aufpassen, dass sie bei der Lektüre nicht aus der Kurve geschleudert werden.

Der Roman ist dramaturgisch vertrackt erzählt. Der ältere Schriftsteller Christoph trifft auf die erheblich jüngere Lena. Die beiden unternehmen lange Spaziergänge, in denen sie sich von ihren früheren Leben erzählen. Christoph von seinem Schriftstellerdasein - er hat nur einen einzigen Roman geschrieben -, von seiner großen Liebe Magdalena, von seinem Doppelgänger Chris, der wiederum Lenas Freund ist. Lena erzählt von Chris, ihrem Leben, ihrer Liebe. Stamms Roman variiert das literarische Doppelgängermotiv, stellt den Leser dadurch vor immer neue Herausforderungen. Auch knüpft Stamm mit seinem inzwischen siebten Roman an sein eigenes literarisches Debüt "Agnes" aus dem Jahre 1998 an, philosophiert über Literatur und Leben, über Lebenssinn und Tod. So ist "Die sanfte Gleichgültigkeit der

Welt" dann letztendlich doch gar nicht eine so leichte Lektüre, wie es zu Anfang den Eindruck erweckt.

Peter Stamm: Die sanfte Gleichgültigkeit der Welt, Fischer Verlag, 156 Seiten, ISBN 978-3-10-397259-7.

Anne Reinecke: Leinsee

Aufzupassen gilt es auch bei Anne Reinecke. Die 1978 geborene Debütantin hat sich für ihren ersten Roman einen Künstler als Protagonisten ausgesucht, einen jungen Mann, der eine unglückliche Kindheit hinter sich hat. Karl ist von seinen Eltern im Alter von zehn Jahren in ein Internat abgeschoben worden. Auch die Eltern sind Künstler, ein sehr berühmtes Künstlerpaar sogar, Stars der Szene, umjubelt von Kuratoren, Museumsmachern und Publikum. Nur für ihr eigenes Kind war in diesem ausgefüllten Leben kein Platz mehr. Die Geschichte von Karl, die uns Reinecke nun erzählt, ist nicht frei von Widersprüchen. Auf der einen Seite tritt Karl in die künstlerischen Fußstapfen der Eltern, auf der anderen Seite hasst er das Künstlerleben.

Der Roman beginnt mit dem Suizid des Vaters. Den Freitod hat er gewählt, weil bei seiner Frau ein Hirntumor entdeckt wurde. So kommen sich Karl und die Mutter, die freilich mit fortschreitender psychischer Verwirrung im Sohn den Vater wiederzuerkennen scheint, wieder näher. Außerdem ist da noch Karls Freundin und ein kleines Mädchen aus der Nachbarschaft, die Karls Leben bestimmen. Zwischen Berlin und dem (fiktiven) Leinsee bewegen sich die Protagonisten, ihnen folgt der Leser gern, versteht es Reinecke doch, ihren literarischen Figuren Leben einzuhauchen. Fabelhaft gelungen sind zudem die bissigen Spitzen gegen die Kunstszene, die dem Roman neben der psychologischen Tiefe der Figuren ein reizvolles Ambiente bieten.

Anne Reinecke: Leinsee, Diogenes Verlag, 362 Seiten, ISBN 978-3-257-07014-9.

Hans Joachim Schädlich: Felix und Felka

Noch ein Künstlerroman. Doch Hans Joachim Schädlichs schmaler Prosaband ist von ganz anderem Gewicht. "Felix und Felka" dringt auf wenigen Seiten, die manchmal nur ein paar fast skizzenhaft anmutende Dialoge und karge Beschreibungen aufweisen, ganz tief in das Grauen von Flucht und Vertreibung ein. Es ist die Geschichte des jüdischen Künstlerehepaares Felix und Felka Nussbaum, das Schädlich hier erzählt, eine wahre Geschichte aus den Jahren des Nationalsozialismus.

Felix Nussbaum aus Osnabrück, Vertreter der "Neue Sachlichkeit" und heute in vielen deutschen Museen vertreten, war seit den späten dreißiger Jahren mit seiner Frau auf der Flucht, in Italien, Frankreich und Belgien. Die beiden mussten ihre Wohnorte immer wieder wechseln, lebten jahrelang mit der Angst, von deutschen Nazi-Häschern oder deren Claqueuren im Ausland aufgespürt zu werden. Es war ein Leben zwischen der Angst vor dem Tod und künstlerischem Schaffensdrang: Denn auch in den verschiedenen Unterschlupfen von Freunden und den diversen Verstecken auf Zeit malte Felix Nussbaum weiter, zeichnete oder arbeitete mit Ölfarben, wo immer ihm das möglich war. Wie Schädlich diese Jahre zwischen Bangen und Angst sowie der Hoffnung, dass alles doch noch zu einem guten Ende führen könnte, in minimalistischer Prosa zu Papier gebracht hat, ist meisterhaft. Die Geschichte der Nussbaums ist bedrückend zu lesen: Sie öffnet die Augen für die Situation von Menschen auf der Flucht.

