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Afrika

Zehn Frauen vereint gegen den Hunger

Am Welternährungstag erinnern die Vereinten Nationen daran, dass Millionen Menschen auf der Welt ums tägliche Brot kämpfen müssen. In Südafrika zeigt eine Frauen-Kooperative, wie man den Hunger vor Ort bekämpft.

Sie könnten sich auf ihren Ruhestand einrichten. Denn Südafrika garantiert allen über 60-Jährigen eine staatliche Rente. Stattdessen füllen sie ihre Tage mit langen Stunden harter Feldarbeit: die zehn Gründerinnen der landwirtschaftlichen Kooperative "Moepa Thutse Secondary." Sie sind zwischen 50 und 70 Jahren alt und bewirtschaften gemeinsam eine Fläche von rund 25 Hektar Land im Bezirk Zuurberkom südlich der Metropole Johannesburg.

Mit Erfolg: Fünf Jahre nach ihrer Gründung verkauft die Kooperative Schweine, Geflügel und verschiedene Gemüsesorten. "Wir alle hatten einige Mühe, Anleihen zurückzuzahlen und Strukturen aufzubauen", erinnert sich die Vorsitzende Prisca Kgasoe. "Trotzdem haben wir es als Kooperative geschafft, Rabatte auf Saatgut und Futtermittel zu bekommen und auf dem Großmarkt gute Preise für unsere Produkte auszuhandeln." Ein Mitglied der Kooperative ist die 69-jährige Connie Mazibuko. Sie hat an mehreren Weiterbildungsmaßnahmen am Institut für landwirtschaftliche Forschung teilgenommen, unterstützt von der südafrikanischen Regierung. Dort lernte sie, den Ertrag zu steigern und ihr Gemüse auf dem Großmarkt anzubieten. Inzwischen verkauft sie dort Bohnen und Tomaten in großen Mengen.

Meterhohe Tomatenpflanzen

Tomatenpflanzen auf dem Feld (Foto: Fotolia.com)

Erfolgreicher Gemüseanbau

Tunnelförmige Gewächshäuser schützen Mazibukos Tomaten vor dem Wind und verhindern Frostschäden. In den 30 Meter langen und drei Meter hohen Häusern gedeihen sie prächtig. Begeistert erzählt die alte Frau, wie ihr Gemüse in die Höhe schießt: "Manche Tomaten lassen sich nur mit Hilfe einer Leiter ernten." Doch das traut sich Mazibuko selbst nicht mehr zu.

Die Gewächshäuser finanzierte die Regierung. Aber noch läuft nicht alles rund in der Kooperative. Heizvorrichtungen wären dringend nötig, um die Temperaturen in den Gewächshäusern zu regulieren. Auch in den Schweineställen fehlen Heizkörper, so Leslie Mohlabi. "Die Ferkel brauchen Wärme." Zurzeit ersticken die jungen Schweine zu Dutzenden, wenn sie bei Kälte unter den Bäuchen ihrer Mütter Schutz suchen.

Gelebte Nachbarschaftshilfe

Schweinestall (Foto: Fotolia.com)

Auch Schweine werden an die Nachbarn verschenkt

Doch solche Rückschläge schrecken die Frauen nicht ab. Inzwischen spenden sie nahen Schulen und Krankenhäusern Gemüse, manchmal sogar Schweine. Dass sie mit ihrer Arbeit eine Hilfe für die ärmeren Viertel in ihrer Nachbarschaft sind, begeistert die Mitglieder der Kooperative, wie Prisca Kgasoe berichtet. "Das sind kleine Projekte", meint die Vorsitzende über diese Lebensmittelhilfen, "aber es ist eine Geste der Wertschätzung. Damit sagen wir ihnen: Ihr macht eine gute Arbeit, weiter so!"

Besonders stolz ist Kgasoe, dass schon mehr als 30 Anwohner bei Moepa Thutse Secondary Arbeit gefunden haben – ein großer Schritt im Kampf gegen die Armut in der Nachbarschaft. "Wir haben zwei Festangestellte auf jedem Hof", sagt sie. Für viele Arbeiten sind weitere Hilfskräfte nötig: beim Aussäen und Pflanzen oder beim Unkrautjäten. "Es ist ein tolles Gefühl, wir würden gerne noch mehr Mitarbeiter einstellen." Ab dem nächsten Jahr, so hofft sie, können sie sich dem Wettbewerb mit etablierten Landwirtschaftsbetrieben in der Region stellen. Vielleicht reicht dann der Gewinn, um den Gründerinnen ein Einkommen zu garantieren, wenn sie sich aus der aktiven Landwirtschaft zurückziehen.

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