Zehn Fakten zum Kultfilm ″2001″ | Filme | DW | 02.04.2018
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Filme

Zehn Fakten zum Kultfilm "2001"

Vor genau 50 Jahren fand in Washington die Welturaufführung von Stanley Kubricks Weltraumoper "2001: A Space Odyssey" statt. Heute ist "2001" Kult - doch die Premiere war kein großer Erfolg.

In Deutschland kam der spektakulären Film von Stanley Kubrick am 11. September 1968 in die Kinos, fünf Monate nach der Uraufführung am 2. April 1968 in Washington. Heute gilt das Werk als wegweisend - nicht nur in Sachen Science Fiction. Inzwischen ranken sich viele Geschichten und Mythen um die Produktion und den fertigen Film. Wir haben einige zusammengestellt. Noch viel mehr, nämlich 201 Fakten, können Sie in dem Band "201 x 2001, Fragen und Antworten mit allem Wissenswertem zu Stanley Kubricks Odyssee im Weltraum" von Nils Daniel Peiler nachlesen. 

Auszeichnungen

"2001" bekam "nur" einen einzigen Oscar, in der Kategorie "Special Effects". Kubrick nahm die Statuette 1969 nicht persönlich entgegen. Außerdem wurde "2001" für drei weitere Oscars nominiert. Auf den Listen des American Film Institute schaffte es Kubricks Werk auf viele vordere Plätze, 2008 auf Platz 1 der besten Science-Fiction-Filme aller Zeiten.

Drehorte

"2001" wurde in Großbritannien, den USA und in Namibia gedreht. Die Studioaufnahmen entstanden in den Londoner MGM-Studiohallen in Borehamwood. Außendrehs wurden von Kubricks Second Unit in der südwestafrikanischen Wüste, auf den Äußeren Hebriden in Schottland sowie in den US-Staaten Arizona und Utah aufgenommen, u.a. im berühmten Monument Valley.

Erfindungen

Der Regisseur und seine Filmtechniker schufen mit "2001" ein visionäres Werk: "Kubrick sagte im Film beispielsweise die kommerzielle Weltraumfahrt, Filmprogramme an Bord von Raumschiffen, eine dauerhafte bemannte Raumstation, die um die Erde kreist, Stimmenerkennung, Videotelefonie, Kreditkartenzahlung, flache Bildschirme und einen sprechenden Computer mit künstlicher Intelligenz voraus." (Nils Daniel Peiler)

Nils Daniel Peiler Autor (Privat)

Buchautor Nils Daniel Peiler

Fehler

Wie viele Meisterwerke der Filmgeschichte kam auch Kubricks Science-Fiction-Epos nicht gänzlich ohne Fehler aus. Ein klassisches Missgeschick, sprich ein Anschlussfehler, unterlief Kubrick zum Beispiel in einer Szene in der Space Station V. Hier verschwindet immer mal wieder der blaue Mantel einer russischen Kosmonautin und taucht dann wie von Geisterhand wieder auf.

HAL

Für viele Zuschauer und Fans ist der Supercomputer an Bord HAL 9000 (Heuristically programmed algorithmic computer) der größte Star des Films. Zunächst sollte er mit einem weiblichen Namen ausgestattet werden: Athena. Doch die Macher von "2001" entscheiden sich dann doch für HAL. Um die Entstehung des Kürzels gibt es zahlreiche Gerüchte, nachzulesen im Buch von Peiler.

Kosten

Die amerikanisch-britische Co-Produktion "2001: A Space Odyssee" wurde für ein Budget von rund 10,5 Millionen US-Dollar produziert. Davon entfielen alleine über 60 Prozent auf die Tricktechnik, ein ungebrochener Rekord.

Filmstill aus Kubrick - 2001: Odyssee im Weltraum (Imago/EntertainmentPictures)

Verschwörungstheoretiker waren überzeugt davon, dass Kubrick die Mondlandung im Studio drehte

Mondlandung

Weil sich Kubrick bei der Produktion seines Films unter anderem auch von NASA-Technikern beraten ließ,- der fertige Film punktete mit nie zuvor gesehenen, scheinbar realistischen Weltraumbildern -, und die erste bemannte Mondlandung nur ein gutes Jahr später stattfand, entstanden in der Folge zahlreiche Verschwörungstheorien, die besagten, dass Regisseur Stanley Kubrick die Mondlandung von Apollo 11 im Studio gedreht hätte. Der Regisseur Peter Hyams, verantwortlich für die "2001"-Fortsetzung "2010" von 1984, drehte 1977 einen ganzen Spielfilm zum Thema: In  "Unternehmen Capricorn" geht es um eine "falsche Marslandung" aus dem Filmstudio. Über "2001" kursieren aber noch weitere Verschwörungstheorien, nachzulesen im Buch von Nils Daniel Peiler.

Publikum

Die Uraufführung am 2. April 1968 in Washington war kein Erfolg. Zahlreiche geladene Gäste verließen das Kino, noch während der Film lief. Kubrick selbst nannte die Zahl von 241 Zuschauern. Unter ihnen war auch der Schauspieler Rock Hudson, der damals folgende Frage gestellt haben soll: "Kann mir jemand mal sagen, worum verdammt es hier gehen soll?". Später entwickelte sich "2001" in zahlreichen Ländern der Erde aber doch noch zu einem Kassenerfolg. In den USA und Kanada war er mit Einnahmen von knapp 57 Millionen US-Dollar der erfolgreichste Film des Jahres 1968.

Regisseure

Eine ganze Reihe prominenter Regisseure waren und sind Fans des Films. Recht naheliegend ist die Begeisterung der beiden US-Amerikaner George Lucas und Steven Spielberg, die später auch mit Science-Fiction-Filmen berühmt werden sollten. Lucas drehte 1977 "Star Wars", Spielberg im gleichen Jahr "Unheimliche Begegnung der dritten Art". Lucas und Spielberg gaben später an, dass sie ohne "2001" diese Filme wohl nie gedreht hätten.

Werbung

Ob es nun dreistes Product Placement war oder genial geschickt verpackte Werbung, darüber darf man streiten. Fest steht auf jeden Fall, dass viele Firmen ihre Logos und Schriftzüge in "2001" platzieren konnten. Küchenproduzenten (Honeywell/Whirlpool) waren ebenso dabei wie Uhrenhersteller (Hamilton) und Schreibgeräte-Produzenten (Parker). Sehr präsent ist auch die US-historische Fluggesellschaft Pan Am, außerdem dabei: Spielzeug- und Schmuckhersteller, eine Restaurantkette, ein Kreditkartenanbieter und eine Telefonfirma.

Nils Daniel Peiler: 201 x 2001 - Fragen und Antworten mit allem Wissenswerten zu Stanley Kubricks Odyssee im Weltraum, Schüren Verlag, 108 Seiten, Preis: 9,90 Euro, ISBN 978-3-89472-848-9.

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