Hans Joachim Schädlich: Felix und Felka, Rowohlt Verlag, 204 Seiten, ISBN 978-3-498-06437-2.

Arno Geiger: Unter der Drachenwand

Auch in Arno Geigers neuem Roman "Unter der Drachenwand" taucht einer dieser verfolgten, gepeinigten jüdischen Bürger auf, die nicht mehr wissen, wohin sie gehören. Der Zahntechniker Oskar Meyer ist in dem Buch freilich nur einer unter mehreren literarischen Figuren, die uns der österreichische Autor vorstellt in seinem Panorama aus dem Jahre 1944. Hauptprotagonist ist der 24-jährige deutsche Wehrmacht-Soldat Veit Kolbe, der, schwer verwundet durch Granatsplitter an der Front, zum Erholungsurlaub an den Mondsee im Salzburger Land geschickt wird. Dort trifft er auf eine Handvoll Figuren, die Geiger uns in genau gezeichneten psychologischen Porträts näher bringt, Unterstützer des Regimes in Wien und Berlin, Mitläufer und Opportunisten, aber eben auch Opfer und Getriebene, Fremde in einem Land, das von den Nazis besetzt ist.

"Unter der Drachenwand" ist ein ergreifender Roman über das vorletzte Kriegsjahr, ungemein dicht erzählt, glänzend geschrieben, beklemmend in seiner Schilderung von Leid und Not. Geiger bedient sich dabei auch authentischer literarischer Zeugnisse und Dokumente, lässt diese einfließen in seine elegante Prosa, die literarisch anspruchsvoll und doch nicht schwer zu lesen ist. Der Leser erfährt viel über die einzelnen Protagonisten, wie sie hoffen und bangen, fühlen und denken über das Leben im Jahr 1944. Die verschiedenen Perspektiven, die Geiger kompositorisch souverän zusammenfließen lässt, sollten den Roman zu einem sicheren Anwärter für die wichtigen deutschen Literaturpreise in diesem Jahr machen.

Arno Geiger: Unter der Drachenwand, Hanser Verlag, 480 Seiten, ISBN 978-3-446-25812-9.

Angelika Klüssendorf: Jahre später

Jetzt wieder in die Gegenwart und zu Angelika Klüssendorf: Die hat mit "Jahre später" den letzten Band einer bemerkenswerten Romantrilogie vorgelegt, deren ersten beiden Bücher "Das Mädchen" und "April" 2011 bzw. 2014 erschienen und es jeweils auf die Shortlist des Deutschen Buchpreises schafften. April, so der Name ihrer Protagonistin, ist in "Jahre später" erwachsen geworden und verliebt sich in Ludwig, einen erfolgreichen Chirurgen. Was folgt, sind Szenen einer Ehe, die es in sich haben. Zwar erscheint auch April nicht als einfache Zeitgenossin, Klüssendorf schildert sie als psychisch labile Persönlichkeit, doch sind die Rollen im Roman recht klar aufgeteilt. Der Mann erscheint hier als Egomane, krankhaft ehrgeiziger Arzt, rücksichtslos und nahezu autistisch. Für April hat er nach einer kurzen Werbephase und ersten Wochen des Glücks kaum noch Auge und Ohr.

"Jahre später" liest man trotz dieser eindeutigen Sympathie-Verteilung mit Interesse, denn Klüssendorf ist eine viel zu gute Autorin, als dass sie ihre literarischen Figuren nur als platte Klischees daherkommen ließe. Ludwig und April sind Persönlichkeiten, wie man sie sich sehr gut vorstellen kann und wie sehr viele Leser sie höchst wahrscheinlich auch schon erlebt haben dürften. Für Literatur- und Kulturinteressierte bietet "Jahre später" zudem einen zusätzlichen Reiz. Die Autorin war die langjährige Ehefrau des Journalisten und FAZ-Herausgebers Frank Schirrmacher. Dass Ludwig mit diesem viel gemein haben dürfte, ist durchaus denkbar.

Angelika Klüssendorf: Jahre später, Verlag Kiepenheuer & Witsch, 160 Seiten, ISBN 978-3-462-04776-9.

