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Klima

Zehn nützliche Kürzel für den Klimagipfel

In der Verhandlungssprache der Vereinten Nationen wimmelt es von Abkürzungen. Viele davon sind nur Insidern geläufig sind. Hier sind zehn Begriffe, die man für den Klimagipfel in Paris kennen sollte.

UNFCCC

Der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (United Nations Framework Convention on Climate Change) ist seit 1994 in Kraft. Sie hat mittlerweile 196 Mitgliedstaaten oder Parteien, Parties, die sich ein Mal im Jahr zu einem Weltklimagipfel treffen. Die Konvention bildet, wie schon der Name sagt, den Rahmen für die politischen Entscheidungen zum Klimaschutz.

COP

Die jährlichen Klimakonferenzen werden als COPs, Conference of the Parties, bezeichnet und nummeriert: Die erste UN-Klimakonferenz, COP 1, fand 1995 in Berlin statt. Der Klimagipfel in Paris ist die 21. internationale Klimakonferenz und damit COP 21.

Ziel der Klimakonferenzen ist es, ein globales Klimaabkommen zu schaffen. Die Mitgliedsländer haben sich darauf geeinigt, den globalen Temperaturanstieg auf maximal zwei Grad Celsius zu begrenzen und seine Folgen durch Anpassungsmaßnahmen zu mildern. Paris soll den Fahrplan dazu liefern.

Das Klimasekretariat

Das Klimasekretariat hat seinen Sitz in Bonn. Leiterin ist seit 2010 Christiana Figueres aus Costa Rica. Zu den Aufgaben des Klimasekretariats gehört nicht nur die Vorbereitungen für die Konferenzen, sondern auch die Verwaltung der Zusagen, wie zum Beispiel der INDCs. Das sind die freiwilligen Emissionsziele, die die Mitgliedstaaten im Vorfeld des Klimagipfels einreichen sollten.

Windräder bei Frankfurt/Oder

Erneuerbare Energien sollen helfen, CO2-Emissionen zu reduzieren und das Zwei-Grad-Ziel zu erreichen

Nationale Klimaziele

Das Kürzel INDC steht für "geplante nationale Klimaschutz-Beiträge" ("Intended Nationally Determined Contributions"). Sie sind sind nicht völkerrechtlich bindend. Selbst wenn die bisher offiziell gesetzten Ziele erreicht würden, wäre das Erdklima Ende des Jahrhundert vermutlich um 2,7 Grad wärmer als vor der Industrialisierung. Das ist eine Lücke von 0,7 Grad zum vereinbarten Klimaziel von maximal zwei Grad Celsius.

LDCs - Die ärmsten Länder

Viele Entwicklungsländer, insbesondere die LDCs, die ärmsten Entwicklungsländer (Least Developed Countries) sind schlecht gerüstet für den Klimawandel. Sie leiden heute bereits unter den Folgen. Dazu gehören häufigere und stärkere Stürme, häufigere Überschwemmungen und langanhaltende Dürren. Aber gerade die LDCs können sich teure Katastrophenschutzmaßnahmen nicht leisten. Die LDCs fordern deshalb internationale Hilfe zur Finanzierung der Anpassungsmaßnahmen und machen ein Teil ihrer Klimaschutzziele von der finanziellen Unterstützung der Industrieländer abhängig.

IPCC – Die Klimawissenschaftler

Der Weltklimarat IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) warnt seit Jahren, dass eine globale Erwärmung von mehr als zwei Grad Celsius eine nicht mehr kontrollierbare Klimakatastrophe auslösen könnte. Der IPCC besteht aus Wissenschaftlern aus aller Welt, die seit 1988 wissenschaftliche Arbeiten und Studien sammeln und auswerten, um laufend neue Erkenntnisse über den Klimawandel zu gewinnen.

Einige Wissenschaftler halten das 2010 beschlossene 2-Grad-Ziel für zu hoch. Sie warnen, viele Regionen könnten bereits bei einer Zwei-Grad-Erwärmung unbewohnbar werden.

Korallenriff in Palau

Die Versauerung der Meere droht die Korallenriffe zu zerstören. Die Existenz vieler Inselstaaten ist bedroht

AOSIS – Akut bedrohte Inselstaaten

Viele Insel- und Küstenstaaten sind vom Klimawandel akut bedroht. Die kleinen Insel- und Küstenstaaten haben sich bei den UN-Klimaverhandlungen in dem Bündnis AOSIS, Alliance of Small Island States, zusammengeschlossen, um auf ihre verzweifelte Situation aufmerksam zu machen. Stärkere Stürme zerstören weite Küstenabschnitte. Die zunehmende Versauerung der Meere lässt Korallenriffe absterben, der Lebensraum für Fische schwindet. Die AOSIS-Länder fordern ein Klimaziel von höchstens 1,5 Grad Celsius und finanzielle Unterstützung für die Anpassung an die Folgen des Klimawandels.

G-77 – Die Entwicklungsländer

Die G77 sind ein loser Zusammenschluss von 134 Entwicklungsländern. Sie haben als Verhandlungsallianz zusammengefunden, um ihre Positionen besser zu vertreten. Die G77 fordert von den reichen Industrieländern mehr Engagement für den Klimaschutz und Zuschüsse für Anpassungsmaßnahmen in den ärmeren Ländern.

Das Prinzip dahinter: Die Länder, die historisch gesehen für die meisten Emissionen verantwortlich sind, stehen in einer Bringschuld und haben eine besondere Verpflichtung, ihre Emissionen zu reduzieren und Anpassungsmaßnahmen in ärmeren Ländern mit zu finanzieren.

Lastenverteilung

In der Verhandlungssprache wird diese Lastenverteilung "Das Prinzip der gemeinsamen aber unterschiedlichen Verantwortlichkeiten" (Engl.: common but differentiated responsibilities) genannt.

Flüchtlingslager Migrantenlager Indien Flash-Galerie

Die Entwicklungsländer fordern finanzielle Unterstützung der Industrieländer, um sich dem Klimawandel anzupassen

Dazu gehört auch: Reiche Länder leisten finanzielle Hilfe, um die Verluste und Schäden zu mildern, die in den ärmeren Ländern entstehen. Bisher haben es die Industrieländer abgelehnt, verbindliche Zusagen zu machen.

Die Problem-Klammer

Erfahrungsgemäß wird bei Klimakonferenzen bis zur letzten Minute um Formulierungen gerungen. Besonders bekannt in der UN-Sprache sind die

"Square Brackets", die "Eckigen Klammern". Das sind die Passagen im Text, bei denen noch keine Einigkeit über die endgültige Formulierung besteht.

Erst wenn am Ende der Verhandlungen Einigkeit besteht und die letzten Klammer gelöscht sind, kann der Text von den Mitgliedstaaten angenommen werden.