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Reise

Zehn Rekorde auf dem "Dach der Welt"

Der Mount Everest ist ein Berg der Superlative - mit Suchtpotential für Extremsportler, die ihr Leben riskieren. 8848 Meter hoch, mit Windgeschwindigkeiten von fast 300 Kilometern pro Stunde und minus 60 Grad kalt.

1) Am 29. Mai 1953 schrieben Edmund Hillary und Tenzing Norgay  Bergsteigergeschichte: Sie erklommen den Gipfel zum ersten Mal

2) Als erste Frau schaffte es die Japanerin Junko Tabei nach ganz oben - am 16. Mai 1975.

3) Gemeinsam mit dem Österreicher Peter Habeler gelang Reinhold Messner 1978 der erste Aufstieg ohne Sauerstoffgerät.

4) Im August 1980 folgte Messners erste Solo-Besteigung - wieder ohne Sauerstoffgerät.

5) Erstes Ehepaar auf dem Gipfel waren 1990 Andrej und Marija Stremfelj aus Slowenien.

6) Erik Weihenmayer aus den USA war 2001 der erste Blinde auf dem Berg. Am vorigen Sonntag gelang dem blinden österreichischen Extremsportler Andy Holzer dieselbe Leistung.

7) Mit Spezialprothesen schaffte er das Unglaubliche: Der doppelt beinamputierte Neuseeländer bestieg den Everest 2006.

8) Er war erst 13, als er die Spitze im Mai 2010 erreichte, und damit der bisher Jüngste: Jordan Romero aus dem US-Bundesstaat Kalifornien.

9) Kein anderer Everest-Bezwinger war bisher älter als der Japaner Yuichiro Miura im Mai 2013: nämlich 80 Jahre und 223 Tage.

10) Wer sich beim Marathon zu ebener Erde langweilt, kann die gut 42 Kilometer auch in luftiger Höhe zurücklegen. Start ist in Gorak Shep, einem 5184 Meter hoch gelegenen Ort am Fuße des Mount Everest.

 

Auf dem Mount Everest sind am Wochenende mindestens drei Bergsteiger ums Leben gekommen. Ein US-Bürger, ein Slowake und ein Australier starben nach Angaben vom Montag auf dem höchsten Gipfel der Welt. Sie erlagen vermutlich der Höhenkrankheit. Zudem wurde ein indischer Bergsteiger vermisst, sein Begleiter wurde bewusstlos aufgefunden.

Mit den drei Todesopfern erlebte das "Dach der Welt" sein tödlichstes Wochenende seit dem Lawinenunglück mit 18 Toten im Jahr 2015. Insgesamt starben in dieser Saison auf dem Mount Everest damit fünf Bergsteiger, so viele wie in der gesamten Saison 2016. Die kurze Bergsteigersaison im Himalaya dauert von April bis Ende Mai, wenn die Wetterbedingungen am besten sind. 

Nach Angaben von Kamal Parajuli von der nepalesischen Tourismusbehörde wurde der Slowake Vladimir Strba am Sonntag einige hundert Meter vom Gipfel des Mount Everest entfernt tot aufgefunden - in der sogenannten Todeszone oberhalb von 8000 Metern, wo der Sauerstoffmangel die Funktion der menschlichen Organe beeinträchtigt.

Auch der US-Bergsteiger Roland Yearwood wurde in diesem Gebiet leblos entdeckt. Das dritte Todesopfer, ein 54-jähriger Australier, starb auf der tibetischen Seite des Mount Everest beim Abstieg. Wie die tibetische Bergsteiger-Vereinigung mitteilte, erlag er oberhalb von 7500 Metern vermutlich der Höhenkrankheit.

Zu dem indischen Bergsteiger brach der Kontakt am Samstag ab, nachdem er den Gipfel erreicht hatte. Sein nepalesischer Sherpa wurde oberhalb von 8000 Metern bewusstlos und mit Frostbeulen aufgefunden. Nach dem Inder wurde eine Suche eingeleitet. In den vergangenen drei Tagen wurden rund ein Dutzend Alpinisten auf dem Mount Everest gerettet, wie Rettungskräfte mitteilten.

Viele Bergsteiger hatten am Wochenende eine Wetterberuhigung genutzt, nachdem die Saison bislang von wechselhaftem, sehr windigem und ungewöhnlich kaltem Wetter geprägt war. Am Montag wollten sich mehr als hundert Bergsteiger am Südhang des Mount Everest auf den Weg zum Gipfel machen, bevor das Wetter wieder umschlägt.  

Eine gute Nachricht kam am Sonntag vom blinden Bergsteiger Andy Holzer. Der Österreicher erreichte mit seinen zwei Begleitern Wolfgang Klocker und Klemens Bichler den Gipfel des 8848 Meter hohen Mount Everest, wie er laut der Nachrichtenagentur APA auf Facebook mitteilte. "Die Emotionen überschlagen sich", schrieb Holzer. Nach seinen Angaben dauerte der Aufstieg rund zehn Stunden. Für Holzer war es der dritte Versuch, den Gipfel des Mount Everest zu erreichen. Der blinde Bergsteiger bezwang nun alle "Seven Summits", die höchsten Gipfel der sieben Kontinente. 

is/at (dpa, afp)