Peter Terrin: Der Wachmann

Es ist anzunehmen, dass das Leben eines Wachmanns wahrscheinlich nicht besonders aufregend ist. Der niederländische Autor Peter Terrin hat sich zwei Wachmänner als Protagonisten für seinen neuen Roman ausgesucht - und daraus ein apokalyptisches Buch gemacht, das spannend, absurd und tiefgründig ist. Michel und Harry leisten ihre Arbeit in den Katakomben eines luxuriösen Appartementhauses, führen ein Leben in routinierten Abläufen. Doch plötzlich ist alles anders. Eines Tages verlassen fast alle Bewohner über die Tiefgarage das Haus. Warum das so ist, weiß niemand, weder Michel und Harry noch die Leser. Eine Umweltkatastrophe? Eine Seuche? Ein plötzlicher politischer Umsturz? Terrin lässt seine Leser im Dunkeln tappen, wie auch seine Protagonisten - im wahrsten Sinne des Wortes.

Irgendwann taucht ein dritter Wachmann auf, stößt zu den beiden scheinbar Vergessenen und später machen sie sich auch noch auf die Suche - nach dem letzten und einzig verbliebenen Bewohner des Hauses. "Der Wachmann" ist ein kafkaesker Roman, verschlüsselt und geheimnisvoll, voller absurder Situationen. Aber es ist auch ein Roman, der viel von der Welt da draußen erzählt, über soziales Ungleichgewicht und gesellschaftliche Missstände - ohne je das luxuriöse Anwesen zu verlassen. Terrin ist das Kunststück gelungen, einen Roman zu schreiben, der höchst abstrakt ist und zugleich doch auch sehr realistisch.

Peter Terrin: Der Wachmann, aus dem Niederländischen von Rainer Kersten, Liebeskind Verlag, 254 Seiten, ISBN 978-3-954-380855.

Virginie Despentes: Das Leben des Vernon Subutex 2

Apokalyptisch geht es auch im zweiten Teil der Saga des Pariser Ab- und Aussteigers Vernon Subutex zu. Die französische Autorin hat in ihrer Heimat bereits drei Teile der Geschichte des ehemaligen Plattenverkäufers Subutex, der Job, Geld und sein altes Leben verliert, veröffentlicht. Bei uns erscheint jetzt der zweite Teil auf Deutsch. Und wieder bekommen wir ein Bild von Teilen der modernen französischen Gesellschaft vorgesetzt, das schockierend und erhellend, faszinierend wie beklemmend ist.

Zunächst ist Subutex, dessen Abstieg in Verzweiflung und Obdachlosigkeit wir im ersten Teil verfolgen konnten, verschwunden. Neue und alte Freunde machen sich auf die Suche nach dem Weggefährten, das meiste spielt sich in einem Park unweit des Zentrums der französischen Hauptstadt ab, wo viele der Protagonisten ohne Dach über dem Kopf ihr Leben fristen. Despentes entwirft wieder ein Panorama jenseits des glamourösen Champs-Élysée-Paris, aber auch jenseits der "typischen" französischen Provinzbevölkerung. Es sind Altlinke und Neurechte, Penner und Gestrandete, Sinnsucher und Esoteriker, deren Leben die Französin vor dem Leser ausbreitet und damit ein Bild vom Frankreich des Jahres 2018 entwirft, das so gar nichts mit dem optimistischen Aufbruch der Grande Nation unter Emmanuel Macron zu tun hat. "Das Leben des Vernon Subutex 2" ist ein wilder Ritt durch französische Gesellschaftsschichten: realistische Zustandsbeschreibung ebenso wie grelle Satire.

Virginie Despentes: Das Leben des Vernon Subutex 2, aus dem Französischen von Claudia Steinitz, Verlag Kiepenheuer & Witsch, 400 Seiten, ISBN 978-3-462-05098-1.

Johan Bargum: Nachsommer

Und wieder ein Roman radikaler Verdichtung. Johan Bargum, geboren in Helsinki, ist einer der bekanntesten finnlandschwedischen Autoren, erfolgreich zudem als Theaterautor. Sein schmaler Roman "Nachsommer" hat es in sich und zeigt einmal mehr, dass gute Schriftsteller nicht unbedingt ein paar hundert Seiten brauchen müssen, um menschliche Konflikte in all ihrer Vieldeutigkeit und Differenzierung darzustellen.

Bargum erzählt im Grunde eine einfache Geschichte: Zwei Söhne eilen zum Sterbebett der Mutter, der Ich-Erzähler Olof und der jüngere Bruder Carl, der aus Amerika kommt, wo er seit vielen Jahren mit seiner Familie lebt. Carl war immer der Liebling der Eltern, die Beziehung der beiden Söhne ist kompliziert. Olof und Carl, die sich in den Jahren zuvor nicht allzu häufig gesehen haben, müssen sich nun angesichts der sterbenden Mutter zusammenraufen. Es sind nicht die großen laut und emotional ausgetragenen Gefühlskonflikte, die uns Bargum vor Augen führt, sondern eher leise, versteckte Emotionen. Wie im richtigen Leben, möchte man meinen, wo es ja auch meist nicht zugeht wie auf der Theaterbühne, wo aber die Gefühlsschlachten trotzdem nicht weniger intensiv sind. Psychologisch ist das meisterhaft erzählt. "Weiß man eigentlich jemals, was vor sich geht?" - Mit dieser Frage beginnt der schmale Roman, am Ende wird sie nicht beantwortet. Wie könnte eine Antwort auch ausfallen?

Johan Bargum: Nachsommer, aus dem Schwedischen von Karl-Ludwig Wetzig, Mare Verlag, 142 Seiten, ISBN 978-3-86648-260-9.

Naomi Alderman: Die Gabe

Man könnte "Die Gabe" als Roman der Stunde bezeichnen - wäre er in der englischsprachigen Welt nicht schon vor zwei Jahren veröffentlicht und dort viel gelobt und ausgezeichnet worden. Jetzt, wo er auf Deutsch erscheint, passt er wie die Faust aufs Auge zur #MeToo-Debatte und zum Skandal um sexualisierte Übergriffe in der Filmbranche und anderswo. Die Britin Naomi Alderman hatte ein gutes Näschen, als sie sich den Stoff ausdachte: "Die Gabe" entwirft das Bild einer Welt, in der Frauen sich gegen Übergriffe wehren, von einer Welt, in der sich die Geschlechter-Machtverhältnisse dann umkehren.

In verschiedenen Ländern der Erde, der Roman spielt auf mehreren Schauplätzen in Europa, Nordamerika, Asien und Afrika, entdecken Mädchen und Frauen plötzlich, dass sie über die Gabe mit ihren Fingern und Händen Stromstöße zu verteilen, verfügen. Direkt zu Beginn erfahren wir von einem jungen Mädchen, das sich den Übergriffen eines älteren Mannes erwehren muss. Ihr Ruf "Lass mich in Ruhe" verhallt folgenlos. Dann entdeckt sie, dass sie über diese spezielle Gabe verfügt - wie andere Frauen überall in der Welt auch. Plötzlich besitzt das weibliche Geschlecht eine Kraft, sich zur Wehr zu setzen. Im Internet verbreitet sich die Nachricht rasend schnell - und führt schließlich zu einer Umkehrung der Machtverhältnisse rund um den Globus. "Die Gabe" ist ein unterhaltsamer dystopischer Science-Fiction-Roman, der sein Szenario unter ganz realistischen Vorzeichen entwickelt - sieht man einmal von der eigentlichen "Gabe" ab. Dass Frauen Macht dann ähnlich einsetzen wie Männer, macht das utopische Szenario dann auch noch ein Stück glaubwürdiger.

Naomi Alderman: Die Gabe, aus dem Englischen von Sabine Thiele, Heyne Verlag, 464 Seiten, ISBN 978-3-453-31911-0.

Iwan Turgenjew: Väter und Söhne

Zum Schluss noch ein schönes Beispiel für den auf dem deutschen Buchmarkt zu beobachtenden recht erfolgreichen Trend, Klassiker der Weltliteratur neu zu übersetzen. Nicht immer sind diese Neuübersetzungen das Nonplusultra, während frühere Übertragungen immer schlechter abschneiden. Aber im Grunde genommen gilt: Jede Zeit braucht ihre neuen Übersetzungen. Turgenjews Roman "Väter und Söhne" erschien in den frühen '60er Jahren des 19. Jahrhunderts und erschütterte damals die literarische Welt aus gleich mehreren Gründen.

Der wichtigste war wohl, dass er radikal vom Generationenbruch erzählte: "Die Auflehnung gegen die Vätergeneration ist so alt wie die Menschheit", schreibt die Übersetzerin in ihrem Nachwort. Wer würde dem widersprechen? Davon handelt auch dieser Roman, wobei es hier vor allem Jewgeni Basarow, der Freund des Sohnes (Arkadi Kirsanow) ist, der die Vätergeneration mit seinem Gehabe und Reden gegen sich aufbringt. "Ohne die Rebellion der Jugend gibt es keine Veränderung; So unabdingbar die Bewegung der 68er für die politische Entwicklung der Gesellschaft ist, so zwangsläufig sind heute Kapitalismus- und  Globalisierungskritik", so die Übersetzerin Ganna-Maria Braungardt. Kann man einem so alten Roman die Aktualität gerade in diesen Wochen und Tagen absprechen?

Iwan Turgenjew: Väter und Söhne, aus dem Russischen Neu übersetzt von Ganna-Maria Braungardt, dtv, 336 Seiten, ISBN 978-3-423-28138-6.

 

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